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Die GestzhrHte
Zweier ^crblxrthnclchrnittcLge
4) . Erzählung v.oy TlistG'^rank - ' - ' -
^TNort, Ijatt?-.bä*'junge .Mädchen d,m' F^unde inzwischen
unumwunden das Gestmttntts' gemacht,, wi» sehr' sie
öen'andcren liebe. Und der junge, hochherzige Many oer'
möchte. sich ihr zuzuwenden mit der reinsten Tettnahm,
völlig unpersönlich. Seine. Stärke^ die ihin in den Stun
den schwersten inneren Erlebens seist geistige Gleichgewicht
oll.kl'st und die Harmonie mrd Würde seines Wesens zu
erhubenem Äusdrück brachte, wär der lautlose Triumph
der. Disziplin und umrmüd 'chen Arbeit. die er an .sich
vollzogen hatte. So kdnnE'er aüch auf Rechas Bekenntnis
die ruhige» überlegte Antwort finden: ' . .
„Zch fyh es wohl, was in Ihrem Herzen keimte und
sproßte, aber ich glaubte' mich nicht berechtigt, davon
.mit Ihnen. zu sprechen, bis Sie selbst es -verlangten^
Und'jetzt? Ich stehe zu Ihnen in den Sorgen und Er--,
regungen, die das Ereignitz mit sich.bringen muh, hiM. . ,
in diesem Hürsse. Noch sehe ich. zwar »kcht, wie es mög¬
lich-sein wird, Ihren Vater und Frau Marjam davon
zu überzeugen,, daß. dem Gebote der Liebe andere. Beden¬
ken und Vorurteile welchen müssen-. Aber es muß geschehen!"
Sein bleiches. Antlitz schien in diesem Augenblicke we
verklärt, und er fah schön aus» als- er seinem ergette'n Leid
dixse Tröstungen für die andere' entrang. . •
Rccha. blickte ihn mit dankerfüllten Blicken ast und
Jakob Berger war ganz, fassungslos.. Aehnliches hatte
er h^ute schon gehört. Hatten denn ^ie vortrefflichsten
Menschen, die er kannte, die« gebildeten und /einsten.
die .er mit innerstem Stolze seinem Hause - zugehörig-
.. wußte, sich-gegen ihn verschwöre»? Marjam und - Stern!
- Sie verteidigten'. beide ‘ mit .gleicher Wärme hiefe neuen
Idee», - seinem' Hause mit »Unheil drohten. Diese''
beiden, deinen, er das grüßte Vertrauen schenkte, denen er
ohne Besinnen sein Hob und Gut, sein Haus, sein Jftinb
. überantwortet hätte? .Er fand keine Worte, um seinem
. Erstaunen Ausdruck, -zu .geben. Frau Marjam gegenüber
. war es noch-gegangen, aber diese,'kleine schwache Mann
stand vor ihm.wie. ein Prophet, gewaltig'- durch den
Geist seiner Verkündigungen. Ta er ihm ^nichts zu e%
widern wußte, fuhr SaMuel fort: . >
'" „Wer dürfte das tun? Wo steht geschieben, daß
unsere Jugend die Liehe nicht kennen dürfe?" .
Jetzt . endlich' hatte Berger' einen. Anhaltepunkt ge¬
funden. • ‘ . - ' *. . . -
„Die Lieb' . ." sagte er noch immer etwas un¬
sicher,-,.die Lieb' ... wer sagt das?Wa«m soll sie
.. nicht ihren* Mann'rmö ihre Kmder lieben? Warum? Hat'
Ihr - Vater Ihre Mutter nicht, geliebt und S'-i e nicht
. geliebt?" ,- .. • ' • ‘
; Wie ein Anhauch von Schmerz zog- es über Sa^
mueis.Gesicht. . .
* . „Ader was Crtra's. muß es/eist? .'Ist 'neu fremde,»..
Menschen.müh man fjch nrerlreben, anders geht'«^ nicht , . .
in einen — Hoj!" .Er seufzte tief mif. 2Gt aber, war er.
'in. seinem Fahrwasser . ' ' - - ' . ' ^ Lj:
kommen, sah «er d«-n - geliebten- MStzcheM seM unv^ upe
beschwichrigestd*m die" Mg-rr, bevor» .er sich^anschickle, ihren
, Pater aufzusuchem *. Als er di^ Terrasse verlassen. hatte«,
fast? Recha .taut aMchlychzend ihrer treuen Beschützerin ' ist-
. die Anpet ' ''
.7 Um wem^ten so gut wiL der/Ingenieur .. ... mit taufend.
»».
' Jakob Berget hatte seinen. - Prokursstenschon mit.
Ungeduld erwarret, und als. er, einirat,' begrüßte, er ihn
' mit den. Worten: .
Ich Mache 3 U>nV a-ifU- Geschäfte ufu Schabbüs, aber
was ich mit Ihnen zu spreche,r Hab', ist wichtig und
muß erledigt sein'. bevor ich Habdäsa mache. Ich will
Ruhe haben in meinem Hause,-unh die neuen Moden und
unjödischen -Gebräuche vost Verliebten. unMustglücklich5r
Lisb^ söttet Nichtunter meinem' Dacheseist-< . .T ... .
- „Sie irren, -H?tt Börger.'wenn" Sie'die-. Liehe und
die- Unglückliche' Liebe -für einen unsüdischen ' Gebrauch
hätten . ich wüßte nicht, Warum Liebesfreud- und' -leid
mW auch, die Herzest der israelitischen Jugend himmelasts-.
jaulMend machen sollte, und zu Tode betrübte -
- Mit' wett .sufgerrssenen Augen' starrte Berger ihn '
an. Darauf war. er nicht vorberettetgewesen. Samuel Stern
aber hatte mit einem Schlage Weg .'und Richtung er¬
kannt. üm zum Ziele zu gelangen, . .... ' '
. .Wer: dürfte ihr dieses. Recht der höchsten . Seligkeit
und des tiefsten Wehs verbieten, verkümmern? So fange
haben' die Juden gekämpft chm ihre Rechte, und ihr höchstes
Menschenrecht sollte man. ihnen nicht gönnen.?. Das Glück
dev Liebe adelt den Menschech das. Unglück läutert' ihn.
und diese besten Erziehungsmittel der menschlichen Natur *
sollte 'man -ihnen vorenthalten? Werl sie Juden und
Jüdinnen sinds sollen sie der köstlichsten Pegüngen nicht
teilhaftig werden^ die. im Herzen junger. Menschen empor-
blüyen? Soll die jüdische Jugend sticht jung sein dürfen? -
Svll. sie belastet Mit einer Jahrtausende 'alten .Vergangen¬
heit durch das Leben ziehen, freudlos, mühselig,- im*'
lustig? Ohne, das herrliche Gefühl des eigenen,, jungen,
-frohen Lebens des Begehrens• und /Wünschens und .
dauer-feines Volkes? Und soll es die ErrungenläMften
dieser geduldig ertragenen Leidenszeit' als -Fluch. empfin¬
den statt als Segen? Wofür unsere VLfer' gekämpft. haben
und. gelitten, und was man uns endlich gewährt'hat, die
Frerhett. die soll uns jetzt mnerhakb unserer eigmen -Glau-
oensgestossenfchast beschränkt werden?" - - ' . .
Freuden hstti' ich. Ja gesagt., T “ ’ .
. hätte,, das herrliche. - Geschöpf, sein- Zu. nennest. Wie..eine .'
' Versuchung, .umschlich- es. -ihn. mit' gehejimnisvolken - Lok«-
. fangest, und. Verheißungen .. . . .wenn- der', anhere."nicht
im Wege stand ... . . . Uyd iroch emmni -unter
den gualv-zlstfest. -Zucküygen. seines Herzens- überwand «rstevL
unlautere Regung und wuchs e.mpör zu sieghafter Selbst»
beherrschung. . , -. ; -
'• *„^ch däitte' Ihnen»'Herr Bergör. für' dieses Wort, -
.Und strmmer werde ich. es vergessxn.'-.Sie-können zähl«» ,
aus -mtc&Htf . Stunde meines Lebens. . Das - Glück'
Ihres .Hauses ,st mir teurer '.als -Mein eigenes .—'.und '
stveii.es so ist,' Müssen«Sie mir-' erlaubest, mit Ihnen zu
sprechest- wie jemand,. dSr- em Anrecht hat,-, einzuwirken
- auf . Ihre EnfsWießungen^- ' . . "" "
Er gönnte sich eine Mine Pause, der.Samt^lunch be-.
vor. er. seinem flüchtigen» Glückstraüm ünpstderruflich das
Tydesürtett sprach. . . ' . f.
.Sie. sagten es selbst,, lieber Herr Berger, 'datz auc
wartete.. Aber wenn' Sie dieses Wort aestau' überlegen,
so werden Sie darin auch die Antwort finden» warum das .
Herz.Ihrer Töchter sich Martin: Krummbacher zUgewendet
hat. In geistiger. Freundschaft steht sie mir nahe. - das
kann ich mit Stolz fagep. aber das jung«, warme.' ge-'
es. verantworten» ein solches-a'n mj'ch zu fesselst?- Menschen
wie ich bleiben unvermählt, wenn sie Ehre Und .Gewissen
habest.. Deshalb-braucht, mein Lebest mcht .trostlos"'zu
fein.. Es -gibt so. vielerlei., was es febenswert- macht. -
Die Wissenschaft, die Pflichf, die Menschenliebe^ Es blühen
Blumen 'für - jeden, wenn-er sie nur zu finden.wE und
ich werde mir mein. Eträußlein schon pflücken. Eine' Blüte -
aber von .so seltener-Art, , wie. Ihr »Kistd, die nst bestimmt,'
einest hohen Baum zu schmücken» einen kraftvollen, star¬
ken, . gesunden Stamm Wundert es. wertst Ihre .
Töchter sich dem prächtigen Mattin zuneigt? Sie'kennest ^
ihn noch. nicht. Er.ist nicht nur in semem Berufe em