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Nr. 2
24. Dezember 19W
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ohne Zweifel die nächsten Wochen dringen. E s
i st unter feinen Umständen anzu-
n e h in c n , das? der Widerstand des
Iifchuw gegen einen I. o g i « 1 a t i v e
t' (ui ii c i 1. der d i e w i ch t i g st e n Inter¬
essen des P a l ä st i n a a u s b a u e s ge¬
fährden könnte, sich a u ch nur um
eines Haares Breite mildern wird.
Andererseits ist klar, daß ein von jüdischer Seite
nicht beschickter Gesetzgebender Rat erst recht zu
einer ständigen
Quelle schwerer politischer Gefahren für
das jüdische Aufbauwerk in Erez Israel
und für die Beziehungen zwischen der
Icwish Agency einerseits und dem engli¬
schen Mandatar wie auch dem arabischen
Nachbar andererseits werden wird.
Wenn der Rat tatsächlich in diesen Tagen ver¬
kündet werden wird, und wenn — wie dann an¬
zunehmen ist — alsteitcn der Palästinaregicrung
alles getan werden wird, um ihn notfalls auch
ohne'jüdische Beteiligung ehestens ins Leben
treten zu lassen, so wird das kommende Jahr
1936 den Iifchuw, die Zionistische Bewegung und
das jüdische Palästina zweifellos vor höchst
kritische, noch nicht abzusehcnde Bclastungs-
proben stellen. A. k.
Für Einwanderer aus Deutschland
Anfragen im Unterhaus
Im Unterhaus fragte S i r E. Graham-
Little den Minister'für die Kolonien, I. H.
Thomas, ob im Hinblick auf die Lage der
Juden in Deutschland sofortige schritte
unternommen werden würden, um die Quote der
jüdischen Einwanderung nach Palästina zu er¬
höhen und diese Erhöhung den Juden, die Deutsch¬
land zu verlassen genötigt sind, zugute kommen zu
lassen.
Minister Thomas antwortete: Was Ein¬
wanderer betrifft, die als Arbeitnehmer nach Pa¬
lästina kommen, so werden 500- von den vor
kurzem der Icwish Agency sor Palestine als
Vorschuß für die laufende Halbjahrs-Arbciter-
Schedulc übergebenen 1 (>(>() Einwandcrungs-
zertifikaren deutschen Juden zugeteilt werden.
Wie ich erfahre, untersucht gegenwärtig die Pa¬
lästina-Regierung die Möglichkeit weite¬
rer Erleichterungen für die Zulassung
deutsch-jüdischer Einwanderer an¬
derer Kategorien. Es wird jedoch daraus
Wert gelegt werden, das; das Ausmaß der Ein¬
wanderung nach Palästina zu jeder Zeit vom
High -Commi^sioner im Verhältnis zu der Auf¬
nahmefähigkeit des Landes bestimmt wird.
Weizmann über die Aufgaben der
Exekutive
Der Präsident der Zionistischen Organisation
und der Icwish Agency, Dr. Ehaim Weiz¬
mann, sprach anläßlich eines ihm zu Ehren in
Tel-Awiw veranstalteten Empfangs über die
nächsten Aufgaben der Exekutive der Icwish
Agency. Als die beiden wichtigsten Aufgaben be¬
zeichnet,: Weizmann die Erhöhung des nationalen
Kapitals und die lleberführung von Juden aus
Deutschland nach Palästina, lieber die künftige
Entwicklung Erez Israels äußerte sich Weizmann
sehr zuversichtlich. Die Arbeit der gegenwärtigen
Exekutive konzentriere sich darauf, die wirtschaft¬
lichen Grundlagen des Iifchuw durch Ausbau von
Landwirtschaft'und Industrie zu festigen und eine
Einheitsfront im Iischuw und in der Bewegung
zu sichern. Die in Luzern geschaffene Koalition
habe den Frieden und die Harmonie in den
zionistischen Reihen wieder hcrgestcllt.
An der von dem - Hauptschriftleitcr des
„Haare z", Dr. Al. Glücksohn, geleiteten
Versammlung nahmen führende jüdische Persön¬
lichkeiten Palästinas in großer Zahl teil. An¬
sprachen hielten u. a. Bürgermeister Dizen-
g o f f. Dr. Felix R o s e n b I ü t h im Namen der
Hitachdut Olc Germania, S. Suchowißky im
Namen des Verbandes nationaler Landwirte,
sowie Vertreter der zionistischen Vereinigungen
in Jerusalem und Haifa und der zionistische^
Jugend.
Befestigung von Haifa
Die englischen Militärbehörden haben durch
Aufstellung von 39 Geschützen in und bei Haifa
den Hafen' zu einer befestigten Basis für etwaige
Angriffe umgestaltct. Sechs Geschütze wurden bei
den Eisenbahnwerkstätten ausgestellt, vier bei der
ftiilm? Scheinen, sechs in Bat Galim, vier bei den
städtischen Bädern, sechs auf dem Karmel, vier im
Vahai-Viertcl. acht zwischen Haifa und Akko und
zwölf im Hafen von Ras an-Naqura, nahe der
syrischen Grenze, Ferner wurden in Haifa fünf
Scheinwerfer-Anlagen errichtet.
Die Konsumgenossenschaften
50 Delegierte von 41 meist ländlichen Kon¬
sumgenossenschaften Mett September sind vier
Genossenschaften neu hinzugekommen) haben an
einer Konferenz in Tel-Awiw teilgenommen.
Der Umsatz der Konsumgenossenschaften, der i.2.
1935 eine halbe Million Pfund betrug, dürfte
1936 bis Jahresende die Summe von 750 000
Pfund erreichen. An den Beratungen der Konfe¬
renz, die den weiteren Ausbau des Konfum-
Die Bucht bei Haifa: Der Emek Sebulon
Zm Osten und im Rordvsten Hais a s, irr
der Haifa-Bucht, besitzt der Jüdische Ratio
nalfonds 35000 Drmam, zu denen ettva noch
weitere 5000 Dunam im Besitz der Pnlestme
Kcommiic Corporation zu rechnen sind, so daß
dlistriezone Verträge für den Bau von 53 fto
briken unterzeichnet Zn der zweiten Zone sindei
sich u. a. das K i r v a 1 Ebai m genannte, zrim
Andenken an Ebaiin Arlosoroff errichtete
Viertel für Arbeiterhäuser — SUU Häuser stehen
E i s e n b a b » st r e ek e. An der Nordgrenze der
Stadt selbst sind vor allem die Eisenbahn-
tverkstätien, der Flugplatz und die wichtigen
Anlagen der Iniq Petroleum Company sichtbar.
(Die Karte ist vom palästinensischen Buchhandel
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HAIFA BAY
NDUSTRIAL & RCSIDCNT1AL ZONE
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In der Originafkarte ist den Ziffern und Buchstaben des Planes eine —> hier nicht des Ahdiucks brdfftige-
hervorgeht, daß es sich dabei im wesentlichen um Hinweise auf verschiedene Industriehäusei
Erläuterung beigegeben, aus der
Fabrikgebäude Haifas handelt.
sich 4 0 000 Dunam in der Haifa Bgv im
Besitze der öffentlich-jüdischen Hand befinden.
Illach den Planen des Professors Aber-
e r o m b i e iverden auf diesen Böden für
hundert? b) s h n n d e r 1 f ü n t z i g t a u-
s e n d j ische M e n s ch e n Siedlungen
und Lebensmöglichkeiren geschaffen. Zm tut-*
mittelbaren Norden der Stadt entstellt eine
Z n d u st r i e z o n e. angrenzend eine W o h n-
viertelzone, und noch weiter nördlich, nach
Akko hin, eine l a n d w i r t s ch a f t l i ch e
Zone. Schon im Sommer waren in der Zn-
dort bereits —, das M o tz k i n »V i e r t e l/
dessen 100 Hänser vornelnnlich von Einwanj
derern aus dem polnisch jüdischen Mittelftai
bewobnt werden sollen,' und drittens, dc
Wohnviertel K i r y a t B i a l i k mit 150 Häuser
für Einwanderer ans Deutschland. j
* . ,
Wie die aitliegendc, vom Verlag Zvi r i cj
länder -- Haifa bergestelltc und hier zll einst
Teil reproduzierte Karle zeigt, liegt das gan
in diese drei Zonen gegliederte Gebiet an fr
Haup 1 chaussee Haifa - Akko und an fr
bzw. vmt der Finna Felir Nagler. Haifa,
(»l. 503, zum Preise von 4 Shilling zu be¬
ziehe».»
Nach den letzten Niitteilungen schrcstet die
Entwicklung vor altem der Zndustriezone stän¬
dig weiter fort. Der Boden ist bereits mit Be-
ttzässctungsanlagen versetzen; ebenso wtirdcn
die elekrischcn Leitnitgcu und die Zufahrts¬
straßen fertiggestcllt. Eine große Anzahl ,on
Anträgen jüdischer llnternelinten um Zuteilung
von Parzellen in der Zndustriezone liegt vor.
genossenschaftswesens, die Dlöglichkeiten van
Erleichterungen bei der Kreditbeschaffung und
beim Import u. ä. m. zum Gegenstand hatten,
wohnten auch Vertreter der Arbeiterbank und
der Produktionsgenossenschaften bei.
Ein unbekanntes Vermächtnis Herzls
Der Wiener Schriftsteller und Herzl-Forscher
Dr. Tulo 9t u s s e n d l a t t hat im Archiv der
Pariser Akademie der Wissenschaften bisher un¬
bekannt gebliebene politische Dokumente Theodor
Herzls gefunden. Diese ziemlich umfangreichen
Aufzeichnungen sind von Herzl selbst in der Aka-
detnie der Wissenschaften in Paris in einem ge¬
schlossenen Umschlag, kurz bevor er Paris ver¬
lassen hatte, hinterlegt worden. Nach den Satzun¬
gen der Akademie werden derart hinterlegte
Dokumente erst nach Ablauf einer langen Frist
nach dem Tode des Hinterlegers geöffnet. Der
Testamentsvollstrecker Theodor Herzls, Direktor
M. R e i ch e n f e l d, hat dem zionistischen A. E.
über diesen Fund berichtet. Das Herzl-Archin in
Wien, dem bekanntlich auch Adolf Böhm und
Prof. Dr. Viktor Kellner angehören, bemühte
sich, die Freigabe dieser Niederschriften Herzls
zu einem früheren Zeitpunkte zu erlangen.
Aus den bisherigen Forschungsergebnissen be¬
treffend diese Dokumente und in Ansehung des
Ortes und der Zeit, in der Herzl persönlich die
Erlaubnis zu ihrer Hinterlegung bei der Akade¬
mie der Wissenschaften angesucht hat, wird ge¬
schlossen, daß es sich um ein ganz be¬
deutungsvolles politisches Ver¬
mächtnis Theodor Herzls handelt. Man
(Berlin).
Meldungen sind zn richten an dis Reichs¬
vertretung der Juden in Deutschland — Schul¬
abteilung (Bln.-Charlottenburg 2, Kantstr.
Der Meldung ist in zweifacher Ausfertüzf
deutsch und hebräisch, ein Lebenslauf beizufi
der insbesondere über den Bildungsgang de-
Werbers ausführliche Angaben enthalten soll,
die Meldung hin weroen die Aufnahmebedir
gen mitgeteilt werden. Honorar: 20 ■/?,/(. ni
lich. in besonderen Fällen kann Antrac
Honorarerlaß gestellt werden."
Die Propaganda für die hebäist
Universität
Der frühere Vorsitzende der Zionistisch^Ver-
eimgung für Deutschland, Kurt B l u in e nr 1 b ,
hat wie die Verwaltung der Hebräisches Uni¬
versität bekannt gibt, die ihm angebotene »tung
der seit dem vorigen Jahre in Bildung tariff--
nen Information?- und Propaganda-Alsilung
der Universität übernommen. Als MitUwitcr
Kurt Blumenfelds wird Dr. Ernst S i 1 W n in
der neuen Abteilung tätig sein.
Für die europäischen L ä n d e Hst be¬
kanntlich Dr. Joachim Prinz tätig.
dringen will, tvird an dem Hellerschen Ge-
schichtsabriß nicht Vorbeigehen können. Mit den
ans dem.Umfang des Buches notwendig folgen¬
den Einschränkungen, die hier angedentet wer-
den, ist es als eine gelungene, ernsthaft infor¬
mierende Arbeit zu schätzen. H.N.
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Kurzgefaßte Geschichte
Zionismus
Auf knappen zweihundert Seiten
Gescher Verlag iBerlin» als „kiirzges,
stellung" eine „04 e s ch i ch t e des ;
m u s" aus der Feder von Tr. Zosej
vor. Es ist in der Tat ein kurzg
Abriß, und als solcher hat er alle Vw;
auch die Nachteile der Kürze. Das
zehn Abschnitte gegliedert; darüb
finden sich, innerhalb der einzeln
Stichworte, die dem Leser die !
leichtern. Kaum ein wichtiges Ttze,
nistischen Geschichte, kaum eines ,
gt der
e Dar-
'nis-
e l l e r
a ß t e r
ge, aber
ch ist in
hinaus
Kapitel
isicht er-
der zio-
r reichen
SteAnretgewlrbOkiindeii!
L mniZDORFF
Speomon — Breslau l
^»(trrung —. Smnmrlvrrkrlir
inneren und äußeren Probleme leb unbe¬
sprochen — aber freilich fehlt es. t-eländlicher-
weise, an tieferschürfenden Darsteingen der
Hintergründe: der jüdischen unsVillgeinein-
geistigeu Motive, die den Zioni -,ss herauf-
führten — und der Tendenzen: f Entwick-
lungsrichtungen des innerzionistiLm Partei-
lcbens und der politischen, wirtuyllichen und
kulturellen Perspektiven des Pillinawerkes.
Wer, wenn auch nicht in die g»e Tiefe, so
doch in mehr als das ABE des Zißismus ein-
Triest, die „Ausfallspforte" der Alijah
Uns wird geschrieben:
Von der wachsenden Bedeutung des Triest er
Hafens für die nach Palästina gerichtete jü¬
dische Auswanderungsbcwegung zeugt die Tat¬
sache, daß schon im Jahre 1931» 65 Prozent der
Emigration aus Zentral- und Osteuropa nach Pa¬
lästina über diesen Hafen ging, und daß ihn im
Jahre 1933 2\ 183 Auswanderer mit dem gleichen
Ziele, und in diesem Jahre bis zum Ende Oktober
bereits 24 000 Auswanderer passierten. Dabei
sind die auf Kapitalisten-Zertifikate nach Erez
Israel fahrenden sog. „Klussenpassagiere" nicht
einmal berücksichtigt.
Der italicnisch-abessinische Konflikt und die
Sanktionspolitik, die er im Gefolge hatte, beein¬
trächtigen den Triester Hafenverkehr, zumal, so¬
weit er die Palnstinaroute betrifft, keines¬
wegs; das wurde von keinem andern als
Prof. B r o d e tz k y , dem Chef der Politischen
Abteilung der Icwish Agency, kürzlich in der
Ocffentlichkeit erklärt. Der Schiffsverkehr Ita¬
lien-Palästina wickelt sich über Triest und
Genua normal ab; Beweis dafür ist auch die
Tatsache, daß .die maßgeblichen italienischen
Schiffahrtsgesellschaften, Italia Eonsulich und
Lloyd Tricstino, ihr bereits vor einiger Zeit fest¬
gelegtes Entwicklungsprogramm weiterhin ver¬
folgen. So sind z. B. im Nahmen dieses Pro¬
gramms die Dampfer „Saturnia" und „Vul-
kania", den Palästinareissnden durch ihre
Sonderfahrten bestens bekannt, grundlegend
modernisiert worden. Der Dampfer „Vulkania"
wurde am 21. d. M. bereits wieder nach New-
Port in Dienst gestellt, wird aber im nächsten
Jahr wieder Sonderfahrten nach Palästina
machen.
Im ganzen bietet, ebenso für die Palästina¬
route wie für Seereisen mit anderem Ziel, die
italienische Schiffahrt dem Reisenden
jeder Nation nach wie vor vollkommene
Sicherheit.
anreisensnnsfime in Palästina mr mserttte ater an mutm: Palesiine Economic Serjce, fliienDy Roafl 118. Tei-Auiu«p.o.B.8qq
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