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ein Herr L. einen (interkonfessionellen) Aufruf mit nahezu 300 Unter¬
schriften. Augenblicklich dürfte den Rekord ein interkonfessioneller
Aufruf, veranstaltet durch C. G., halten. Seine mehr als 750 be¬
tragenden Unterschriften nehmen sieben volle Druckseiten ein und
dieser Aufruf wird versendet mit dem Ersuchen, — ihm die Unter¬
schrift beizufügen! Es wäre wünschenswert, daß wenigstens in der
jüdischen Wohltätigkeitspflege mit dieser eigentlich durchaus unjüdischen
Sitte gebrochen wird. Sie bedeutet ein stillschweigendes Eingeständ¬
nis, daß man zu den Mitteln geschäftlicher Konkurrenz greift, um
bei dem Nebeneinanderbestehen so vieler Vereine die Aufmerksamkeit
auf sich zu lenken. Derartige Aufrufe erfordern viel Arbeit und
Kosten und können niemals durch Vereine geleistet werden, bei denen
lediglich im Ehrenamt gearbeitet wird. Sie führen daher schließlich
daß mehr und mehr die Tätigkeit im Ehrenamt durch die weit kost¬
spieligere der bezahlten Sekretariate ersetzt wird. —Diesen Sekretariaten,
welche nicht durch anderweitige bürgerliche Beschäftigung in Anspruch
genommen sind und daher genügende Muße besitzen, wird es niemals
schwerfallen, von einer großen Anzahl wohlmeinender oder eitler
Honorationen die Unterschriften zu beschaffen und dadurch auf die
Gedankenlosen zu wirken. 0.
Den Reremsmitgliedern geht diese Zeitschrift unentgeltlich pt.
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Preis Ser kinrelmmmer: so Pfennig.
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