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K. C.-Blätter
Zeitschrift des Kartell-Convents der Berbtndnngen deutscher Studenten
jüdische« Glaubens
„Die Verbindungen im K. C. stehen auf dem Boden deutschvaterländischer Gesinnung. Sie haben
zum Zweck den Kamps gegen den Antisemitismus in der deutschen Studentenschaft und die Erziehung
ihrer Mitglieder zu selbstbewußten Juden, die im Bewußtsein, daß die deutschen Juden einen durch
Geschichte, Kultur- und Rechtsgemeinschaft mit dem deutschen Vaterland unlöslich verbundenen
Volksteil bilden, jederzeit bereit und imstande sind, für die politische und gesellschaftliche Gleich¬
berechtigung der Juden einzutreten. — Der K. C. lehnt die Bestrebungen zur Lösung der deutschen
Iudenfrage außerhalb Deutschlands ab. — Zu politischen und religiösen Sonderbestrebungen
innerhalb des Judentums nehmen die Verbindungen im K. C. keme Stellung, soweit dies nicht durch
Absatz 1 und 2 bedingt ist."
20. Jahrgang
ArrffaHheft Rr. 1
Nachdruck unserer Aufsätze, mit Ausnahme der durch einen besonderen Vermerk gegen Nachdruck
M. geschützten, unter Quellenangabe gestattet.
3 UV Einleitung. <5.1. — Lochschule als Lehranstalt oder Forschungsstätte. S. 1. — Von
-- der Stellung des Lochschullehrers. S. 3. — Die Freiheit des Akademikers. S. 7. — Schich¬
tungen im deutschen Studententum. S. 10. — Zulassungssperre im akademischen Beruf. S. 16. —
Abiturient und Lochschule. S. 19.
Zur Einleitung.
Das nachstehende Aufsatzheft der „K. C-Blätter" befaßt sich mit
etlichen Fragen der Lochschulgestaltung und Äochschulreform. Es ist
in diesen Zeilen nicht das ganze Problem ausgeschöpft. Vor allem isi
eine so brennende Frage wie die Angelegenheit des numerus clausus
nur von ihrer verwaltungstechnischen, nicht von der politischen Seite her
betrachtet worden. Die politische Seite des numerus clausus isi in
diesem Deft außer Betracht geblieben, weil ihre Behandlung ein ganzes
Lest für sich ausfüllen kann und soll. Es wird Aufgabe eines unserer
nächsten Äefte sein, statistisches Material über die Auswirkungen des
numerus clausus in den einzelnen Ländern zu bringen, den Stand der
^Mmerus- clausus -Bewegung zu registrieren und die notwendige Stellung¬
nahme dazu zu äußern. Damit möge das Fehlen einer solchen Be¬
trachtung im heutigen Äeste erklärt sein. R. $>.
Hochschule als Lehranstalt oder Forschungsstätte?
Von Priv.-Doz. Dr.-Ing. M. Kronenberg, Berlin (Sprev.)
Der Bitte der K. C.-Schriftleitung, mich kurz über dieses Thema zu
äußern, will ich im Nachstehenden gern Nachkommen, muß jedoch von
vornherein erklären, daß die alternative Fragestellung nach Lehranstalt
oder Forschungsstätte am Kern der Sache vorbeigeht. Das Wesen der