Seite
S. Steinberg. Bekanntmachungen des Konsistoriums der Israeliten zu Kassel aus den Jahren 1808—1813
Unter dem 29. Mai 1809 erhält der Syndikus ein von Jacobson
persönlich unterzeichnetes Schreiben, das ihn auffordert, sich eines
Amtssiegels zu bedienen, „es auf Kosten der Hauptkasse in Messing
stechen zu lassen, und den Betrag demnächst in Ausgabe setzen zu
lassen" 5 ). Es sollte die Unterschrift „Königreich Westphalen" und
in der Mitte die Worte „Israelitischer Syndikus zu Wolfenbüttel"
enthalten.
Unter dem 7ten Juni 1809 ging folgende Verfügung ein:
„Der 3te Artikel der Syndikenpflichten schreibt vor, daß ein Synagogen-
Einzugsgeld an die Vorsteher derjenigen einzelnen Gemeinden, zu welcher ein
neuer Ankömmling gehört, dafür entrichtet werden solle, daß derselbe Teil an
den gottesdienstlichen, auch übrigen Gemeindeeinrichtungen nehmen, und seine
loten auf dem Gemeindegottesacker beerdigen lassen darf. Leichterachtlich
kann dieses Einzugsgeld, das bloß zum besten der einzelnen Gemeinden ent¬
richtet wird, nicht überall gleich sein; indem die eine Gemeinde weit vorzüg¬
lichere Gemeindeanlagen und Besitzungen hat als die andere. Wir ersuchen
demnach die Herren Syndiken hierdurch, daß Sie uns binnen 4 Wochen einen
Bericht, jeder von seinem, durch das gedruckte Verzeichnis bezeichneten Be¬
zirke, erstatten mögen, in welchem Sie uns anzeigen, wieviel das Einzugsgeld
in Ansehung jeder einzelnen Israelitischen Gemeinde Ihrer Bezirke, Ihrer
Meinung nach betragen könne.
Es versteht sich, daß zu Einsammlung der deshalb erforderlichen Nach¬
richten die Herren Vorsteher der einzelnen Gemeinden, sowie überall zu Er¬
füllung Ihrer Amtsgeschäfte, Ihnen hülfreiche Hand leisten müssen.
Empfangen Sie die Versicherung unserer Achtung!
Königlich Westphälisches Konsistorium der Israeliten
Berlin
Merker, Sekretär."
(Weitere „Bekanntmachungen" folgen)
6 ) Das betreffende Siegel ist noch vorhanden!
246