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Am 20. Ang. 1839 starb zu Breslau der Veteran der
schlesischen Aerzte, Herr Dr. Elias Herrschet, geboren dm
4. April 1755. (Man sehe das Nähere über diesen ehrwürdi-
gen Israelitischen Arzt: in der Sulamith, 6. Jahrg. 10. Heft,
Seite 247, und 8. Jahrg. 3. Heft, Seite 173. D. H.) In
einem Korrespondenzartikel aus Breslau in Nro. 258 des Mor-
genblattes von 1839, wird über diesen ״medicinischen Veteran"
Folgendes mitgetheilt: ״Sein Tod erregte die allgemeinste Theil-
nähme; denn es war dieser edle Israelit eben so ausgezeichnet
als Arzt, wie als Mensch. Er war einer jener seltenen starken
Geister, die unermüdlich den Kampf mit feindlichen äußern Ver-
Haltnissen bestehen, bis siegreich die Entwickelung ihres Berufs dar-
aus hervorgegangen, dessen sie schon frühzeitig bewußt geworden.
Aus dürftiger Niedrigkeit, unter unendlichen Entbehrungen und
Opfern, beständig verletzt seines Glaubens wegen,
wandelte er auf seiner wissenschaftlichen Laufbahn einen Dornen-
pfad/wie Wenige. Und er hat Bedeutendes darauf geleistet und
namentlich war es die Gebnrtshülfe, die er hier aus ihrer rohen
Kindheit zu dem trostvollsten Standtpunkte beraufbilden half, auf
dem sie sich jetzt befindet. Unermüdet thätig beim Vollgenuß des
öffentlicheu Vertrauens, war Henschel dabei beständig mit sei-
ner Kunst und Börse ein Vater der Armen, der diesen viel zu früh
starb, wie lauge auch die Parze seinen edlen Lebenssaden spann,
und der ihnen vielleicht lange, sehr lange unersetzt bleiben wird."
Am 20. Januar 1641 starb zu Kassel der allgemein ge-
schätzte Oberlehrer und Schulvorsteher Herr Dr. Moses Bü-
dinger, ein als pädagogischer Schriftsteller und Verfasser sehr
nützlicher Religionsbücher mhmlichst bekannter Mann. Wir ver-
mögen insbesondere unfern Schmerz über das Ableben.dieses
Edlen und gelehrten Freundes nicht mit Worten auszudrücken.
Ein Verlust für Israel!
Die Wiener Zeitung enthält einen Nekrolog des in den letz-
ten Tagen des Monats August 1841 zu Prag verstorbenen
einer von denen war, welche erst die Bahn brechen mußten. Bis an
sein Lebensende war er Literarisch thätig, wie insbesondere seine letzte
Schrift: ״Reminiscenzei^ vorzüglich auf Reorganisation des öffentlichen
Gottesdienstes bei den Israeliten, u. f. w. Prag 1837," näher zeigt.
Durch den Lod des Herrn Beer haben wir einen vieljährigen treuen
Freund verloren, welcher auch früher ein fleißiger Mitarbeiter der
Sulamith war. D. H.