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Nach dem Muster des Ausschusses der Berliner Zentral-
Leitung 1 ) soll auch der Ausschuss der Lokalkomitees möglichst
aus Vertretern sämtlicher jüdischer Parteien und Institutionen be¬
stehen, damit der allgemein-jüdische Charakter des Vereins ge¬
wahrt bleibe.
Ausser regelrechten Kassabüchern müssen die Lokalkomitees
auch spezielle Kontobücher führen, in denen ein jedes Mitglied
sein eigenes Konto haben soll, was in Anbetracht der ein¬
geräumten zwölfjährigen Zahlungsfrist von Wichtigkeit ist, da
das Kontobuch des Lokalkomitees zur steten Kontrolle über
die geleisteten Ratenzahlungen des betreffenden Mitgliedes zu
dienen hat.
6. In Ländern mit stärkerer jüdischer Bevölkerung, wie z. B.
Amerika, England, Russland und Oesterreich, wo der neue Ver¬
ein hoffentlich zahlreiche Anhänger finden wird, wird man im
Interesse einer einheitlichen Agitation wahrscheinlich auch
Landeskomitees
organisieren müssen.
Behufs Beschleunigung der Tätigkeit des Vereins soll jedes
Lokalkomitee (eventuell durch Vermittelung des Landeskomitees)
mindestens vierteljährlich Auszüge des Kassa- und Mitglieder¬
konto-Buches unter gleichzeitiger Angabe der genauen Adressen
der neu beigetretenen Mitglieder dem Bureau des Vereins zu¬
gehen lassen.
7. Zahlungen zugunsten des Vereins haben die Lokal¬
komitees an die
Jüdische Koloniaibank, London E.C., Brook House,
Walbrook, und deren Filialen,
oder an das
Bankhaus A. H. Heymann & Co., Berlin NW. 7, Unter
den Linden 59,
x ) In den Berliner Ausschuss sind u. a. hervorragende Persönlichkeiten, die in den
grossen jüdischen Organisationen die leitenden Ehrenämter bekleiden, gewählt vsgorden,
und zwar:
Herr Prof. Dr. Martin Philippson, geschäftsführender Vorsitzender des Deutsch-
Israelitischen Gemeindebundes; Herr Geheimrat Ludwig Max Goldberger, Vorsitzender
der Deutschen Konferenz-Gemeinschaft der Alliance Israelite Universelle; Herr Dr. Paul
Nathan, geschäftsfuhrender Vorsitzender des Hilfsvereins der Deutschen Juden; Herr Sieg-
mund Bergel, Mitglied der Grossloge der Bnei Brith; die Herren Berthold Israel
und Dr. Moritz Sobernheim, Mitglieder des Zentralkomitees des Kolonisationsvereins
,Esra u ; Rabbiner Dr. Eschelbacher und Dr. Hirsch Hildesheimer, Vertreter der
Orthodoxie; Herr Kunstmaler Hermann Struck, Mitglied der Misrachi-Gruppe, und die
Herren Fabrikbesitzer S. Hcpner, Dr. Franz Oppenheimer, Dr. S. Soskin und
Prof. Dr. O. Warburg, Vertreter der zionistischen Organisation.