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der Jüdinnen von der Art waren- daß sie als schöne
Muster hatten dienen können. Er bemerkt mit Jo¬
se phScaliger, daß nitter ihren Nachkommen keine
Plattnascn gefunden wurden. Er hatte noch hinzufügen
können, sagt derScnatcur Gr cg o irr, daß dieAchnlich-
keit der Kinder mir ihren Aclcer» bey den Juden häufiger
als bey Andern angetrosse» wird.
In den neuer» Zeiten hat die Schönheit zweier Jüdin¬
nen besondere Sensation erregt. Die Eine war, die schöne
Esther, welche vom Könige von Polen, Kasimir dem Großen,
geliebt wurde. Eine Meile von Kasimir, der Vorstadt
Krakan's, befindet sich ein Grabmal, welches das Gr a b
Esthers genannt wird. Dir zweite war die schöne
Rahel, die Geliebte Alfonso des VIII. Königs von Kasti¬
lien. Dieser König ließ nämlich ein Edict ergehen, wodurch
den Juden dir Ausübung ihrer Religionsgesetze untersagt
wurde. Die Rabbiner riechen, daß man dem Könige eilte
jungfräuliche Israelitin als Fürsprecherin zuschicken möchte.
Rahel wurde gewählt und Alfonso, von ihren Reizen
bezaubert, wiedcrricf sogleich jenes Edikt.
Erzählungen aus de m Talmud *).
i.
Es kam Jemand zu R. Judan und sprach:
entbinde, mich doch von eineiu Gelübde. »Was hast da
denn angelobt?" — Ich habe ein Gelübde gcthan, nichts
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*) Die folgenden ersten beiden ErMungen sind aus dem
Jrschurnn vom Hrn. Prof. Aaron Wolfssvhn.