I.
Israel s Schekel-Lehre.
Kredigt zum 5622 פ' שקלים .
Vom Herausgeber.
Der neue Monat, der soeben uns ist verkündet worden,
ruft in uns die Erinnerung wach an eine alte jüdische Ver-
ordnung, deren praktische Geltung geknüpft war an Israels
väterlichen Boden, da noch auf Moria's auserwählten Höhen
die gottgeweihte Gnadenstätte, der heilige Tempel, hoch und
hehr sich erhob, da Israel noch dastand als ein Volk unter
den Völkern, als ein einheitliches, fest in sich geschlossenes,
politisches Ganze, das seinen sichtbaren Mittelpunkt hatte in
dem Heiligthum zu Jerusalem. Wir meinen die Verordnung
unserer Weisen, die da lautet באחד באדר משמיעץ על השקלים
״ Am Ersten des Monats Adar läßt man die Rufe ergehen
wegen der Tempelsteuern!" Diese Verordnung, m. a. Z.,
klingt sie nicht in unseren Ohren wie eine Kunde aus fernen:
Lande, weht sie uns nicht an wie ein Hauch aus einer längst
zu Grabe getragenen Zeit? Der Teuchel, für den jene Scheka-
Um gesteuert wurden, liegt eingeäschert, und jene Mahnrufe,
sie sind seitdem gänzlich verstummt: Gänzlich verstummt?
Nein! Was dem heiligen Boden unserer Lehre ist entsprösse!:
— !vas seinen Ursprung im jüdischen Gesetze und jüdischen
Geisteslebe!: hat, kann wohl in: Laufe der Jahrhunderte die
Forn: wechseln, aber nicht spurlos untergehen, sein geistiger In-
halt lebt wie sein ewiger Gesetzgeber ewig fort!
Na Heiner, Jdraetitiiches Predigt-Magazin III. Jahrg. 2. Hesr.
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