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werden: „ Lesffngs Juden " stand auf dem Anschlagzettel
und von allen Seilen erscholl der Ausruf: „die Juden,
die Juden Christliche und jüdische Einwohner «iltett dir
Treppe des Nachhaufts herauf, um — dieJudcn zu sehen.
Gespannt war Aller Erwartung. Der Vorhang rollt in dir
Höhe, alles geht so ziemlich, mancher Zuschauer gähnt in¬
dessen laut, ob der'Ceencn, die er nicht verstand. Mit.
einem Male setzt der Voigt, welcher in dem Stücke vor¬
kommt, das Zwerchfell vieler Anwesenden in wohlth.ftige
Erschütterung. Er spielt seine Nolle mit Kraft und Wahr¬
heit. Viele der anwesenden christlichen Zuschaner, die nicht
wußten, daß der verewigte Lcsstng die rüden Ausdrücke,
in welchen der Voigt gegen die Juden zu Felde ziehet, einem
gefährlichen Boscwicht in den Mund legt» diese gntcn keute
lachten recht herzlich und äusserten laut ihre» innigsten Bei¬
fall. — Und die Juden daselbst? Je nun! — diese beschlos¬
sen fest — nie wieder ins Theater zu gehn, so lange diese
inhumane Gesellschaft dort spielen würde! — j
Schönheit jüdischer Frauenzimmer.
( An- dem Französischen.)
Cionard spricht in seinen Driefm von der Schön¬
heit jüdischer Frauenzimmer in Fetz und Marocko. Eben
so rühmt man die schönen Jüdinnen in Avignori. . -
Winkelmann versichert in seiner Geschichte der
Kunst, daß. ehemals die Gesichtsbilduug und Gestalt
der