DIE LOGENSCHWESTER
MITTEILUNGSBUTT DES SCHWESTERNVERBANDES DER U.0LBJ. LOGEN
Für die Redaktion verantwortlich: Dr. DoraEdinger, Frankfurt a. M., Bockenheimer Anlage 49.
Manuskripte sind an die Redaktion zu senden. — Redaktionsschluß am 1. jeden Monats. — Erscheint am 15. eines jeden Monats.
Bestellungen nehmen alle Postämter an. — Bezugspreis und Bestellgeld 46 Reichspfennig für das Vierteljahr.
Nr. t
Kassel, 15. Januar 1950
’• Jahrgang
Adressen des Vorstandes:
Ernestine Eschelbach er, Berlin NW, Klopstockstraße 47, | Cilly Neu haus, Mülheim (Ruhr), Leibnizstraße 10, stellvertr.
Ehren-Vorsitzende | Protokoll, und korresp. Schriftführerin
Anna L e w y , Stettin, Elisabethstraße 10, 1. Vorsitzende | Bertha Kochmann, Berlin SW 19, Seydelstr. 19 a, Kassiererin,
Dr. Frieda Sichel-Go tthelft, Kassel, Malsburgstraße 12, ! Postscheckkonto: Berlin 109 777
2. Vorsitzende j JohannaBaer, Frankfurt a. M., Finkenhofstraße 40, Leiterin des
Lilly Spanjer-Herf ord, Braunschweig, Wolfenbüttler Str. 2 Verbandsbüros
stellvertr. 2. Vorsitzende und Protokoll. Schriftführerin (Verbandsbüro: Frankfurt a. M., Melemstraße 22, Else Zedner,
Margarete Wachsmann, Breslau, Carmerstraße 19, korresp. Geschäftsführerin)
Schriftführerin '
Zentrale der Kommissionen für Schwesternberatung: 1. Vorsitzende: Martha Schlesinger, Frankfurt a. M., Brentanostr. 6
Kommission für Erholungsfürsorge: 1. Vorsitzende: Erna Merzbach, Magdeburg, Logenhaus, Breiter Weg 139/140
Kommission für Erholungsfürsorge für Kinder: 1. Vorsitzende: Charlotte Hirsch, Berlin W 50, Augsburger Straße 40
Kommission für Geistige Arbeit: Dr. Else R a b i n , Breslau, Wallstraße 14.
JÜDISCHE GEDANKEN UBER DIE
FRIEDENSARBEIT
Die schweren Kriegsjahre, die über uns dahiugebraust
sind mit ihren unendlichen Schrecken und ihren Leiden,
mit den Verelendungen, die sie gebracht und zurüekgelassen
haben, die nicht minder schweren ihnen folgenden Nach-
kriegsjahre, erweckten stark und immer stärker in den
Menschen die Sehnsucht nach Frieden. Nach einem wenig¬
stens auf eine längere Frist hin dauernden Frieden, der den
Krieg verabscheuen und ihn immer mehr verschwinden
lassen soll. An den Ernst des Friedenswillens kann die
Welt nicht glauben, wenn sie in Betracht zieht die zu grau¬
samen Resultaten gesteigerten, künftigen Kriegen dienen¬
den, technischen Erfindungen. Wir wissen es, ein kommen¬
der Krieg wird schrecklich sein, er wird ein Gaskrieg sein.
Er wird nicht nur die Kämpfenden zerstören, er wird
Städte vernichten, Frauen, Greise und Kinder aufs Ent¬
setzlichste töten; er wird die Menschen ausrotten, nichts
übriglassen von blühenden Landen, blühendem Leben, vom
Sein, von Kultur, vom Streben.
So roh und gewaltsam das Leben, auch vielfach der Ein¬
zelmensch es ist, unaufhaltsam trotz allem Schrecklichen,
siegreich trotz allem Vcrnichtungswillen, wächst Mensch¬
lichkeit und Menschheit weiter. Die schon 1810 in Amerika
gegründete erste neuzeitliche Friedensgesellschaft, der
Weltfriedenskongreß 1899, Bertha von Suttner, die Frie¬
denskonferenzen im Haag und das Internationale Friedens¬
büro in Bern, sie alle sind Wegbereiter, Schrittmacher für
erwachende und erweiternde Friedensbestrebungen. Sie
konnten nicht hindern, daß Kriege ausbrachen und doch
erwuchsen ihnen gerade aus den Schrecken des Weltkrieges
längst begonnene, langsam gediehene Fortschritte. Die Er¬
richtung des Völkerbundes in Genf, die Schiedsgerichte und
Sicherungsverträge, sie bedeuten viel und werden wirksam
sein. Wohl sind die Völker erschöpft und ermüdet, aber
sie können den Frieden nicht erhalten, wenn nicht höhere
Mächte mitwirken. Und aus der Erkenntnis heraus, mit
allen Kräften mindestens für eine längere Generations¬
dauer den Krieg zu verhindern und dem Frieden zu dienen,
haben sich die Religionen zusammengeschlossen, um durch
die sittlichen und veredelnden Kräfte, die in ihnen ruhen,
die Menschen unter sich zu heben, zu bessern, ihr Leben zu
versittlichen und dem politischen Denken gerechtere Be¬
trachtung zu geben. Die deutsche Vereinigung des Welt¬
bundes für Internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen,
der Friedensbund deutscher Katholiken, beide schon seit
Jahren arbeitend, haben die Überzeugung, (lall ohne* die
Mitarbeit der Juden am allgemeinen Frieclenswerk diese
Arbeit lückenhaft und unvollkommen sein muß. Sie haben
eine Arbeitsgemeinschaft der Konfessionen für den Frieden
vorgeschlagen. Diese Gemeinschaft ist in Berlin gegründet
worden und ein Jüdischer Fvicdensbund hat sich
dem Ganzen angeschlossen. Durch erhebende Kundgebun¬
gen hat die Arbeitsgemeinschaft schon einen großen Kreis
Interessierter aus allen Religionen und Ständen sich nahe¬
gebracht.
Uns Juden, denen die Klee des Friedens durch unsere
heilige Lehre vertrautes Gut ist, wird diese Gemeinsamkeit
zum Boden warm geleisteter Mitarbeit werden. Niemand
so sehr wie* wir, kennt die Segnungen des Friedens. Wir
beten zu Ihm, der Frieden stiftet in Seinen Höhen. Daß
Wir richten an unsere Schwestern die herzliche
Bitte, zur Erhöhung der Erträgnisse der
..Ernestine Eschelbacher-Stiftung“ nach Kräften
beizutragen durch Spenden auf Postscheck-Konto
Berlin "000, Deutsche Effekten- und Wechsel¬
bank Frankfurt am Main. Abteilung Berlin.
Konto Eschelbacher-Stiftung.
Es wird höflichst gebeten, sämtliche Beiträge, Artikel sowie alle Mitteilungen
redaktioneller Art an
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Kassel, zu senden.
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