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als Mitglied eines Kollegiums (Rabbinat, Konsistorium, Synode);
2) die vorhandenen oder erforderlichen Anstalten zur Bildung
dieser Theologen; 3) Gesetze und Verfügungen in Bezug auf
deren Anstellung, Amtsverhältniß und Autorität; 4) die Forde-
rungen der Gegenwart, der Memungskampf und etwanige Vor-
schlage als Ergebniß -er Untersuchung. Der Vorstand hat für
die beste Lösung dieser Frage 200 Thaler ausgesetzt; die Arbeiten
sind spätestens bis 31. December 1842 einzureichen und in
deutscher Sprache abzufassen. Zu wünschen steht, daß. die Ar-
beiten recht populär abgefaßt werden mögen, denn wenn sie nicht
in Masse Eingang finden, so geht ihr Hauptnutzen verloren."
Dem Brüsseler Noniteur zufolge, sind in dem Budget
des Ministeriums des Innern, außer für die verschiedenen christ-
liehen Konfessionen, auch für dm jüdischen Kultus, in Verhältniß
der geringen Zahl der belgischen Israeliten, 10,000 Fcs. für das
Jahr 1839 vom Staate bestimmt worden. '
maligen K. Westpbälischen Konsistorium der Israeliten verordneten und
praktisch sich bewährten ״Pflichten der Rabbiner," so wie die
der Rabbiner-Adjunkten zu empfehlen sein, (mitqetheüt, erstere
im 11. Hefte des 2. Jahrg. der Sulamith, Seite 310 und letztere
im 7 , Hefre des 3. Jahrg. derselben, Seite 8), an welchen drei Nab-
biner mitarbelteten, die damals schon viele Jahre die Rabbinerfunk-
tionen praktisch erfüllten. Dort griff freilich eine Einrichtung in die
andere, und. z. B. die ״Pflichten der Syndiken" und Gemeinde-
Vorsteher (S. 2. und 3. Jahrg. der Sulamith) standen wieder mit
denen der Rabbiner in Beziehung, so wie das Ganze wieder im Jsrae-
Mischen Konsistorium selbst seinen Central- und Haltpunkt hatte. Auch
über die Art der 'Anstellungen und Besoldungen der Rabbiner bestan-
den besondere Gesetze. (Siehe Sulamith, 2. Jahrgang.) Ohne eine
solche, mit solcher Autorität und Kraft vom Staate eingesetzte, und
eben so orgamsirte Israelitische Kirchenbehörde kann, wir wiederholen es
hier wieder, alles andere Bemühen deshalb in Deutschland, so wohlthätig,
nützlich, nothwendig und lobenswerth es auch immerhin sei, leider nur als
Stückwerk betrachtet werden, welches vereinzelt, in bunter Verschieden-
heit in verschiedenen Gemeinden dasteht und dem der Hebel fehlt. Ein
einziger Paragraph aus diesen Pflichten der Rabbiner, hier wiederholt,
mag zugleich auch von den humanen Bestrebungen dieses Kollegiums
zeugen. Er lauter (§. 19.): Jeder (Rabbiner) wird sein vorzügliches
Augenmerk dahin richten, daß zwischen seiner und andern Religionspar-
theien keine Zwietracht entstehe, kein Aergerniß gegeben, sondern gute-
Einverständniß erhalten, und die Wahrheit allgemein anerkannt
werden möge: daß alle Religionen, die ein ewiges Wesen verehren,
im Grunde nur Schwestern, alle Menschen aber Kinder Eines Ba-
terö sind." D. H.