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tvinnt Erkenntniß. Er konnte rmr weinn..jtzt kachelt
er. — Eiche da hebet de» Lächelnden, den Lallenden und
schon mit den Händen Reichenden — bald nun auch des
später» Kusses fähig — die Mutter aus ihrem Schooße
auf des Vaters Arm. Wie auf dem AnZesichke des
Menschen, die verborgene, unsichtbare Seele — sicht-
bar sich ausbrückt, bervordringt, unbegreiflich sich mit-
thei.'t, und durch diese gcheimnißvolle Mitlbcilnnq Rede
und Verständlich der Rede zuerst gebiert, so drücket auf
dem Angesichte der Natur Gott unmittelbar sich aus,
thcüct sich, durch die in Andacht verwandelte Empfin.
düng, dem Menschen unbegreiflich mit; lehre den min
a u ch am U e b e r si n n l i ch >- n, am 11{ וו t r f ch affen? n,
erwachten Geist — stan::nein Wonnelante des Schonen,-
Wonnelaute des Gute», anssprechen endlich jedes Wort
des Lebens: Seinen Namen.
Mir alle nennen Vernunft, was uns in uns selbst
gewiß macht, was mit höchster Gewalt in uns de.
saht und verneint. Ohne Gcwißheir k-.i»e Vernunft,
ohne Vernunft keine Gewißheit. Wer, dicß erkennend,
jedem seiner Mitmenschen, wie sich selbst, die Befug-
niß der Intoleranz ;»gesteht, der allem ist wahr.
Haft tolerant; und auf eine ai.dre Weise soll es
niemand sey». Denn eine wirkliche Gle chgüliigkeir in
Absicht aller Meinungen, da sie nur aus einem durch,
gäligigen Unglauben entspringen kann, ist die schrecklichste
Eutartlmg menschlicher Natur.
P
iv. Iahrg. 1. Vaud.