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Am 6. Januar 1929 Herr Dr. Gailiner ? Frankfurt a. Main,
über ,,Bibel und bildende Kunst“, sämtlich mit Licht¬
bildern, und
am 10. März 1929 Herr Dr. Budolf Hallo, Kassel, über
,,Jüdisches Handwerk und Jüdische Kunst“, ohne Licht¬
bilder.
Für Werbezwecke wurde im Herbst 1928 eine Denkschrift
mit geeigneten Artikeln und Abbildungen herausgebracht.
Um nun der inzwischen stark vermehrten Mitgliederzahl
zeigen zu können, was im Laufe des Jahres 1928 geschaffen
wurde, und auch um das Interesse für unsere Idee in weite
Kreise der Bevölkerung hineinzutragen, entschlossen wir uns,
im Februar 1929 eine Ausstellung von all den Stücken, die
uns für- Ausstellungszwecke, sei es als Geschenk, sei es als
dauernde oder vorübergehende Leihgabe übergeben waren, zu
veranstalten. Die technische Oberleitung und die Ausarbeitung
des Kataloges übernahm in bereitwilligster Weise Herr Professor
Dr. Erwin II i n t z e, Direktor des hiesigen Schloßmuseums,
dem Herr Babbiner Dr. Louis L e w i n zur Seite stand. Von
allen Seiten, insbesondere auch von öffentlichen Anstalten,
wurde dem Plan regstes Interesse entgegen gebracht , in größter
Bereitwilligkeit auch die gewünschten Ausstellungsgegenstände
geliehen. So kam unter eifriger Mitarbeit des Vorstandes, ins¬
besondere des Vorsitzenden, Herrn Max Silberberg, und
des Schriftführers, Herrn Felix Perle, eine Ausstellung zu¬
stande, betitelt ,,Das Judentum in der Geschichte Schlesiens“,
wie sie in dieser Art in Deutschland, vielleicht sogar in Europa,
noch nicht gezeigt worden war. Wir können mit Befriedigung
feststellen, daß wir überall nur Worte der Anerkennung hörten,
und daß diese Art der Ausstellung für die nächste Zeit als
mustergültig hingestellt worden ist. Die Tatsache, daß während
einer beschränkten Besucherzeit in sieben Wochen 13 000 Be¬
sucher die Ausstellung im hiesigen Kunstgewerbemuseum be¬
sichtigten, gibt hierfür am besten beredtes Zeugnis. In dieser
Besucherzahl befindet sich selbstverständlich auch eine große
Anzahl von nichtjüdischen Mitbürgern; aus diesen Kreisen
haben wir eine Beihe von mündlichen und schriftlichen an¬
erkennenden Urteilen erhalten, worin zum Ausdruck gebracht
wurde, daß diese Ausstellung ihnen erstmalig einen hochinter¬
essanten Einblick in jüdisches Wesen und Wirken übermittelte.
Mcht unerwähnt wollen wir die Tatsache lassen, daß der