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668 Im deutschen Reich.
Schilderung der noch heute bestehenden oftjüdischen Sekte der
Chassidim verbunden, die weniger sich! auf Zeitangaben und
Tatsachen gründet, als auf die chassidischen Legenden, die der
Herausgeber Martin Buber aus Volksbüchern, aus Heften
und Flugblättern empfangen, zum Teil aber auch noch
aus dem Munde älterer Zeitgenossen erfahren haben will.
Deshalb durchweht das Buch der eigentümliche mystische Hauch
der Sagen, die unter polnischen und kleinrussischen Dorfjuden
den „Chassidismus" erzeugt haben. Dieser ist zwar heute nicht
mehr das, was er ursprünglich war, zählt aber dennoch Hundert¬
tausende von Anhängern im Osteuropa, weil dieses legendäre
Erzeugnis die Anhänger jener Sekte über unglaubliche Be¬
schwerden ihres irdischen Daseins durch den Mythus einer
eigentümlichen Berufung erhebt, der in seiner ganzen Er¬
scheinung vielfach an das Wort Goethes erinnert: „Das
Wunder ist des Glaubens liebstes Kind." A. L.
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„Die religiöse Rinder erziehung im deutschen Reiche."
Bon Dr. jur. Wilhelm Güttler. Verlag von
Dr. Walter Rotschild, Berlin und Leipzig 1908. Preis
broschiert Mk. 6,—, gebunden Mk. 7,—.
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Michael Sachs, Vortrag von Rabbiner Dr. Efchelbacher
Festschrift zur Feier des hundertsten Geburtstages vor
Michael Sachs. Ueberreicht vom Vorstand der jüdischen
Gemeinde zu Berlin. 1908.
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Einleitung in den Talinud. Von Prof. D. Dr. Hermann
L. Stra ck. Vierte neubearbeitete Auflage. Verlag
der I. C. Hinrichsschen Buchhandlung. 1908.