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wimmelnd von Menschen, wenn die heutige Bevölkerung mit dem westlichen
Kulturkreis mehr und mehr verbunden und an ihn angeschlossen, aus ihrer
Lethargie erwacht, dem Lande die Pflege zuteil werden lässt, die es verdient,
und ohne die es infolge seiner klimatischen Verhältnisse keine ausreichenden
Erträge liefern kann" usw. Und da doch die heutige Bevölkerung lange nicht
ausreicht, um das Land intensiv zu kultivieren, fügen wir hinzu, so müssen wir
ihm ein neues tatkräftiges Kulturelement, die Juden, zaführen.
W. Bambus: Die jüdischen Kolonien in Palästina, ihre Entstehung und Ent¬
wicklung. Wien 1904. Kommandit-Gesellschaft „Karmel". 8°. 32 Seiten.
Die uns vorliegende Broschüre von W.Bambus wurde aus Anlass der im
Monat März lauf. J. in Wien stattgehabten Palästina-Ausstellung verfasst und ver¬
folgt den Zweck, in knapper Form dem Besucher der Ausstellung eine Idee vom
Lande selbst, sowie von den dort existierenden jüdischen Ansiedelungen zu geben.
Verfasser gibt im ersten Teil in gedrungener Form die Geschichte des
Landes wieder, geht auf seine natürlichen Verhältnisse ein und liefert einen
Ueberblick über den Ursprung und die Geschichte der Kolonisationsbewegung
bis auf den heutigen Tag. Der zweite Teil enthält die kurze Beschreibung der
Kolonien, und zwar nach Gruppen: 1. Die Kolonien in Judäa, wobei auch die
nichtbesiedelten Bodenkomplexe Kafr-Saba und das bei Wadi-el-Chanin liegende
Grundstück Ard-Chajim als solche mitaufgeführt werden. 2. Die Kolonien bei
Haifa (hier wäre bei Zichron-Jacob noch der unlängst erworbene Besitz Marach,
der an die Kolonisten von Zichron-Jacob zur Verteilung gelangte, nachzutragen).
3. Die Kolonien bei Nazareth und Tiberias (statt Homa muss es hier Yemma
statt Laibie—Lübije heissen, ein Malachie ist wahrscheinlich statt Abädije genannt
worden, welches mit Melhamieh eine Kolonie bildet). 4. Die Kolonien bei Safed
(hier werden Machnajim, Pekin und Merom mit als Kolonien aufgeführt). 5. Die
Kolonien im tr ans jordanischen Palästina (ausser Bnei-Jehuda wird noch Sachem
angeführt, welches aber auch keine Kolonie ist). So gelangt Verfasser zu einer
Ziffer von 35 jüdischen Kolonien, was insofern nicht genau ist, als es einerseits höch¬
stens 25 eigentliche Ansiedelungen gibt, andererseits aber die Zahl der den
Juden gehörenden Bodenkomplexe grösser als 35 ist, da im Hauran ausser Sachem.
noch Dschillin, Naafa, Betima, Bustos, und diesseits des Jordans Marach bei
Zichron-Jacob und die neuen Erwerbungen bei Pethach-Thikwah mitgezählt
werden müssten. Im Uebrigen kann die Broschüre als eine kurze übersichtliche
Darstellung des gegenwärtigen Standes der jüdischen Kolonisation in Palästina
empfohlen werden. Soskin.
Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins (ZDPV), Band XXVII,
Heft 2 und 3 mit 1 Tafel, enthält: Dr. V. Schwöbel: Die Verkehrswege und
Ansiedelungen Palästinas, in ihrer Abhängigkeit von den natürlichen Bedingungen
(Fortsetzung und Schluss), Prof. Dr. C. F. Sej^bold: [Bemerkungen zu Mommerts
Anzeige von Kepplers Wanderfahrten im Orient. Dr. Eb. Nestle: Zum Namen
Jerusalems. Bücheranzeigen.
Palestine Exploration Fund. Quarterly Statement. April 1904, enthält
u. a.; E. R. Shaw: A Visit to the Cedars of Lebanon. R. A. Macalister and
E. W. Masterman: Occasional Papers of the Modern Inhabitants of Palestine. Ad.
Datzi: Meteorological Observations taken in Jerusalem. Dr. E. W. Gurney
Mastermann: Dead Sea Observations, Colonel CR. Conder: The early Notices
of Palestine.