Seite
weiß es ja, ein schönes Weib gilt mehr in der Welt als
Legionen Männer.
Welch ein großes Zeugnifi für die Menschheit, daß
die erhabensten Lehren der Moral triviale Satze sind. Wie
erniedrigend für den Menschen, daß die gemeinsten Pflicht«
«rfüllungen so vielen Bewunderung abnöthigen.
War der Philosoph, der zuerst unter den Neuern den
Optimismus in ein System brachte, reich oder arm? Ich
wette, lieber Leser, du errathst das und hättest du so wenig
von der gelehrten Geschichte gelesen, als Herr *** von
den Büchern, die er bekrittelt.
Archimedcs wünschte nur ein kleines Plätzchen außer der
Erde, um diese ganz zu bewegen (Plutarcl! in VitaMarcelli).
Des Kunststücks wegen möchte ich wahrlich das Verhäng,
niß nicht so sehr in Unkosten setzen. Wohl aber konnte ich,
da ich die Critik des Kömgsbergischen Weisen bewunderte,
mich des Wunsches nicht erwehren, möchte dieser scharf«
tiefe Chemiker des Wissens, einen Augenblick den Grenzen
der Menschheit haben entgehn können, um diese desto des«
ser belauschen zu können.
Ich wünschte, ein philosophischer Sittcnmaler gäbe uns
ein chronologisches Register des Entstehens und der Auf-
nähme der Sprüchwörter. Was denkt ihr von dem Zeit«
alter, wo die Quintessenz der Volksgrundsätze in den Wor«
ten enthalten ist: Ein Wort ein Mann, ehrlich wahrt am
längsten.? Was von dem, dessen Grundsätze sich aussprechen
iu den Worten: Durch Kinder und Narren haben Krämer
gutes Spiel, versprechen ist cdelmännisch, halten ist bäu«
n,ch '׳ I. W —l.