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Nr. I
Uerbreitetste israelitische Zeitschrift €uropa’s.
S. J-Hrga«g.
•rnburg
fierausgegeben unter MINvirltuug des Uerbandcs der jiid. Cebrer-Uereine im Deutschen Reiche.
r Insertionspreis für die fünfpefpaltene Pelikzecke 40 im <
kleinen Anzeiger !«> P», für die Aeelame g,eile u 1. . Bei. \
Erscheint wöchentlich am Donnerstag, Abonnements werden nur
bei den Postämtern angenommen. Postzeitnngs-Plfte für I!toü
Po. Bezugspreis pro Uierteljahr ?r> .<'■> ; frei in's Hans
4 ^ pro Atonal mehr. Poft-Abonneinent für Lesterreich-
llngarn pro Quartal I ki-^14 ». Teitungs-Plste 'Jio. IO'.iii.
Bei ,">ufeiitnnni dinäi Streifband für Deutschland nnd
v efterreich-llngarn für alle übrigen Lander l.ou.
Kcbadion und rpcbition :
Hamburg. ASC Strafte 57.
TernspredKr: Amt I, M>ss.
Hamburg, 1 Zannar 1902.
Tnsertionspreis für die fünfgespaltene Petitzeile io
kleinen Anzeiger lo für die Aeelame .seile u 1.
Wiederholungen entsprechender Rabatt. Pniertions-Gebühren i
werden auch m Briefmarken entgegengenommen Beilagen £
je nach dem Gewicht " s . bis '* 1<>. per 4ausend. >
Annoneen - Annahme bei der Erpedttwn anb in allen
Annoncem Bureaus
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Zur gelälligen besonderen Beachtung!
olLfommcu n rct*icLo -ö an t'di brennenden ;^cit und Tagesfrageii, die die jüdische Well bewegen, wird demte wohl Riemand vornbergekw'n, >
in dessen Adern aueb nur "in Tropfen jüdischen Blutes flieht. 'Aber daber in der
0<fammt<it Judenheit Oeste«rei<h-Nirgitrriis
iiber alle nn''ere (Tlaubeilsgenieinschaft berührende Vorgang" der europäischen Eultnrlander unlerrirchlel sein will, dem kennen wir mit gutem
_ (Wunde unkt „Israelitisches Tattliliettblatt“ empfehlen, das feinen Eefern für den io geringen Abonnementobetrag von I Kr I 1 >> ttir drei
Monate, wie man sich überzeugen kann, eine fo reichhaltige
Kesammt l^evue des geistigen, religiösen, socialen unä politischen Lebens der Zuctenbeit
und mgleub eine solche Tülle belehrenden, anregenden und unterhaltenden Stoffes für .Per; und lüemüth der geiammten Tamiliengliedcr m
bietet, nüe kein anderes jüdiicbes Crgan. , hre
Das „Israelitische Tatnilienblakt", welches an keinem aktuellen Ereignis;, das in irgend einer Beziehung mm Pudenthunt flehtgi.
) achtlos oornbergehl, welches der herrschenden mittelalterlichen h,eitüromung gegenüber, das Panier der UersÖhnung und Einigung allerB
Richtungen der Pndenl'eit hochhalt und für die energische Eigenhilfe Antritt, ohne auf ^die llAitwirknng aller edel- und gutgennnten Nickt- .
glaubensgenosfen in der Wahrung und Erkampfnng unserer staatsbürgerlichen (üleickberecktigung zu verzichten, in zugleich ein Blatt, das die
Treue zum (Glauben der Vater kiindet, die Erweckung und Stärkung des jüdischen Empfindens und Denkens nur den Mitteln der modernen
Aonrnalinik ansnebt, und die alte Schablone der überlebten Term der meinen jüdischen Blatter über Bord geworfen hat.
Diesen Eigenschaften und Vorzügen haben wir neben dem anllerordentlieh billigen a
?U?onttement$i?rei$ von 1 Kr* 14 Heller 4>rs ^Quartal b
wohl zu perdanken, dasz unter unter MilwirRnng desDervandes der iud. Lehrerim Deutschen Deiche heraiisgegeb nes Blatt bereits beule die verbreitetste israelitisÄte Zeitschrift
Europas ist. 'ATr laden hierdurch zu recht zahlreichem Abonnement ergebenst ein, das durch die Ponanüalt des Wohnortes durch Aeberreichniig des beiliegenden ausru b
rüikuatn M—bewirken m Redaktion «nd Periag des Israelitischen Familienblattrs.
V. ) 7
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)m imanngürn Jahrliiindtck.
'Abtr find bereits ganz im zwanzigsten PahrEmdert,
man schreibt demnächst I'4"4, und nach den Piffern zu
entscheiden, schreiten wir vorwärts. Aueb vieles, was
um uns vorgebt, deutet de.rauf bin, dan wir uns im
Teichen des Tortfcktrttles befinden. Die Wi'wnfchaft.
die Technik bringen neue Erfindungen, nnd es in kein
Pweifel, das; wir uns bereits voll im zwanzigsten
Pahrhnnderk befinden. Aber ob wir auch in unserem
inneren tteben vorwartsgehend Cb neb aueb unser
Blick erweitert, unser Selosrbewusnsein greller und
unsere Annagung voii deii Dingen eine höhere wird '
Cb unser Herz weiter, unsere (Tefüble tiefer und inniger
geworden bub'
'BAr Anden diinen vor solchen Tragen niemals
hr verichliellen.
A'rin Denker im Anfänge des vorigen Täbrbunderls
das; die Puden den nclternen llA'asmab für die
^tion der 'Polter, unter denen ne leben, abgeben,
wei^'^k gleichsam das Barometer, an dem man den
EirnKr-^der Tiifstand der Aultur ableien tonne, je
Sie fit ne lwbandelt werden, und wie weil ihre Rechte
Hoch hicknedenen Vandern fortgeschritten und. Pu
nachhl'? lnelt man noeb die den Tuben einaeraumtcn
in deMheb direkte ,vo!ge der allgemeinen Vamfck'enreebte,
lener M>r Endige Aonfeauenz der Treilutt und der tti
. 4 /echte sllnn aber, im Anfänge des zwanzigsten
kfk ; ;oioi es ueb, das; >m Aamen der Eivili
Te
vihjatulr, o ,v Y '' Treilunt Attidenveriolgungen inteenirt
y'wihrhii,M rne konttttutionellen Freiheiten unteren
fativn ,»it Th Zickel abgeben, um gegen uns mit llllort
»'erden >fVlicheiu hreten, das; selbst llAanner, die 'ich noeb
Teinden
»nd e 'ege bringen, gegen uns Verfolgungen
M-
zu vropagiren, ja die
uns herbeiztttvunsel'en.
lel'recken der Att>»tusition für
|v Abtr • • die iieebt und (üereck'tigkelt für alle
jand ei. ^
lindes ru
'»»nnig und
Die el'rin liebe Adelt itebt im zivanzignen, tvir Anden
aber fast im nebzeltnterr Anbrhundert l Aach rück
ivarts in der Aalender für uns verschoben . . . h>n
dem autokratiseben tkins;land und in dem „konstitutionellen"
iinmanien ergeht es unseren 'Brüdern noch schlimmer
wie im siebzehnten Aabrbundert, aueb in dem republika¬
nischen Trankreich und in dem alt parlamentarischen
England zeigen fickt Spuren von Besck'rankutigen gegen
die Puden und in C eslerreieb 'utö ne das Svielobiekt der
Parteien.
Das erne .sabr des neuen christlichen Pahrhunderts
bat uns tvenig Honnnng auf Besserung der Tage ge¬
bracht. 'Allrr wollen hier nicht ein Register aller 'Bor
falle zusammenslellen, nebt ja noch vieles unseren Aeiern
deutlich vor Augen. Eines nur mus; fcbarf betont
tverden, das; nur mit jedem Pahre. das vorübergebl,
immer mehr die lleberzengung getvinnen, das; wir von
aus;en nicht allzuviel zu ertvarten haben, wenn tmr
ilns niebt aueb auf uns selb» besinnen und unsere
eigenen Arafte im höheren 4Aas;e zufammenfassen, mit
die Errungenschaften, die unsere Vater unter günstigeren
Teichen der ertamptt batten, wiederznerobern
,,'Ackas Du ererbt von Deinen 'Patern hast.
Erwirb e-, um es zu benhenl"
Dessen minien nur eingedenk fein und dann erst
unbeici'attet und voll
o
können wir C
"fen, das; die T
Aichk des wo
.iahrl'underts
'Pol kern ami'
uns .suden
leuchten tvird.
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1 Pysasorjan-C“^'
Ulits wir dem dratschrn Uatrrlandr
in 1002 miinfdifn!
bvir i nun sehen unserem deutschen Vaterlande zun
neuen Acat're natürlich alles (fjute, da das indeffet
fihiverlich zu baden sein tvird, recht viel (üntesck Einet
Wunsch aber batten wir ganz besonders für uttie'
Vaterland: dasz es un neuen Padre und m alle
T.ukunfl nicht wieder beimgefuckl werde von der -
A o n t n e r e >.
Alan konnte vielleicht glauben, wir wünschten dicn
weniger aus Aiebe zum deutschen Vaterlande als in
anterene der Pzuden. llbenn tvir nun auch mdn tcuancii
Paf; ba-o wnlerene der Puden uns ungemein am Eerzet
w crllarcu wir 0.-* ü'u-rli*, ein Oer rOcii' a«.
«rwrcdH-nc Sbumci. kuicu Itnrrmw. m * t „„„der
tmu'ivi- siebe zum deutschen Baterlande bat.
. llH ' l[ unr "»kW deutsche - Vaterland vor
egerzen lieben, ertullt es uns mit tirmcnt Schm^z
bai; durch die Aomrerei in aller WAt der mcjib
Zweckt werden munte. ein Tbei! des deutschen Välke-i
dentck und nible Iron allgemeiner Schulbildung ikint
^Pehrvüickt im zivanzigiten A^abrhund.rt noeb io. /bii
Pa- Pobcl aller Adelt im nnnetnen Mittelalter gedockt
und getilhlt I'al, befcl'leicht uns ein tiefes Hpeh de
dem (nedanken, dat; man in allen zivilinrten Aänderi
nch beieckugt tublcn kann, auf Teui'cklaud berabzu
^ bc,: ' oder doch Tln-ile dcnülben auf einl
P.uno ,'tellen m,t den halb oder ganz asiatischer
^anrmn, iii denen da- l'Iodunnigne aller Bi'arcken
da- Poni indischen intnalmord, noch immer endemisch ist
Aas blodnnnigne aller Märchen' Am- als e
ttckchec- kann die ,Ar^ öez icknek werden, die da
BW!, dan die Religion, ivelche im lapidarst»!,
„an tolltt Nickt toten.'" befohlen, gleichzeitig de-nt,
zn. religiofen T'mcken beroblen oder auch nnr
dai; d,e Religion, die den (Wnus; ielbn vv'- 4vaum.
m leder .vorm aut das Strengste verbietet, k
setn konnte, auch nur für einen Aberglatiben^"
(nenui; fogat von Menschenblul (üott wohlqc-
G.ennn haben die Puden dilrch den -annteti,
albet neu Aiarchens schwer ztt leiden. " Äinn.