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Zur Gutenbergsfeier in Leipzig, am 24. Juni 1840, (zu
welcher auch, beiläufig hier erwähnt, dev Herr Obeccabbiner Nr.
Frankel aus Dresden eingeladen ward und bej dieser Gelegen-
heit, gleich mehrern Andern, bei einem ausgebrachten Toast eine
Rede in der Versammlung hielt), wurde auch der Buchdruckerei-
best'tzer Herr Hermann Neubürger (einIsraelit) Ln Deßau
von der ׳ Herzoglichen Landesregierung daselbst mt dem Druck
einer, von dem dortigen Herrn Gymnasial-Direktor Stadel-
׳mann zu diesem Zweck verfaßten lateinischen Ode beauftragt,
welche von Seiten des Deßauer Landes dem Gutenbergs-Komite'
zu Leipzig, Mainz u. s. w. gesandt wurde. Herrn Neubür-
ger's technische Äussührung desGanzen wurde allgemein als sehr
gelungen anerkannt und in öffentlichen Blättern gerühmt,* *)
Der berühmte Hr. Rab. Rapaport ist zum Rabbiner in
Prag, und der Verfasser der gelehrten, mit vielem Beifalle aufgenom-
menen Schrift: ״die Halacha'sche Exegese", Herr Nr. Hirsch-
seid aus Berlin, zum Rabbiner in Wollstein ernannt worden.
Der Prediger Herr Nr. Salomon aus Hamburg hat bei
seiner Durchreise in Deßau am Sabbath Nachmu (den 31. Julius
1841) in der dortigen großen Synagoge eine gediegene Predigt
gehalten, welche allgemeinen Beifall erhielt. Er fand dort, wo
er bis vor 22 Jahren an der Israelitischen Franzschule als Leh-
rer angestellt war, überall eine freundliche 'Aufnahme, die sich beson-
ders auch noch bei seinen vormaligen Schülern und Schülerinnen
durch ein Gastmahl und durch Ueberreichung eines, zum Andenken
bestimmten Geschenkes zu erkennen gab.
Se. Durchlaucht dev Fürst von Schwarzburg-Son-
dershausen, Höchstdessen menschenfreundliche, weise Denkart
rühmlichst bekannt ist, hat den Israelitischen Schullehrer und Pre-
und daß drei Schulvorsteher, die Herren I. Böhme, B. Lehmann
und L. Alb recht, und ein Gchulrendant, der Herr Gemeinde-Aeltester
E. Alexander, in größter Einigkeit mit dem Direktor, das Wohl
dieser Schule ernst wollen und mit befördern, welches ein ehrenvolles
öffentliches Anerkenntniß verdient.
*) Derselbe besitzt auch eine sehr schöne hebräische Buch-
druckerei. Durch seine Schrift: ״Praktisches Handbuch der Buchdrucker-
kunst?c. Mit 19 Kupfern und 5 Beilagen, (Leipzig 1841, bei Heinrich
Hunger)/׳' welches einen großenÄ'bsatz hat, erwarb er sich zugleich einen
guten literarischen Ruf in sei neu: Fache. -