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JÜDISCHE WELT-RUNDSCHAU
29. Dezember 1939
Seite 8
DER ANTISEMITISMUS ALS WAFFE
HITLERS POLITISCHES SYSTEM
Die Londoner „Sunday Express:“ veröffentlicht
einen Aufsatz von Herrmann Rauschning
über Hitlers Stellung zur Judenfrage. Rausch-
ning berichtet über ein Gespräch, das er, als er
noch ein prominenter Nationalsozialist war, mit
Hitler über dieses Thema gehaJbt hat
Hitler wies selbst darauf hin, welchen wich¬
tigen Rang der Antisemitismus in seinem politi¬
schen System einnimmt. „Die Juden“, so sagte
er, „sind ein Pfand in meiner Hand im Kampfe
gegen die Demokratien. Daher ist die antisemi-
A, sche Propaganda in allen Ländern ein notwen¬
diges Mittel unserer Politik. Zweifellos wird es
uns gelingen, durch dieses Mittel allein die ganze
Welt zu verwirren. Darum“, so sagte Hitler wei¬
ter, „habe ich auch Streicher freie Hand gelassen.
Das Material wird dort vorzüglich dargestellt. Der
Stürmer ist die einzige Zeitung, die ich mit Ver¬
gnügen von Anfang bis zu Ende lese. Der wahre
Kampf um die Weltherrschaft wird zwischen
Deutschen und Juden ausgefochten. Der Jude
steht auch hinter England, Frankreich und USA.
Auch nachdem wir den letzten Juden aus Deutsch¬
land vertrieben haben, bleibt er unser Feind.“
Auf die Frage Rauschnings, ob Hitler also die
Vernichtung des jüdischen Volkes beabsichtigte,
antwortete er: „Wenn es die Juden nicht gäbe,
müssten wir sie erfinden. Was uns Not tut, ist
ein wirklicher Feind, etwas Konkretes und nicht
etwas Abstraktes. Ich habe einen Gegensatz zWi¬
scher Arier und Juden aufgestellt. Wenn ich
daher die einen Menschen nenne, so muss ich für
die anderen eine andere Bezeichnung finden. Die
Kluft zwischen den Beiden muss zum klaren Aus¬
druck kommen.“ Rauschning beschreibt, mit
welcher Erregung Hitler dieses Gespräch führte.
„Es ist ein Gegenstand, über den man endlos re¬
den könnte“ — mit diesen Worten schloss Hitler
die Unterhaltung.
SYNAGOGE IN TOMASCHOW ABGEBRANNT
In der „Krakauer Zeitung“, Folge 9 findet sich
eine kleine lakonische Notiz:
„Tomasehow, 22. November. In einer der ver¬
gangenen Nächte gingen die Synagoge und ein
Bethaus, das die jüdische Synagögengemeinde in
einem Gebäude der Stadt eingerichtet hatte, in
Flammen auf. Die Feuerwehr konnte ein Uber¬
greifen der Brände auf benachbarte Häuser ver¬
hindern.“
6000 von der Stadtverwaltung in Tel-Aviv in
England bestellten Gasmasken sind in Tel-
Ä\iv eingetroffen und werden zum Preise von
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