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6 Juni 1924.
Jsturlitisches Familieublatt.
eite L~>. Nr 2 :)
gang geweiht, nicht hoffen, datz trotz der heftigen
Widerstünde Volksschulen in Grotzgem rinden
gegründet wurden. Gegensätze besonderer Art haben
dies erzielt. Orthodoxie und Zionismus als aktive Grüfte
- der Antisemitismus, von dem Schule und Lehrkräfte
in steigendem Matze infiziert wurden, als der negative
(Gegenpol. So wurden in Berlin. Breslau. Leipzig.
Würzburg. Nürnberg, München neue öffentliche jüdische
Volksschulen errichtet — eine Erscheinung, die jeder
jüdische Lehrer, besonders wenn er wie ich ein Ideal,
für das ich seit 30 Jahren in Wort und Schrift kämpfe,
der Erfüllung entgegenreifen sieht.
Wenn ich etwas an diesen Neugründungen bedauere,
so ist es die Tatsache, datz nicht die Gemeinden (die
Würzburger Volksschule bildet eine Ausnahme), son¬
dern Teilgemeinden und Privatveremigungen die Träger
der Schulen sind — ein Umstand, der die Einheit und
Einigkeit innerhalb der Gemeinden auf eine harte
Probe stellt. Aber auch rechtlich und materiell wäre die
Hauptgemeinde ein tragfähigeres Fundament der neuen
Volksschulen.
Zwei weitere Schwierigkeiten werden diese Volks¬
schulen zu überwinden haben, den Schülermangel,
bedingt durch die abnehmende Geburtenzahl und durch
die Ausweisung so vieler jüdischer Familien, die ihr«
Kinder den Schulen anvertraut hätten und den
Lehrermangel. In Bayern stehen ja für die
nächsten Jahre noch auf Wartegeld gesetzte Lehret
zur Verfügung — aber für Später droht auch ihnen,
wie allen Gemeinden die Gefahr, datz unserem Stande
der junge Nachwuchs fehlt.
Zum Beweis! Mein Freund. Semmarleiter Stoll,
Würzburg. schreibt: „Der zurzeit in Deutschland herr¬
schende Lehrermangel mutz sich in den nächsten Jahren
versä>ärfen: denn die Seminare in Kassel und Hannover
sind aufgelöst, Köln vegetiert mit einem Schüler,
das Berliner Seininar soll 2 oder 3 Schüler haben,
das Würzburger Seminar zählt im kommenden Schuljahr
(1924/25) in der 1. Klasse 3. in der 2 .Klasse 0, in
der 3. Klasse 3 Schüler. Die Bayerischen Präparanden-
schulen weisen in der 1 .Klasse 2. in der mittleren Klasse
0, in der 3. Klasse einen Schüler auf. Zum Ver-l
gleich sei beigefügt, datz die Besuchsziffern der Bayeri¬
schen Präparandenschulen vor einem Jahrzehnt in drei
Klassen 40—50, die des Seminars 30—35 betragen
haben. Daraus folgt, datz das bayerische und deutsche
Judentum ihre Zukunft nur sichern können, wenn sie
die soziale und wirtschaftliche Lage ihres Beamtenstandes
so bessern, datz die Ergreifung des jüdischen Lehrer^
berufs wieder erstrebenswert erscheint."
Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden
hat wohl seit 1. Januar 1924 die volle Einreihung
der Beamten durchgeführt und zwar, sofern sie semina¬
ristische Vorbildung aufweisen, in die Gruppen VH und
VIII. Er trägt für die Kleingemeinden 50 Prozent
dieser Besoldung. — aber auch diese Sicherung der Stel¬
lung und des Gehaltes, welche die Beamten dankend
anerkennen, bildet keinen Anreiz zur Wahl des Berufes
eines jüdischen Lehrers und Kantors. Es ist ein ehrendes
Zeugnis für die Berufsfreudigkeil und den idealen
Sinn der jungen Seminarabsolventen, datz sie auf besser
besoldete Stellungen als Religionslehrer-Kantoren ver¬
zichten. wenn sie eine Volksschullehrerstelle erhalten
können.
Betrifft Abonnementspreis für die
Mitglieder des Lehrerverbandes!
Der für die Verbandsmitglieder ermäßigte Be¬
zugspreis un/. Blattes wird im 3.Quartal 1924
1 .— Gm., betragen. Wir bitten, uns die/. Betrag
bis fpäiefiens zum 11. Juni
unter genauer Angabe von Namen und Adreße
des Abfenders auf unfer Poftfdieck - Konto,
Hamburg 8295, gefl. überweifen zu wollen.
Später einlaufende Beftellungen können aus
poftalifchcn Gründen unter keinen llmftändcn
mehr berückßditigi werdent die mitfolgenden
Betrage müßten alsdann den Einfendern von uns
zurückgefandt und diefe zwecks Abonnements-
Beftellung zum vollen Bezugspreis an ihr Poflamt
verwiefen werden. Die Gcfdiäftsftelle.
So wird der Untergang der jüdischen Volksschulen,
deren Lehrerstellen von jeher das Strebeziel für die
Jugend des jüdischen Lehrerstandes bildeten, den Nach¬
wuchs von den sterbenden Lehrerbildungsanstalten fern¬
halten. Da auch die Hörsäle der Rabbinerseminare sich
lichten, so taucht die bange Frage auf: Woher nehmen
die Gemeinden ihre künftigen geistigen Führer? In
einer Zeit, da Feinde von autzen uns an Leib und Leben
bedrohen, uns aus schwer errungenen Positionen ver¬
drängen möchten, mit Mitteln, wie sie nur das Mittel-;
alter angewendet, dürfen wir uns nicht blotz auf den
Abwehrkampf beschränken, wir müssen uns innerlich festi¬
gen. Mag der Sturm die Krone zerzausen, wenn der
Stamm nur standhält. In den schlimmsten Zeiten des
Mittelalters hatten die Juden ihre geistigen Führer.
Wir müssen dafür Sorge tragen, datz es den kommenden
Generationen nicht an Führern fehlt. Nicht blotz die
Abwehr fordert Opfer an Geld und Gut, auch der innere
Aufbau. Mögen die Führer der Gemeinden und Organi¬
sationen dieses Opfer bringen, ehe es zu spät ist.
Bestimmungen zum Reichrgesetz über die
religiöse Uin-ererziehung.
. Der preutzische Minister für Volksbildung hat Be¬
stimmungen zum Reichsgesetz über die religiöse Kinder-
erziehung erlassen, denen wir einige an dieser Stelle
interessierende Sätze entnehmen:
... Bei allen Anlässen, die der Schulverwaltung
eine Feststellung nahe legen, wie ein Schüler religiös
erzogen werden soll, z. B. bei der Einschulung von
Kindern aus Mischehen in konfessionelle Schulen, kommt
es darauf an. datz die freie Einigung der Eltern zwei¬
fellos feststeht... Jeder Nachweis der Einigkeit ge¬
nügt ... Als Nachweis kann auch die schriftliche oder
mündliche Erklärung eines Elternteils genügen. wen»
sich nach den Gesamlumständen die Einigung zweifelsfrei
ergibt... Die Nichtteilnahme am Religionsunterricht
erfordert mit Rücksicht auf $ 2 Absatz 2 des Reichs
gesetzes grundsätzlich eine Erklärung beider Eltern...
Eine eigene Erklärung 12- und 13jähriger Kinder über
Nichtteilnahme am Religionsunterricht ist daneben nicht
erforderlich... Der Erlah vom 15. Oktober 1919, der
noch das Wort „Befreiung" vom Religionsunterricht
anwendet, kennzeichnet sich inhaltlich klar als eine Ord¬
nungsvorschrift. die das materielle Recht der religiösen
Erziehung nicht berührt, nur einem etwaigen Mitzbrauch
gegenüber aus schultechnischen Gründen zu vermeiden
sucht, datz Schüler mitten im Schulhalbjahr aus dem
Religionsunterricht austreten. Materiell können nur
die zur Bestimmung der religiösen Erziehung Berech¬
tigten erklären und damit bestimmen, datz ein Schüler
nicht am Religionsunterricht teilnehmen soll. Die Be¬
weggründe hat die Verwaltung nicht zu prüfen, viel¬
mehr nur festzustellen, ob der Berechtigte seinen Wil¬
len zweifelsfrei erklärt hat. S. A.
verein irr. Lehrer der Rheinprovinz und
Westfalens. L. v.
Nachtrag zur Tagesordnung für den 11. Juni
d. I.: 6. Hauptversammlung der Pensionskasse, d)
Satzungsänderung. (Die §§ 7, 11, 12, 13, 15, 16 17
werden zu einer Notbestimmung für die Uebergangszeit
zusammengefatzt.)
E ^s e n,21. 5. 24. Der Vorsitzende. A b r a h a m.
verein israelitischer Lehrer in der Provinz
Pommern.
Einladung.
Unsere Hauptversammlung findet am Dienstag,
den 10. Juni in Belgard (Hotel Schwarzer Adler)
statt. Beginn, nachmittags 2(f- Uhr. Tagesord¬
nung: 1. Berichterstattung über die Vereinsarbeit seit
der letzten Zusammenkunft: 2. Bericht über die Kasse
und den Unterstützungsfonds; 3. Referat des Kollegen
L. Wolff (Unsere provinziellen Kulturbeamten- und
Lehrerstellen: Stellung des Synagogenverbandes zu
unserm Stande). 4. Besprechung: Bestrebungen für
bessere Besoldungsverhältnisse unserer Mitglieder: 5.
Verbandsthema: Kollege Loewenthal (Prinzip der Ar¬
beitsschule im Religionsunterricht): 6. Neuwahl des
Schrift- und Kassenführers; Wahl der Vertreter zum
Verbandstage: 7. Aussprache (Neuwerbung von Mit¬
gliedern etc.). Anwesenheit aller Vereinsmitglieder
dringend erwünscht. Reiseentschädiaung nicht möglich.
Die in Pommern amtierenden Kollegen, die noch nicht
Mitglieder unseres Vereins sind, werden herzlichst ein¬
geladen.
Repzin, im Mai 1924.
Der Vorstand,
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