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Vierter Jahresbericht
der
Iugendgruppe
(begründet von der Frauenvereinigung der Frankfurt-toge)
in Frankfurt a. M.
für den Zeitraum vom 1. Mär) 1911 dis 28. April 1913.
--*M-—
Wenn wir nach zwei Jahren wieder Rückschau halten auf unsere
Tätigkeit, um sie in einem Berichte zusammenzusassen, so kommt es
uns beinahe vor, als seien wir stehen geblieben, denn nichts Großes
oder Neues läßt sich aus der Arbeit der Iugendgruppe erzählen. Wir
bemühen uns weiter, unsere jungen Mitarbeiterinnen für die Aufgaben
der Familie und des öffentlichen Lebens vorzubereiten, und wir versuchen
dies durch theoretischen Unterricht und mehr noch durch Heranziehung
zu praktischer Arbeit. Unser besonderer Wunsch ist es, brachliegende
Uräfte junger Ulenschen für soziale Aufgaben zu gewinnen. Von unseren
250 jungen Ulitgliedern haben etwa 60 soziale Arbeit übernommen,
und zwar helfen die Ulädchen in Volkskindergärten, Urippen, Uinder-
lesehallen, Uinderhorten, Luppenanstalten, Ulilchküchen und bei Uinder-
ausstügen. Ulehrere geben Ulusik-, Sprach- und Nachhilfeunterricht und
einige schreiben Blindenschrift. Wir suchen möglichst in Verbindung mit
den Anstalten zu bleiben, denen wir Helferinnen vermitteln, und zu über¬
wachen, daß die übernommene Arbeit gut und sorgsam ausgeführt
werde. Denn leider ist es noch immer nicht erreicht, daß Pünktlichkeit
und Gewissenhaftigkeit allen unseren Helferinnen selbstverständlich sind.
In unserem Nähkurs, der mit etwa zweimonatlichen Sommer¬
pausen regelmäßig Donnerstag nachmittags im Lokale des Ulädchen-
klubs stattfand, wurden 460 Uleider und Wäschestücke für Bedürftige
angefertigt, die im Uleiderdepot zur Verteilung gelangten. Die musi¬
kalisch-deklamatorischen Unterhaltungen in Wohlfahrtsanstalten befrie¬
digten Hörer und Ausführende. Es fanden während der zwei Jahre
dreißig derartige Veranstaltungen in Uranken- und Liechenhäusern,
Irren- und Blindenanstalt, und in Iugendpflegevereinen statt. In das
Gumpertz'sche Liechenhaus kamen auf Wunsch des Arztes öfters junge
Ulädchen, um den unheilbar Uranken durch Vorlesen, Lingen oder
Ulavierspielen eine Abwechslung zu bieten.
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FRANKFURT AM MAIS
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