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Menschenfreundliche That.
Folgende in manchem Betrachte interessante Nachricht
verdient auch in dieser Zeitschrift einen Platz *).
Berlin. Nach einem hiesigen Geld ׳ Institute, wo
lange keine Zinsen bezahlt wurden, weil die Zeitumstande
es verhinderten, kam ein alter Bauer mit den Coupons,
und bat in Worten der Norh um Zahlung. Man versi-
chertc ihn, daß, so leid es auch den Offizianten thäte, sie
doch seinen Wunsch nicht erfüllen könnten; der alte Mann
erzählte sein wirklich hartes Schicksal und flehte verzwei-
ftlnd, ihm nicht die letzte Hoffnung zu rauben. Man
war gerührt, konnte aber nicht helfen, ihm auch für
jetzt keine Zeit bestimmen, in der es geschehen würde, und
stillschweigend wankte der Greis fort. Ihm schlich ein
Jude nach, der bis dahin, anscheinend ohne Theiluahme»
da stand, bat den Greis, ihm die Coupons zu überlassen,
zahlte dafür den ganzen Betrag, und entfernte sich schnell,
von dem Beglückten mit stummem Schreck und bald aus-
brechendem Jubel gepriesen.
Wohlthatige Handlungen
Als vor einiger Zeit von der Wiener Gesellschaft
a d c l i g e r F r a u e n z u r Beförderung d e s G u-
te n un d N ü tz l i ch e n, >n der für Kranke interessanten
Aus den, Morgenblaltc entüyiit.