MITTE ILUN GEN
des Israelitischen Lehrervereins für Bayern
_ Schriltle itung: M. Rosenfeld, München
Nr. 7/8 _ München, 9. Juli 1926
Einladung
zu der am Samstag, den 29. und Montag, den 30. Äugust 1926
im Saale des Hotel „Goldschmidt" in Würzburg stattfindenden
45. Mitgliederversammlung
des Israelitischen Lehrervereins in Bayern
Tagesordnung.
I. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Sitzung der Ver¬
waltung, zu der die Ehrenmitglieder und die
Mitglieder der Verwaltung, sowie die Refe¬
renten eingeladen sind.
Die Vereinsmitglieder sind berechtigt, als
Zuhörer beizuwohnen.
II. Sonntag, abends 8 Uhr: Begrüßungsabend.
Vortrag von Oberkantor Heimann (Augs¬
burg) :Die Entwicklung des Synagogengesangs
von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart.
Gesangsvorträge aus Kirschner, T'hillos
Tel eljan, Gesänge für Jamim ooroim.
Zum Begrüßungsabend sind die Mitglieder der
israelitischen Kultusgemeinde Würzburg und aus
Nachbargemeinden herzlichst eingeladen.
III. Montag, vormittags 9 Uhr: Hauptversamm¬
lung.
1. Berichterstattung des Vorstandes.
2. Bericht des Kassiers und Entlastung der Ver¬
waltung.
3. Bericht des Schriftführers über den Beitritt
zum Verband Jüdischer Lehrervereine im
Deutschen Reich.
4. Bericht von Brückheimer (Marktbreit) über
den Entwurf einer Normalsatzung für die
Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.
5. Festsetzung des Jahresbeitrages.
6. Referate: a) Dr. Hammelburger (Würzburg):
Welche Forderungen stellen wir an den jüdi¬
schen Geschichtsunterricht und seine Lehr¬
mittel? b) Aussprache über den vorjährigen
Vortrag von I. B. Hirnheimer (Höchberg),
Hebräischer Sprachunterricht im Sinne des
Arbeitsprinzips. Eingeleitet durch Dr. Bam¬
berger, Nürnberg.
7. Wünsche und Anträge.
Bei der Wichtigkeit der Beratungsgegenstände
werden die Kollegen ersucht, die Versammlung
recht zahlreich zu besuchen.
München, den 9. Juli 1926.
Die Verwaltung:
S. Dingfelder, 1. Vorsitzender. M. Rosenfeld, Schriftführer.
50jähriges Dienst- und Ortsjubiläum
von Haupttehrer Rbraham Strauß (Uffenheim)
Zu einer seltenen Feier rüstet sich die Kultus¬
gemeinde in dem freundlichen Frankenstädtchen
Uffenheim. Gilt es doch das 50jährige Amts- und
Ortsjubiläum des Hauptlehrers A. Strauß am 24.
Juli festlich zu begehen. In Lehrerkreisen wohl
bekannt — hat doch seit Jahren kaum eine Leh¬
rerversammlung in Bayern ohne die Teilnahme
des für seinen Stand und Beruf begeisterten Kol¬
legen Strauß stattgefunden — steht der Jubilar
in größtem Ansehen nicht nur innerhalb seiner
Gemeinde, bei den geistlichen und weltlichen Be¬
hörden, bei der Einwohnerschaft Uffenheims, son¬
dern auch weit über die Grenzen seines engeren
Wirkungskreises hinaus. Wo nur immer ein ge¬
meinnütziges Unternehmen in der bayerischen
Judenheit gegründet wurde, stets war Strauß zur
Mitarbeit bereit und ist noch heute mit Herz und
Kopf im Dienste der Allgemeinheit tätig. Seine
Verdienste im Kampfe um die materielle und
ideelle Hebung seiner Standesgenossen werden
wohl an anderer Stelle noch besonders geschildert.
Seit Gründung des C.-V. ist er dessen eifriges
Mitglied und zu jeder Zeit trat er energisch und
erfolgreich antisemitischen Bestrebungen entge¬
gen. Wie er als Kämpfer für die Revision des
Judenediktes unerschrocken in vorderster Reihe
stritt, so war er, selbst begeistert, begeisternd
tätig in der Aufklärungsarbeit zur Gründung des
Verbandes der israelitischen Gemeinden Bayerns.
Mit Wort und Schrift, in Versammlungen und in
stiller Weise wirkt er für die Erhaltung der An¬
stalten, die der Ausbildung des Lehrernachwuch¬
ses dienen. Unvergängliche Verdienste erwarb
sich der Jubilar als Leiter der Bezirkskonferenz
Ansbach des jüdischen Lehrervereins. Trotz der
pflichttreuen Ausübung seiner Amtspflichten und