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Beilage ga-Dtammee 34
Der Sohn des iSötofes 2ötautact
5) Eia QBicaer 5Xoaiaa voa Leopold HiGler
Copyright 193,7 by R. L&wit Verlag, Wien
ttb der alte Primas faßte die rechte Hand Gustavs und
drückte sie fest, ohne ein Wort zu sagen. Gustav griff
in feine Rocktasche, nahm einen Silbergulden, reichte
ihn dem Geiger und bat: „Noch 'einmal! Kerem!« Noch
einmal!" Aber der alte Zigeuner, der sein Leben hindurch
"gebettelt, geduckt, für Almosen aufgespielt hatte, schüttelte,
stolz seinen grauen Kopf und sprach: „Ooo ! Nem!“
und wies den Silbergulden zurück. Aber verstanden hatte
er, was der junge Mensch von ihm wolle, und begann
das Lied zum dritten Male. Gustav setzte sich zu einem kleinen
Tischchen, stützte mit der linken
Hand seinen Kopf und lauschte
dem Spiel des Alten. Es war still
im Kaffeehautz geworden. Es
schwiegen alle Gäste und blickten
auf das ungleiche Paar. Der Alte
spielte mit einer Freude, einer In¬
nigkeit und — einer Würde, als
gönne er dem Burschen etwas aus
dem reichen künstlerischen Ertrag
seines Lebens und wolle ihm etwas
Wunderschönes für sein junges Le¬
ben mitgeben. --Gustav sah still
und dachte ans Elternhaus, und
ihm war, als streue der Alte in
Tönen den Segen aus, den ihm
sein Vater verweigert hatte.
Die Beratung im Klubzimmer
war beendet, und Koloszvary nä¬
herte sich Gustav und .rief ihn
m die Wirklichkeit zurück:
„Mautner! Wir gehen! Bleibst
du da?" '
„Nein. Wohin geht Ihr denn?"
..Die anderen gehen nach Haus.
Aber ich möcht' noch zu Mädeln
gehen, Willst du mitgehen?"
Gustav überlegte, und plötzlich
^ Bedrückt ging er durch einsame * Gassen, denn im .
Leid will der Mensch allein sein. In diesem -planlosen
Gehen geriet er in eme Seitengasse. Glassplitter lagen
auf dem Gehsteige. Gustav merkte- es ' nicht. Erst als
er darauf trat, und die Splitter unter seinen Füßen
krachten,'.knirschten, blickte er verwundert auf. Er blieb,
stehen und sah ein grobes Geschäftshaus, eine Glashand¬
lung. Das Tor des Hauses - war geöffnet, und mehrere
Männer trugen große Körbe, mit Glaswären gefüllt, .
zu einem Wagen,'der vor dem» Tore hielt.
„Ob ich da nicht.mithelfen könnte?" dachte Gustav,
Er las das -Firmenschild und dachte: „Die wissen noch
nicht, daß ich Sozialist bin! Soll ich's wagen?"
Er bangte und faßte doch Mut, ging in das Haus
hinein und — hatte Glück. Er wurde mit einem Gulden
Taglohn aufgenommen, und be¬
reits am nächsten Vormittag trug
der ehemalige „Junge Herr" mit
anderen Handlangern' die Körbe
zum.Wagen. . ‘
-Die Politik hat mehrere Män¬
gel, jedoch ihr größter scheint mir,
daß sie vielen der Ausübenden ein
ungeheures Mundwerk erzeugt.
Gustav hätte schweigen sollen
und mußte reden. Gustav mußte
sein politisches Glaubensbekenntnis
den anderen Handlangern in der
Glashandlung so weit sie
deutsch verstanden milteilen,
und darum — stand er nach vier¬
zehn Tagen wieder vor der Glas¬
handlung auf der Straße, aber —
entlassen. ° .
Wieder versuchte er sein. Glück
bpi den Selchern r und sie sprachen .
wie vor vierzehn Tagen: „Leider
— brauchen wir niemand." Mur
einer, der Selcher Weil, sagte:
„Kommen Sie in acht Tagen.
Vielleicht Hab' ich dann Arbeit
für Sie?' «-
Lin schwaches Flämmchen. aber '
rief er mit einer Entschlossenheit, daß Koloszvary er- das einzige, woran Gustav seine Hoffnung erwärmen
schrak: „O ja! Aber wohin?" konnte. *
„Laß dich nur von mir führen."- Zunächst richtete er sein Leben für diese acht Tage
Es war ein Uhr nachts, als Gustav nach Hause ein. Zwei Gulden achtzig Kreuzer waren sein Vermögen,
kam, und die Nächste Nacht wurde es zwei Uhr, und es .Damit mußte Haus gehalten werden. Das teure Kaffee-
Saul und David •
Mein Seist ist trüb' — o, nimm geschwind
Die ßarfe, die mich stärkt, empor; *
Von deinem Singer gleitet lind ,
Ihr schmelzend Murmeln an mein Ohr;
Wenn ßoffnung nicht dies ßerz verlor, .
.Wird dieser fclang hervor sie locken,
Die Cräne, meines Auges Slor,
Wird fliehen, statt im ßirn zu stocken. .
Sang’ nicht mit JubeUiebern an,
Gib eins, das wild und traurig klingt:
Mach', ßartner, datz ich weinen kann,
Da sonst mein armes ßerz zerspringt,
Das immer sich zum Schweigen zwingt/
Das sich vom Kummer nährt so lange; —
Dun, da der Sluch das Schlimmste bringt,
Jetzt bricht es - oder schmilzt im Klange!
> Lord Dvron.
wäre recht schön und unterhaltlich gewesen, aber in diesem
amüsanten Babel schmolz ihm das Geld, und nach zehn
Tagen waren alle seine Ersparnisse aufgezehrt. Jetzt
erst ging er auf die Suche nach Arbeit. Es war zu
spät. Die Kunde von dem „roten" Wiener hatte sich
indes in der Budapester Selcherinnung verbreitet, und
wo Gustav anklopfte, sprach man bedauernd: „Wir brau¬
chen niemand."
Ein abweisender Bescheid schnlerzt immer, und noch
mehr, wenn der Mensch die Erfüllung der Bitte braucht,
haben muß; denn Gustav besaß nur noch einige Kreuzer
und wußte nicht, wovon er morgen leben sollte. .
Haus mußte erfassen: aber er wollte es nicht missen»:-.
teils wegen der soualistischen Freunde, teils wegen der
Wiener Zeitungen, dem täglichen Gruß aus der Heimat.
Er rechnete und rechnete und kam zu dem Schlüsse, daß er
entweder das Kaffeehaus oder das Mittagmahl opfern
müsse. Er entschloß sich zu Letzterem. So kam er nun
täglich gegen Mittag mit nüchternem Magen ins Kaffee¬
haus. trank einen heißen, weißen Kaffee — Frühstück
und Mittagsmahl zugleich — oann las er die Wiener
Zeitungen, und dann, kamen die Genossen imd man sprach
über Politik; und wenn am Nachmittag der Hunger in
ilnn zu nagen begann, schlich er still — wie ein Dieb —
910(11 neu OinjutretenDen Btjifljfrn bisher erschikitene Inhalt des Romans
„Der Sohn des Moses Mautner" durch die.Geschäftsstelle
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