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Vereinsnachrichten. 145
stehende Reichstagswahl aufgestellt. Er würde sich im Falte
seiner Wahl der Wirtschaftlichen Bereinigung anschließen und
wie die meisten Schützlinge des Bundes der Landwirte nur
die Zahl der Antisemiten im Reichstage vermehren.
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Uereinsnachrichterr.
— Daß der Ausfall der Kauf m ann § geri ch tswa h l
i n H a m b u r g und H alle und die rührige Tätigkeit unserer
dortigen Ortsgruppen bei der Bekämpfung der Kandidaten
des Deutsch-nationalen Handlungsgehilfen-Berbandes letzterem
keineswegs angenehm sein würde, hatten wir vorausgesehen;
auch daß die offizielle Zeitschrift des D. H.-B. die ,.Handels-
Wacht" diese Gelegenheit benutzen würde, um sich in gehässigen
Ausfällen gegen unseren Verein zu ergehen. Dies hat uns
nicht verwundert und hätte uns nicht veranlaßt, auf diese
Schimpfereien einzugehen. Der Richtigstellung bedarf dagegen
eine neuerdings in der „Handels-Wacht" immer wiederkehrende
Behauptung über die Tendenz unseres Vereins. Hiernach
wird der Gegensatz zwischen uns und dem D. H.-B. damit zu
begründen versucht, daß wir dem Deutsch-nationalen Ver¬
band gegenüber als jüdisch-nationale Organisation be¬
zeichnet werden: „Als jüdisch-nationale Organisation müssen
sie eben überall einem Dentschnationaten feindlich entgegen¬
treten!" Daß diese Darstellung unrichtig ist und eine Ver¬
drehung unseres Vereinsprogramms bedeutet, brauchen wir
unseren Mitgliedern nicht erst näher zu begründen. Der ß 1
unserer Satzungen gibt in dieser Beziehung genügend klare
Auskunft; hiernach bezweckt der Central-Berein, „die deut¬
schen Staatsbürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der
religiösen und politischen Richtung zu sammeln, um sie . . . .
in der unbeirrten Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken."
Der Gegensatz zwischen dem D. H.-V. und unseren! Verein
lautet also nicht: „Hie deutsch-national, hie jüdisch-national",
sondern „hie Antisemit, hie Jude." R.
— In Nr. 31 des Tageblatts für die Kreise Aschersleben,
Quedlinburg usw. vorn 5. Februar wird berichtet, daß in