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Monatsschrift -er im Kartell-Convent vereinigten Korporationen
»Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben zum Zweck den
Kampf gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung ihrer Mitglieder zu
selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß- die deutschen Juden einen durch Geschichte, Kultur- und RechtS-
gemeinschast mit dem deutschen Vaterland uplöSlich verbundenen Dolksteil bilden, jederzeit bereit und imstande
sind, für die politische und gesellschaftliche Gleichberechtigung der Juden einzutreten.
Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen innerhalb des Judentums, sofern sie der Tendenz von Absatz 1
nicht widerstreben, nehmen die Verbindungen im K. C. keine Stellung,
i Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen Judenfrage außerhalb Deutschlands ab."
i 12. Jahrgang
Mai-junl 1922
5. u. 6. ßeft
Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck geschützte»,
unter Quellenangabe gestattet.
Inhalt: Erich Fall (Gib.) zum Gedenken. S. 37. — Freiburg, Du geliebtes Städtchen! S. 38. — Speer, Sport, Spiel. S. 39.
Umschau. - S. 40. — Chamberlein der Jüngere. S. 45. — Zeitteudeuz und Assimilation in der deutschen Judenhett. S. 46. —
Bücherschau. S. 48 — VerbandSuachrichten. S. 50. — Spendenliste. S. 54. — Jnsera'e.
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Das II. K. ^.-Sportfest in Leipzig
findet am Sonntag, dem 30. Juli auf dem Sportplatz der Universität Leipzig
(Leipzig-Lindenau) statt.
Beginn des Sportfestes 8Vs Uhr.
Sämtliche Teilnehmer müssen um 7Vs Uhr auf dem Platz bereit stehen.
Es ist dringend erforderlich, daß die Meldungen zu dem Sportfest bis spätestens
15. Juli dem K. C.-Büro eingereicht sind.
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Die Zeitschrift erscheint jeden Monat.
Bezugspreis Halbjahr!. 7,6O M. Einzelnummer 1,5O M.
Bestellungen übernehmen der Verlag und
die Kaffenoerwaltung.
Jnseratenannahme durch den Verla g.
Bei größeren Aufträgen und Wiederholungen
wird eine Ermäßigung des Preises bewilligt.
erlkd Salk (6kid.) zum Sedenken.
Dein Leben war ein irischer Frühlingstag.
Der lochend in der ltebien Sonn« lag
Und früh zur Rüste ging. Soll tch'O beklagen,
Daß dir kein Winter wehiutun vermag?
Ihtlme.)
! Jäh und -unerwartet trat der Tod mitten unter uns.
Ein junges, blühendes Menschenleben ist ihm zum
Opfer gefallen. Am 19. März raffte eine tückische
Krankheit unseren lieben Bundesbruder Erich Falk nach
kurzem Krankenlager dahin. !
Im Dezember 1918, als französische Truppen in
Straßburg einrückten, verließ Erich Falk, erst siebenzehn¬
jährig, Eltern und Heimat, um in Deutschland deut¬
schem Geist und deutschem Wissen Men zu können.
Sein erster Aufenthalt — und es sollte auch sein
letzter sein— war Freiburg. Begeistert für den Ge¬
danken des K. C- meldete er sich als erster nach dem
Kriege hier aktiv. In den 7 Semestern, die er aus
Treue zu seiner geliebten Verbindung in der „Ghi-
bellinia" verbrachte, trotzdem fast alle seiner Conaktiven
Freiburg inzwischen -wieder verlassen hatten, wurde
er uns allen ein Bundesbruder in des Wortes tiefstem
Sinne. Für jeden fand er ein herzliches Wort, für
jeden sorgte er mit der gleichen väterlich-brüderlichen
Liebe und Umsicht. In seiner klugen und sympathischen
Art verstand er stets im richtigen Moment die auf-
einanderprallenden Gemüter zu beschwichtigen und zu
versöhnen; aber er wußte auch zur rechten Zeit ein¬
zuschreiten und wenn es sein mußte zn strafen. Für
ihn gab es kein Sich-leiten-lassen, wenn er auch oft
feiner Veranlagung gemäß um des Friedens willen
nachgab: im Augenblick der Tat war er doch der
sichere Führer. So machte sein abgeklärter Charakter
ihn so beliebt, daß er keinen Feind besaß.
Wie er für seine Freunde und Bundesbrüder
unermüdlich wirkte, so setzte er sich auch für
seine Verbindung ein, wie selten ein zweiter. Die
ganze Kraft widmete er ihr, mit der er so. eng vev-