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Im deutschen Reich.
Mittel zur Beschaffung des Denkmals find durch ein Komitee
in bemerkenswert kurzer Zeit beschafft worden, da die Herrscher
der beiden „Schwarzwaldländer", der König von Württem¬
berg und der inzwischen verstorbene Großherzog Von Baden,
sich mit namhaften Beiträgen an die Spitze der Spender
stellten. Bor fünfundzwanzig Jahren, bald nach Auerbachs
Tode, hatte auf Anordnung des Großherogs von Baden Prof.
Bolz in Karlsruhe eine Porträtbüste des Dichters hergestellt,
die allgemein als überaus lebensvoll bezeichnet wurde. Nach
dieser Büste soll derselbe Künstler das Denkmal schaffen.
— Ende Mai d. Js. verlautete, daß seitens des Pro¬
viantamts zu Co b lenz der Bezug des Fleisches ge-
schächteter Tiere fortan abgelehnt werde, weil d a s S ch ä ch t e n
„festgestelltermaßen eine unerwünschte Tierquälerei" bedinge
und daher „auf Anregung der Königlichen Regierung zu
Eoblenz" für den Bereich der Militär-Verwaltung verboten
worden sei. Im Hinblick auf die prinzipielle Bedeutung, welche
dieser Verfügung, namentlich durch ihre Begründung, inne¬
wohnt, hat sich die „F r e i e Vereinig u n g f ü r die I n -
ter essen des orthodoxen Judentums" veranlaßt
gesehen, bei sämtlichen beteiligten Behörden gegen diese Dis¬
qualifikation einer jüdisch-religiösen Einrichtung Verwahrung
einzulegen. Der Herr Regierungspräsident zu Eoblenz er¬
klärte, daß es ihm völlig fern liege, in dem ihm unterstellten
Verwaltungsbezirke die Befugnisse der jüdischen Bevölkerung
in bezug auf das Schächten nach jüdischem Ritus zu beein¬
trächtigen oder eine Aufhebung der in dieser Beziehung gelten¬
den Bestimmungen vorzubereiten. Inzwischen ist der „Freien
Vereinigung" die Nachricht zugegangen, daß die Militär-
Intendantur zu Eoblenz unter Zustimmung des Regierungs¬
präsidenten, sowie n a ch e i n g e holt e r G e n e h m i g n n g
des K r i e g s m i n i st e r i u m s die b e a n st andete Be r -
fügungausgehoben hat.
* Köln et. Rh., 9. August. Die hiesige Stadtverordneten-
Versammlung hat dem j ü d i s ch e n L e h rer- S e m i n a r vom
1. April d. Js. ab einen jährlichen Zuschuß von 1500 M.
bewilligt.
- - Der „Kölner Zeitung" wird aus Düsseldorf
berichtet: „Vor kurzem traf bei der Polizeiverwaltung
ein Telegramm aus Köln ein, wonach einer Geschäftsfrau