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NUMMER
4
BLATTER. DES BUNDES DEUTSCH-JÜDISCH ER,. JUGEND- BEILAGE DER. CV.-ZEITUNG
H1 25JANUAR
1934
Richtlinien für die
Bildungsarbeit des Bundes
JJ 1 *! 80116 !. B1, J un ^ProWom auf allen
Stufen und In allen Formen ist dfe jüdische
Lebensfrage de« Augenblicks.“
Fron» Rosenaweig.
Bei dem Bemühen, das Anliegen —* ge¬
rechterweise — aller Bünde ah die neue Füh¬
rung dem künftigen Bildungsplan einzuordnen
und so die deutsch-jüdische Idee in fruchtbare
Arbeit umzusetzen, haben sich die für die Bil¬
dungsarbeit Verantwortlichen des „Bundes“ die
folgenden Richtlinien gesetzt:
Ausgehend von der Erkenntnis, dass Bil¬
dung Und Weltanschauung zwei zusammen¬
gehörige Begriffe sind und sich daher jede Er¬
ziehungsarbeit, will sie fruchtbar sein, an be¬
stimmten Ideen auszuricbten hat, betrachtet es
der „Bund“ als seine oberste Pflicht, seinen
Menschen eine einheitliche Haltung in allen für
Bestand und Wesen des deutschen Judentums
entscheidenden Fragen zu geben. Zu diesem
Zweck wird bei der Bundesleitung |m Verein
mit der Bildungssparte ein „K r e i s v o n V e r -
antwortlichen“ gebildet, der in gemein¬
samem Gespräch und Beschluss die einheitliche
Willensbildung in allen wesentlichen Fragen
deutsch-jüdischen Lebens herauszuarbeiten und
ideologisch zu verdichten hat. Etwaige Be¬
schlüsse können von der Bundesleltung für alle
Bundesmitglioder für verbindlich erklärt wer¬
den. Im Rahmen dieser Beschlüsse gestaltet
sich die Bildungsarbeit folgendermaasen:
Sie hat zur Voraussetzung:
Erstens das unbedingte Bekenntnis zu
Deutschtum und Judentum als der uns durch
Schicksal und Wille zugewiesenen Wesensein¬
heit. Sie bedeutet uns Lebensinhalt und einzige
Lebensmöglichkeit auf deutschem Boden.
Zweitens die Erkenntnis von der Notwendig¬
keit einer politischen Befriedung von Deutsch¬
tum und Judentum in Deutschland als wahr¬
haft fruchtbare Mitarbeit an der Lösung der
Judenfrage überhaupt.
Sie hat zum Gegenstand
die Erstehung der Jugend, zu bewussten
Deutschen
durch Pflege, Aneignung, Kenntnis nationaler
Kulturwertö der Vergangenheit und der Gegen¬
wart (Arbeitsgebiete: deutsche Geschichte,
deutsches Schrifttum, deutsche Kunst, deutsches
Recht, deutsches Staatsleben Jeweils bis 1934,
Collegium musicum usw.),
durch Zusammenführung mit der nicht¬
jüdischen Mitwelt (Gastabende, Aussprache¬
abende, Arbeitsgemeinschaften; Führungen,
paritätische Zirbel usw.),
durch Wanderdienst (Fahrten, Ferienlager,
Bundestreffen. Schaffung von Herbergen, Wan¬
deraustauschstellen, Ferienverschickung usw.),
zu bewussten Juden,
durch erweiterte und vertiefte Erarbeitung
der Quellen des Judentums und seiner Ge¬
schichte (Hebräisch, Bibellektüre und -kritik ,
unter besonderer Berücksichtigung des Pro¬
phetismus, nachbiblisches Schrifttum (Talmud
und Sobar), Religionsphilosophie des Mittel¬
alters- und der Neuzeit, Religionsvergleichung, ' t
Religionspsychologie, Gebetbuch und Fest¬
kalender, jüdische Geschichte unter besonderer
Berücksichtigung des Zeitalters der Emanzi¬
pation),
durch Kenntnis der jüdischen Gegenwart
(Apologetik, Soziologie der Juden, Biologie der
Juden, die jüdischen Parteien, das Palästina¬
problem — Bericht und Kritik, die jüdische
Presse, Gemeindepolitik, jüdische Tages¬
literatur, Buchbesprechungen), ... , „
durch Veranstaltung gottesdienstlicher
Feiern im „Bund“, in der Familie, in der Syna¬
goge (Freitagabendfeiern, Feiern anlässlich der
jüdischen Festtage oder besonderer Ereignisse
in) Bund).
Sie hat zura Ziel
den neuen Menschen,
der, durch Leben und Lernen so ganz Deut¬
scher, so ganz Jude, bereit sein wird, auch
drauBsen den gerechten Ausglejcji
Deutschtum und Judentum zu vollziehen, wenn
es Zeit ist. #
Mit Rücksicht auf die Skizzenhaftigkeitder
vorstehenden Richtlinien scheint es geh»oten,
eine kurze Ausführungsanweisung folgen zu
IaS D?e Richtlinien fussen erstens auf der Er¬
kenntnis dass die Frage dea deutschen Juden¬
tums, besonders der d P ut3ch -)\ d 4Tien n ExKi
nicht nur eine Frage der materiellen Existenz-
Bkhlnm ff Sie gehen weiter von dor Vor-
aueeete Jg aue, daes die im j«
geschlossenen Gruppen von
sä fjÄSSriÄzÄr 8 Ukw
werden; anderseits muss der Gefährdung einer
einheitlichen und planvollen Arbeit durch den
Mangel ausreichender und geeigneter Lehr¬
kräfte radikal entgegengetreten werden.
Die Leitung der Bildungssparte sieht des¬
halb das zentrale Problem ihrer Arbeit in der
Schaffung eines geeigneten Führernachwuchses.
Aus diesem Grunde rückt sie das Führer¬
seminar in den Mittelpunkt ihres Aufgaben¬
kreises. In Elementar* und Fortgeschrittenen¬
kursen sollen die Teilnehmer sachkundig in die
wichtigsten Gebiete deutsch-jüdischer Arbeit
eingeführt und zur Vertiefung und Wiedergabe
in den Gruppen angeleitet werden. Die Lei¬
tung verpflichtet daher jeden Jungführer und
jeden Anwärter auf eine Führerstelle zur fort¬
laufenden Teilnahme an mindestens einem
der geplanten Seminare.. Damit wird erreicht,
dass der durch den „Kreis de* Verantwort¬
lichen“ zu schaffenden Einheitlichkeit in der
ideologischen Haltung eine bis in die kleinste
Gruppe reichende Einheitlichkeit der sachlichen
Arbeit zur Seite gestellt wird.
Die Arbeitsgemeinschaften haben
den Sinn, die interessierten Mitglieder ver¬
schiedener Gruppen und Züge, aber gleicher
Altersstufe, zur planmässigen Bearbeitung be¬
stimmter Gebiete des Bildungsprogramms zu-
sanmienzufassen. Dadurch soll neben der er¬
weiterten Schulungsarbeit der kameradschaft¬
liche Zusammenhang der einzelnen Gruppen
eine stärkere Belebung erfahren.
Die Lehrvorträge verfolgen neben dem
Zweck einer Zusammenführung sämtlicher
gleichaltriger Gruppen die Absicht der Wer¬
bung nach aussen. An diese Vorträge können
sich im Bedarfsfall Arbeitsgemeinschaften, evtl,
unter Leitung des Referenten, anschliessen.
An der Spitze der Bildungsarbeit steht der
Spartenleiter. Der Sparteuleiter beruft zu
seiner Unterstützung einen Bildungsaus-
8chus8. Der Bildungsausschuss setzt sich aus den
übrigen Spartcnleitern und solchen Persönlichkeiten
zusammen, die durch menschliche Eignung und Sach¬
kunde zur praktischen Durchführung der von ihnen
vorgeschlagenen Arbeiten ln eigener Person imstande
sind. Der Spartenleitung wird aus dem Kreise des :
Bildungsaussehusses eine Program in stelle an¬
gegliedert. Sic hat die Aufgabep, Programme und
Lehrpläne für die Ortsgruppen auszuarbeiten und
bereits bestehende auf ihre Vereinbarkeit mit den
Richtlinien hin zu kontrollieren. Die Programm¬
stelle wird sich insbesondere die Einrichtung einer
Kartothek der für das Bildungsprograram benötigten
Fachlektüre zqr Aufgabe machen.
Zur Durchführung der einheitlichen Bildungs¬
arbeit Im Reich ernennt der Spartenleitor auf Vor¬
schlag der Landesverbandsleiter für jeden Landes¬
verband einen besonderen Obmann der religiösen
und Bildungssparte. Der Obmann ist verpflichtet,
für die Durchführung der Richtlinien im Landesver¬
band Sorge zu tragen. Er ist dem Spartenlefter für
diese Tätigkeit verantwortlich und kann von ihm
jederzeit unberufen werden.
Wie die Durchführung erfolgen «oll, zeigt
das Beispiel des
Arbeitsplanes für Berlin - Brandenburg
Bildungsprogramm für das 1. Quartal 1934
aufgestellt von der Spartenleitung auf Grund der
neuen Richtlinien
1. 11. Februar, 20 Uhr: Jakob-Wassermann-
Gedenkfeier, Synagoge Prinzregentenstrasse. (Orgel-
•piel, Festrede, Gesang, Rezitation.)
2. Lehrvorträgo: Referenten: Julius Bab u. a.
Thema, Zelt und Ort werden noch bekanntgegeben.
8. Arbeitsgemeinschaften: „Zur Soziologie der
deutschen Juden.“ Referent, Zeit und Ort werden
noch bekanntgegeben.
4. Führerseminare,
a) Elementarkursq:
1. Dr. Rudolf Seligsohn: Die Bibel
und ihre Zeit (als Einführung in da« biblische,
Schrifttum gedacht). Beginn: Dienstag,
13. Februar, 20 Uhr, Rosenstrasse 2—4, Z. 23.
Jeder Teilnehmer hat ein Exemplar der Bibel
mitzubringen.
2. Cürt E. Kassel: Der Festkalender.
Beginn: Montag, 5. Februar, 20 Uhr, Rqscn-
strasse 2—4, Z. 23. Achttägig. ,
3. Dr. Walter Feilchenfeld: Jugend¬
psychologie (als Grundlage für hündische Er¬
ziehung). Beginn: Donnerstag, 1. Februar,
20 Uhr. Rosenstrasse 2—4, Z. 28. Achttägig.
4 . Betty Markus: Fragen aus der Psy¬
chologie des Jugendlichen (als Fortsetzung
des Kursus von Dr. Feilchenfeld gedacht). Be¬
ginn: April.
b) Fortgeschrittenen-Kurse.
1. Dr. Max Vogelstein: Esra und die
Entstehung des Judentum«. (Zugrunde gelegt
wird dor Text des Buches Esra und Nehemia.)
Beginn* Dienstag, 6. Februar, 20 Uhr, Rosen-
fträe 2-4, Z. 80. Achttägig. Jeder Teil-
nehmer hat ein Exemplar dor Bibel mitzu-
brinVen, aber nicht die Ausgabe von Auerbach.
2* Dr. Lotte Tradelius — Dr. Bruno
Sommerfeld — Heinz Kellermann:
; DiQ ßtaatsauffassung der Neuzeit unter.be¬
sonderer Berücksichtigung des 10. und Lö. Jahr¬
hunderts. Beginn: Mittwoch, 7. Fobruar,
20 Uhr, Rosenstrasse 2—4, Z. 23. Achttägig.
B Hebräisch: Anfängerkur«. Dr.MaxVogel«
«t e i n. Zeit und Ort nach Vereinbarung.
Geplant ist noch eine weitere Arbeitsgemein¬
schaft über: „Die Literatur des neuen Deutsculand.
Näheres wird noch bekanntgegeben.
Die Anmeldungen zu den Führer c^inarem
sind so fort von den Zug- t:w. Epancnlc.t.ra ent-
tregcrr.:nchr.:en und an cuo der
. ; relWfoca und BUdnnssaparto wcltcrzulc.tca.
T ’ stlmmbcgabte Mitglieder (besondora männliche),
i die an der Wasscrmann-Feicr toilnehmcn wollen,
‘ werden gebeten, «ich unverzüglich bei Heinz Scbneo-
rqquin, W15, Lletzenburgor Strasse 6 (Tel.: J1 Bis¬
marck .1929), zqr Teilnahme an don Chorproben
zu melden.
Bundosanordnung 3
Die LandepverbandsleUer werden nufgefor-
dert, dem §partenleiter für religiöse und Bll-
dungearbeit für das Amt des Obmannee einen
Meiiscben ihres Vertrauens bis zum 1. Februar
zu benennen. Gleichzeitig sind sie mit sofor¬
tiger Wirkung angewiesen, dem Spartenieiter
stets das laufende Programm ihrer Ortsgruppen
zu übersenden.
gez. Heinz Kellermann.
Illllll
Arbeit im Reich
Grenzmark
Der Geschäftsführer des „Bundes“* Norbert
WoUheim (Berlin) hielt sich vom 16. bis
21. Januar in def Grepzmark auf und besuchte
sämtliche Gruppen. Am 16. Januar sprach er in
einer grossen öffentlichen Kundgebung der
Gruppe Sohönlanke, die diese zusammen
mit dem C. V. und dem R; J. F. veranstaltet hatte.
Der Ortsrabbiner und die Vorsitzenden des C.V.
und des R. J. F. bekundeten ihre und ihrer
Organisationen Verbundenheit mit der deutsch-
jüdischen Jugend und ihrem Bund. Dr. Arno
Herzberg (Schönlanke), Norbert Woll¬
te i nt und Ludwig R o s e n t h a 1 sprachen über
die grundsätzlichen Fragen unserer Haltung. Am
18. Januar sprach Norbert WolJbeim in Mär¬
kisch-Friedland in einer Öffentlichen Ver¬
sammlung, die von der Gemeinde restlos besucht
war. Es soll versucht werden, aiiqh aus den
Kleingemeinden der Umgehend Mitglieder der
Gruppe einzureihen, ^ni 19. Januar ver¬
anstaltete die Gruppe Schneidemtlhl eine
Freitagabendfeier, bei der Norbert W o 11 h e i in
die Ansprache hielt. Die Feier war, wie alle
Scbneidemühler Freitagabendfeiern, recht gut
besucht. Aqch die Vertreter der Gemeinde¬
körperschaften und der befreundeten jüdischen
Organisationen waren erschienen. Am 20. Ja¬
nuar veranstaltete der Landesverband Grenz¬
mark in heutsch^Kroae einen Werbe¬
abend; hier hielten Hermann L e w i n (Schloppe)
und Norbert Wollheim die Referate. Die
Gemeinde war vollzählig versammelt. Dazu
kamen die vielen auswärtigen Freunde aus
Schneidemühl, Scbönlanke, Schloppe und Mär-
kisch-Friedland, die an dieser Werbeveranstal¬
tung teiln8hmen wollten. Es gelang, auch in
der Deutsch-Kroner Gemeinde für die deutsch-
jüdische Idee und die Notwendigkeit des Zu-
, BammenBchlusses der gesamten deutsch-jüdi¬
schen Jugend so viel Menschen zu überzeugen,
dass auch hier eine Gruppe gegründet werden
konnte. Leiter der Gruppe ist Max Herz¬
feld. Am 21. Januar hielt Wollheim noch
in Preussisch-Friediand vor der Ge¬
meinde einen öffentlichen Vortrag.
Der „Bund“ hat nicht nur seine Position in
den Gemeinden stärken können, sondern ftyich
für die Arbeit in den Gruppen viele neue An-
, regungen erhalten.
Am21.Januar fand in Landsberg a.d.W,
eineBespreebung interessierter jüngerer und älte¬
rer Gemeindemitglieder zwecke Gründung einer
Gruppe statt. Ludwig Ros e n t ha 1 (Schneido-
mühl) entwickelte die Grundsätze, die heute für
deutsch-jüdische Jugendarbeit zu gelten haben,
und entwarf ein Bild von der Arbeit des Bun¬
des. Mit 14 Freunden aus Lands¬
berg und Umgebung wurde eine
Gruppe ins Leben gerufen, deren
Leitung Manfred K a a t z (Lands¬
berg) übernahm. Da gerade hier
die deutsch- jüdische Jugendarbeit
bisher sehr im argen lag, ist die
Gründung einer Ortsgruppe be¬
sonders zu begrüssen.
Ludwig Roaenth&l
i. (Sobneidemühl).
Verden &. d. Aljer ^
In Verden an der Aller
wurde eine Ortsgruppe der deutsch-
' jüdischen Jugend ins Leben ge¬
rufen. Es ist sehr erfreulich, dass
die Gemeindemitglieder die Jun¬
gen® und Mädels in der deutsch¬
jüdischen Arbeit sehr unterstützen.
Bei der Gründungsfeier legten alle
Jungen und Mädel das Versprechen
ab, sich, eov/oit es in ihren Kräften
steht, für Judentum und Deutcch-
tum einsusetsen. Die Führung
übernahm Günter Baum¬
garte a. G. B.
GroEfov/aJd
Am 14. Januar fand in Greifs¬
wald ein Vortragsabend des „Bun¬
des deutech-jüdiecher Jugend“
(„Ring“) statt. Siegfried Becker
, (Achtem) bogrüceb die vollzählig
. ercs!R Q £®he Gemeinde. Cürt E.
Kassel' (Berlin) sprach übor
„Glauho und Heimat“. Er »teilte
dio Forderungen,''die eich daraus
für unseren Bund ergeben, auf:
Stärkste Durchdringung mit jü-
dlscljem Wi^eu, d.h. Kenntnis des Hebräi&chpn
zur Ejüdringüng in das jüdische Schrifttum,
Kenntnis der jüdischen Geschichte, Beschäfti¬
gung inlt Ritus und Gebet und den Versuch,
jüdische ‘ Feste im Bund zu leben und
zu eriqben. Die Ausführungen fanden allge¬
mein Anklang. Die Diskussion beschäftigte
sich in der Hauptsache mit der Frage des
Hebräischen und de,m Palästinaproblem.
Baden
Aus der Erkenntnis, dass auch hj der Süd¬
westecke des Reichs deutsch-jüdl3ehe Jugend¬
arbeit geleistet werden soll und muss, hatten sich
in den beiden grössten Städten des Landes, in
Mann h ei m und. K ar ls ru h e, bereits vor
einer Reihe von Jahren Gleichgesinnte zusam-
mengefunden und CV-Jugendgruppen ins Leben
gerufen. Die Mannheimer Gruppe, die auch
heute noch den Namen „CV-Jugend“ führt, um¬
fasst rund 120 Mitglieder und ist eben dabei,
Junggruppen aufzuziehen, während die Karls-
Werktätigen-Gruppe Berlin-Nordwest
Eröffnungeabend 14. Februar, 20 Uhr
15 Min., Synagoge Levetzowstrasee.
Rabbiner Dr. Manfred Swarsensky
spricht über: „Jugend von heute —•
Gemeinde von morgen.“
ruher Gruppe nur etwa halb so gross ist. Die
Verhältnisse in Karlsruhe bedingten ein wesent¬
lich anderes Arbeiten, da man hier von Anfang
an mit dem neutralen Jugendbund und auch mit
anderen Gruppeu intensiv zusammenarbeitete.
So hat man bisher von der Schaffung von Jugend¬
gruppen abgesehen, da man der bestehenden
starken Gruppe des „Schwarzen Fähnleins“ die
Arbeit für die Jüngeren überliess. Ob sich das
weiterhin ermöglichen lässt, hängt von der Ent¬
wicklung des „Schwarzen Fähnleins“ ab. In
Mannheim war überhaupt ein viel leichteres Ar¬
beiten, da man von Anfang an eine Sonderstel¬
lung eipnahm und auf Grund der zahlpnmässig
viel stärkeren jüdischen Jugend ausschliesslich
für sich ohne Anschluss und Verbindung mit än¬
deren Bünden und Gruppen die Arbeit voll¬
bringen konnte und vollbrachte. Während man
in Mannheim bereits seit Monaten eigene Theater¬
gruppe (kürzlich war an dieser Stelle von Auf¬
führungen von Beer-Hofmanns „Jacobs Traum“
in Nordbaden zu lesen) und auch einen Chor be¬
sitzt, ist man eben in Karlsruhe dabei, einen
eigenen Chor zu gründen. Trotz der verschie¬
denen Arbeitsmethoden stehen die beiden Grup¬
pen in engstem Konnex durch Redneraustausch,
gemeinsame Ausflüge und Ferienlager und be¬
sprechen auch stets wichtige gemeinsame Arbeits-
programme. Wenn wir auch bisher nur ideo¬
logisch zu dem „Bund“ gehören — bisher ist ein
Anschluss noch nicht erfolgt —, arbeiten wir den¬
noch an dem grossen Ziel und den einheitlichen
Aufgaben der deutsch-jüdischen Jugend mit.
Siegfried Homburger, Karlsruhe.
In da# Jugenddezernat dea C. V, sind Gun¬
ter Friedländer und Gerhard Neu¬
mann als Jugendsekretäre eingetreten. Hier¬
durch wird die engste Zusammenarbeit dpa
CV mit den» Bund deutsch-jüdiacher Jugend
gewährleistet.
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