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Briefkasten.
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Herz ens eigenschaften geehrten Volksfreuuld zum Vorwurf, was
ihm uns nach den Begriffen aller vorurteilslosen Menschen
zur Ehre gereicht: „Beim Tode Paul Singers erfuhr
man aufs neu: Sein Le b e n l a n g b lieb er de m
I u d e n t u m t r e u." Und dieses Judentum hat ihn sicher
nicht gehindert, sich auch als Sohn des deutschen Volkes zu
fühlen!
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M., l$lanxeribuxg (Harz). Wenn in dem dort ver¬
breiteten Flugblatt des „R e i ch s v e r b a n d e s gegen die
Sozialde m o k r a t i e" gesagt ist: „K atholiken und
Evangelische sollen sich ihrer gemeinsamen Interessen
bewußt bleiben", die Inden also unberücksichtigt geblieben
sind, braucht dabei keine böse Absicht zugrunde zu liegen.
Man hat vielleicht nur bei Abfassung des Flugblattes in einer
Gegend, in der nur wenige Juden wohnen, an diese nicht
gedacht. Wir haben schlimmere Gegner, die nicht gedacht
werden sollen!
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£., pofen. Der Vergleich, den Sie zwischen dem
Verhalten einzelner preußischen Landräte und dem des
L a n d e s a u s s ch u s s e s v o n G a l i z i e n ziehen, ist nicht
ganz unberechtigt, wenn auch die wirtschaftlichen Verhält¬
nisse in den Sstmarken nicht ganz- so schlimm liegen wie
in Galizien. Jedenfalls ist aber festzustellen, daß sich
der L a n d e s a u s s ch u ß von Galizien von agrarisch¬
antisemitischen Vorurteilen frei hält, indem er bei der Formu¬
lierung der Fragen über die Untersuchung der
s ch l i m men Lage der g a l i z i s ch e n Juden als Ur¬
sachen die Gründung von Kreditgenossenschaften, landwirt¬
schaftlichen Kasinos und Prodnkrivgenossenschaften und das
H ausi erg es etz anfi'i hr t.
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Dr. A. Köln. Bezüglich der oft gerügten Nicht¬
besetzung von Kr-ei s a r z t st e l l e n mit jndis chen Aerzten