Seite
1
Umfana dieser Nr.: 20 Seiten
Beilagen: Schule und Haus
Der jüdische Sport / Umschichtung und
Auswanderung / Jüdische Bibliothek
Israelitisches
Dai l»ro*t'»l*ch« FamOianblatt «rsdt«ln» ]«d«n Donnmlpg In
4 Auigaboni für Groß-Borlin, tiir FranJ^fc^t am Moin und
Umg«g«ncl, für Groft-Hamburg |Ha
tör da« Gbrfga R*idi«g«bi*t. Po
moootf. e}n»dvl. 10 Pf. Zeitung ^
Im Auilond - jowen po*t
bandbezugi RM.1.58
plHenbtartf,
RM l,Ct
Rollgeld,
-Streif-
140 Pf.
pzel-
37. Jahrgang
fernsprecfieri 34 0737 / Bankkonto: Vereinsbank In Hamburg
unter »Hamburger Famlliönblall / Postscheck - Konto •
Hamburg 8275 / Haupischrifcfeiler i Dr. Alfred Kupferberg.
Druck und Verlag > M. Ljßmann, sämtlich in Hamburg
U'
Haupt-Schriftleitung und -Geschäftsstelle
Hamburg 36 / ABC-Straße 57 (ABC-Hof)
Berliner Vertretung i (Leo Krelndler) W 15, Pfalzburger Str. 10,
Fernspr. i J 2 Oliva 1785 / Frankfurter Redaktion : Dr. Martha
Werthelmer. Unter den Kastanien I, Fernspr., Spessart 65896;
Frankfurter Geschäftsstelle: Zeil 68,!., Fe-nsprecher 27 133
Nummer 1
Donnerstag, den 3. Januar 1935 ' «T'Xin rao N2
Einzelnummer 25 Pfg.
verkleinert, daß auch sie, wäre 9iot nicht über uns ge-
koininen, schwerlich eingetreten wäre.
*
Daß die Erneuerung deutsch-jüdischen Lebens in nnseren
Tagen Wirklichkeit geworden ist, bezeugt die unlängst in den
Zeugnis von ihrem Wesen und Wollen ab. die zen¬
tralen Dachorganisationen gelangten zum
Wort: die „Reichsvertretung der deutschen Juden": der
„ZentralfUisfchuß für Hilfe und Aufbau": der „Hilssverein
der deutschen Juden": der „Kulturbund" und die „Mittel-
I "
T
2
Tür*
Zy " 5-;,-
Auch im Jahre 19 5 5 bleibt das Israelitische f a m i 1 i e n b 1 a t t*^ "
die große, unabhängige
Zeitung der deutschen Juden
I n absoluter redaktioneller Unabhängigkeit, keiner Partei,
keiner Großorganisation dienstbar, sagt es eindeutig seine Meinung zu den Fragen
und Forsten der Gegenwart, zu allem, was uns deutsche Juden berührt und be¬
drängt. Diese Meinung 211 unzweideutig klarem Aufruf und Ausdruck irn
. i
keitsatz des fnmiüenblottes:
-’n.
Veuscher Jude sein - das heißt: die lider>je,ecungen und Wahrheiten des alte/
väterglaubens, und olle echten Iraditionen und guten vräuche unserer gemein-
schast, alle ihre tedenssragen und Hoffnungen in uns und unseren Kindern ;u be¬
wahren und, wo es nottut, ni beleben. - 0 eu tsch er Jude sein - das heißt: den
staatlichen Notwendigkeiten und Zielen Veutschlands mit hingadebereiter togaiitot,
voi! verpflichtet, zu dienen, und voll berechtigt dienen ;u wollen.
Vas familienblatt bietet:
eingehende Berichterstattung über die Arbeit der Reichs Vertretung und der
G r o ß - () rg a n i s a t i q n e n , über die uns betreffende Gesetzgebung usu.;
gründliche Behandlung aller U m s c h i c h t u n g s - und Auswandei ungs-
A »Gelegenheiten, regelmäßige Berichte über den Auf bau Palästinas’
eine von hunderten Korrespondenten bediente In- und Auslands -Run d s c h a u
von einzigartigem Umfang;
einen vielseitigen U n t e r h a 1 t u n g s t e i I , in dem indische Schriftsteiler von
Rang zu Worte kommen;
Sonderbeilagen für die jüdische F rau tur der! jüdischen Sportler, für che
Probleme von S c hule und l I aus, tn- Literatur usu .;
> Unser Familienblatt', eine frische, wn unseren Jungen und Mädchen selbst
geschriebene Jugendbeilage;
eine B i 1 d e r z e i t s c h r i f t als Ersatz mul Ergänzung allgemeiner illustrierter
Blatter, in denen heute Bildberichte aus der jüdischen Sphäre zumeist verpönt sind;
einen sorgsam gepflegten Briefkasten einen abwechslungsreichen, gutbiirgei-
liehen Küchenzettel : neuerdings eine Sch ach ecke, u. v. a. m.
Unentbehrlicher denn je ist dem deutschen Juden heute in schicksalsschwerer Gegenwart,
’ seine« Zeitung, die sich in all den Jahrzehnten zuvor die Freundschaft vieler Zehntausender, die
Anhänglichkeit ganzer deutsch-jüdischer Generationen erworben hatte, und deren Bedeutung
für das heutige Judentum in diesen Jahren von Monat zu Monat geradezu sichtbar wächst : das
„Israelitische familienblatt"
DAS WICHTIGSTE
Zur Feier seines 40jährigen Bestehens veranstaltete
der Berlin e r j ii <1 i s eh e 11 a n d w e r k e r v e r e i n
eine grölte Kundgebung, auf der der Führer der jüdi¬
schen Handwerker im Reiche, Louis Wollt (Berlin),
eine richtungweisende Ansprache hielt.
Die M i t t e i s l e i i e | ii r j ü d i s eh e E r w a ch s e -
ii e n !> i I d u n g führte in den Weihnachtstagen bei
Hamburg eine L c r n w o ch e unter der Leitung von
Prof. Dr. Martin B u I) e i und Dr. Ernst S i in o u durch
i
Am letzten Sonntag gingen über ganz Palästina
schwere Unwetter nieder, die in den Städten und
auf dem Lande“ erheblichen Schaden anrichteten.
Der Bürgermeister der Stadt Wien gal) über einen
Empfang von Vertretern der Wiener Israelitischen
Kultusgemeinde ei» C o m m u » i q u e heraus, das,
statt von der Gleichberechtigung der österreichischen
Juden, lediglich vom „Grundsätze der Gerechtig¬
keit und Billigkeit gegenüber den religiösen
und nationalen Minderheiten“ spricht und den in öster¬
reichisch jüdischen Kre isen bestehenden Eindruck, dal!
die Wiener Stadtverwaltung den Juden grundsätzlich
u n t r e u n d 1 i ch gegenüberstehe, dadurch nur ver¬
stärkt hat.
Dieser Tage vollendet der Berliner Universitäts¬
professor Isay S eh ii r, ein Mathematiker von Weltr uf,
sein 6 0. L e b e n s j a h r
iliiiiilir.illilllHirliiiiiilllllllllililllililiiil iiiiiiilllliiiilliHlililiiiliiiliiiliiiiiiilliiiriilllliiliiiiliiii„i'„ihiiiii..’'i , t;'
Ein Konfliktstoff
weniger!
sprechen wir, an der Schwelle des neuen bürgerlichen
Jahres, vom deutschen Zudeiiliiin dieser Zeit, ohne einen
Querschnitt durch die Sorgen und Röte zu ziehen, in de
der Sturm und Drang der Gegenwart uns gestellt het.
(Was ziijaminentassend hierüber zu sagen ist, erwähntm
wie. in anderem Zusammenhänge, zuletzt vor einer Woeje
an dieser Stelle.) Hinter unseren Sorgen und Röten,
unserem sozusagen äußeren, staatsbürgerlichen und witt-
schafrlichen Sor.i -rschicksal, birgt sich die Vielfalt 111 =
seres > nnerjüdi ! ch e n ^ e i n s — der ganze Un-
fang der religiösen, sozialfürsorgerischen, jüdisch-politisch»
und -weltnnschaulichen Bemühungen und Leistungen, die
jüdischem Leben auf deutscher Erde jetzt sein Gepräw
geben,
jüdisches Leben aus deutscher Erde! Aber ist dieses
Lebe», bedroht in seinem Bestand und seiner Entwicklung!-
krast von den Stimmungen und Tendenzen seiner Umwel,
nicht von bedrückender Ausrvegslosigkeit? Ist es nicht it
enge Winkel gebannt? Dioht es nicht, in der unfruchl
baren Enge non Sackgassen zu versickern? Ist oie „inner-
jüdische Blüte", die wir heule staunend erleben, mehr ab
t'itu’... S ch e i n blüte?
Wir glauben nicht, daß diese Zweifelsfragen bererhiilt
sind. Auch wir verschließen uns nicht der Tatsache, iTß
dort, wo rege innerjüdische Auseinandersetzung, stiirmisinr
Drang zu religiöser Berliefung und eine manchmal sckou
bedenkliche Bielzahl von Veranstaltungen aller jüdisclen
Lager und aller jüdischen (wie mancher »»jüdischen) Pco-
grnmine das Zeld heule beherrschen, noch vor wenig nuh.
denn Jahresfrist ost wenig genug von all dem spir
bar war,
Eines der bemerkenswertesten Siimptome dieser Zeit,
betrachtet man sie im Lichte unserer jüdischen Sond-r
Probleme, ist ober gerade die radikale U in kehr der bs-
herigen Entwicklung in ihr Gegenteil: die Tatsache, dssi
die Rot der Gegenwart selbst noch aus „Inden am Rand?'
Menschen macht, denen ihr Zudesein als eigentliches Z e ,i-
t r ii in ihres Lebens bewußt ist und immer bewußte!
wird. Rot, der Druck von außen steht an der Wiege manch
großer Wandlung: so wird denn die R ü ck w e n d ii g
zu jüdischem Sein ii n d B e w » ß t s e i n , die wir
heute sejtstelleii dürfen, ,» ihrer Bedeutung nicht dadiich
Spalten des „Familienblattes" veröffentlichte Artikelserie
„Deuts ch es Indent li in 5 69 4/9 5 Sechzehn fü r
unsere Geineinschast im Reiche heute repräsentative, in der
jüdischen Arbeit suhlende Verbände legten in Eigen¬
berichten aus den Zedern ihrer verantwortlichen -Leiter
stelle für jüdische Erwachsenenbildung", Als Wortführer
g e in ' i n d l i ch - j ü d i s ch e r Interessen beteiligte
sich an der Umfrage: der „Preußische Landesverband jüdi¬
scher Gemeinden". Ihre kulturell-philanthropi¬
schen Ziele vertrat die „Großloge für Deutschland