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Im deutschen Reich.
der Stadtverordn-eten-Sitzung vom 3. d. Mts. der Beschluß
des Magistrats von Asch er sieben bekannt gegeben wurde,
das dort seit 1903 bestehende Schächtverbot aufzu¬
heben. Die Schlachthofdeputation hatte sich zwar gegen
die Aufhebung ausgesprochen, der Magistrat aber trotzdem
die Aufhebung beschlossen. Herr Bürgermeister vr. Bunde
erklärte in der Stadtverordneten-Sitzung, daß Aschersleben
und Tängermünde noch die einzigen Städte gewesen seien,
die das Schächtverbot aufrecht erhalten hätten, und daß
dieses nicht mehr zeitgemäß sei, nachdem auch in Sachsen
das Schächtverbot aufgehoben wurde.
— In der Nacht zum 26. Dezember hatte ein Mitglied
unseres Vereins, das von Zwickau nach Plauen gefahren war,
auf einer Station gehört, daß der Schaffner auf die Frage
eines Mitreisenden, warum' die Fahrkarte jetzt mehr als.
früher loste, die Antwort erteilte: „Wir sind doch kein
I u d e n g e s ch ü f t, das heute so v i e l u n d m o r g e u
fo viel v e r lang t." Unser Mitglied ließ vom Stations¬
vorsteher in Plauen den Namen des Schaffners feststellen,
roorauf dieser zugab, diese Aeußerung getan zu haben. Auf
unsere Anzeige haben Nur den nachstehenden, vom 6. Februar
d. I. datierten, Bescheid der Königlichen Eisenbahn-Betriebs¬
direktion, Leipzig I, erhalten:
„Auf das an die Königliche Generaldirektion zu
Dresden gerichtete Schreiben vom 16. Januar 1911 teilen
wir ergebenst mit, daß der Zugschaffner Rothenberger
wegen seines Verhaltens bei der Fahrkartenkontrolle am
25./26. Dezember 1910 in Reichenbach i. V. ernstlich zurecht-
gewiefen worden ist."
— Von mehreren Mitgliedern unseres Vereins sind bei
uns Beschwerden darüber laut geworden, daß sich in
S ch ü l e r b i b l i o t h e k e n höherer Lehranstalten bisweilen
ein Buch „D er K r e u z z u g der Kinde r" befinde, das
von dem Schriftsteller Felix Nabor verfaßt und in
einem katholischen Verlage erschienen ist. Da dieses Buch
an zahlreichen Stellen die heftig st e n a n t i s e m i t i s ch e n
Ausfälle enthält, und hierdurch dieses gefährliche Gift bereits
in die Schuljugend hineiugetragen wird., ist es für eine
S ch ü l e'r b i b l i o t h e k in höchstem Maße ungeeignet. In
verschiedenen Städten haben denn auch bereits Schul-