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Fm Deutschen Reich.
Regierung in Palästina durch Benutzung der russischen Post vermehren.
Hierzu kommt, daß gerade beim russischen Postamt die Konkurrenzmittel
kaum gesetzlich sind, während die deutsche und französische Post streng äu¬
ßern Boden anständiger beamtenmäßiger Verwaltung bleiben. Beispiels¬
weise gibt die russische Post auf Markenverkauf starke Rabatte; Schnorrer
erhalten nicht nur Kredit, sondern auch die Adressen europäischer Wohl-
täter geliefert. Am empörendsten ist aber, daß die russische
Post die Frankatur durch türkische Briefmarken nicht an¬
erkennt. Kommt ein nach Rußland gerichteter, mit türkischen Brief¬
marken richtig gestempelter Brief nach Jerusalem zurück, so fordert
das russische Postamt von dem Absender den doppelten Betrag des
Portos, als ob der Brief überhaupt nicht frankiert gewesen wäre.
Da unter anderem Drucksachen in großen Massen mit dem Vermerk
„reiuso par la censure“ zurückgehen, ist der Betrag dieser Strafporti
nicht unerheblich, und es wird dadurch zu Gunsten der russischen Post
ein starker Druck ansgeübt. Da der Absender aus russischen Unter¬
tanen besteht, über welche der russische Konsul Jurisdiktion hat,
können sich die Absender der Verpflichtung, diese „Strafporti" zu
zahlen, nicht entziehen. Umsomehr sollte es Pflicht der deutschen
Juden sein, jedes Schreiben und jedes Bittgesuch, welches mit der
russischen Post nach hier geht, einfach in den Papierkorb zu werfen.
Bemerkt wird hierbei, daß die Gesellschaft „maschab sekenim“ sich
stets der russischen Post bedient. Es wird demgemäß gewarnt, dieser
Gesellschaft etwas zu geben, bevor sie in dieser Beziehung nicht andere
Gewohnheiten angenommen hat. Neuerdings hat sich auch der Heraus¬
geber des Palästina-Almanachs, A. M. Lunez der russischen Post be¬
dient, so daß auch er eventl. von den Abnehmern seines Almanachs
zu belehren wäre.
Berlin. BL C.
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