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Unsere jährlichen Generalversammlungen suchten wir neben den
Wahres- und Nassenberichten etwas anregend und unterhaltend auszu¬
gestalten. So folgte 1911 den üblichen Berichten ein Vortrag voir
Herrn Or. Salzberger über „Wert der Arbeit" und einige musi¬
kalische und deklamatorische Darbietungen, die sich auf Arbeit bezogen.
1912 brachte nach dem geschäftlichen Teil den Bericht über die Iugend-
gruppentagung zu Gotha und eine Aufführung des Notzebue'schen Lust¬
spiels „Die respektable Gesellschaft".
Auch einige Festlichkeiten wurden unseren Mitgliedern geboten.
Im April 1911 fand unter Erhebung eines Eintrittsgeldes zuin Besten
des Nähkurses eine von Frau Recha N)eil gedichtete Parodie über
unsere Arbeit statt. Diese Aufführung wurde im Mai im Mädchen¬
klub wiederholt. Ein zweiter gemeinsamer Vergnügungsabend mit
dem Mädchenklub fand im März 1913 in Form eines heiteren
Schillerfestes statt.
Der Verein für jüdische Geschichte und Literatur gewährt unseren
Mitgliedern freien Zutritt zu allen seinen Vorträgen. Die Hebräische
Unterrichtsanstalt lud zu ihren Nursen ein, der pfadfinderverein zu einem,
und die Frauenvereinigung der Frankfurt-Loge zu einigen Vorträgen.
Preisermäßigung hatten unsere Mitglieder bei den Nursen für
häusliche Nrankenpflege des Vereins der jüdischen Nrankenpflegerinnen,
den pädagogischen Nursen von Fräulein Dresdner, dem Unterrichts¬
kurse über Bürgerkunde von Frau Vr. Elisabeth Altmann, und
dem Nursus „Was nmß die Frau vom Recht wissen?" von Fräulein
Vr. jur. Anna Schultz.
Die „Blätter für soziale Arbeit" erhallen unsere Mitglieder zum
Vorzugsabonnementspreise von 1 Mark für das Jahr.
Allen Vereinen und Einzelpersonen, die unsere Bestrebungen för¬
derten, insbesondere den Männern und Frauen, die unsere Mitglieder
belehrten, sei unser herzlichster Dank ausgesprochen.
hatten wir auch nichts Großes und Neues aus der Tätigkeit der
Iugendgruppe zu berichten, so konnten wir doch über eine Reihe er¬
ledigter Nieinarbeiten Rechenschaft ablegen, und zeigen, daß wir als
Hauptaufgabe betrachtet haben, unsere Mitglieder zu sozialer Arbeit
anzuregen und bei ihnen das Verständnis dafür zu erwecken, daß bei
nutzbringender Anwendung ihrer freien Zeit und deren Verwertung
zugunsten minder Begünstigter eine besondere Tat nicht vollbracht wird,
sondern die Erfüllung einer Pflicht des Einzelnen gegen die Gesellschaft.