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Im deutschen Reich.
wird uns mitgeteilt, daß in den Jahren 1901 bis 1911
im ganzen nur fünf jüdische Aerzte an dem Kreisarzt-
Examen teilgenommen haben. Von diesen sollen sich nach
bestandenem Examen drei gar nicht zu einer Kreisarztstelle
gemeldet haben, die beiden anderen aber angestellt worden
sein. Es ist dringend zu wünschen, daß jüdische Aerzte sich
künftig zur Absolvierung des Kreisarzt-Examens ent¬
schließen und sich dann zu einer Kreisarztstelle melden. Wir
glauben nicht, daß sie dies zu bedauern haben werden.
*
D. ZI., Kreuznach. Von dem in dem Kreuznacher
„O e f f e n tl i ch e n Anzeiger" in den Nummern vom 27.,
28. und 30. Dezember v. Js. erschienenen „Eingesandt" haben
wir seinerzeit Kenntnis genommen. Uns scheinen die darin
enthaltenen Ausführungen nur der Ausdruck einzelner anti¬
semitisch angehauchter Persönlichkeiten zu sein, deren
Schmähungen wir vorläufig keiner Widerlegung würdigen.
Immerhin war es von dem Verleger und Redakteur des ge¬
nannten Blattes den dortigen Juden gegenüber rücksichtslos,
derartigen Einsendungen überhaupt Aufnahme zu gewähren.
Die Ablehnung wäre schon mit Rücksicht darauf geboten ge¬
wesen, daß Kreuznach ein von sehr vielen Juden
besuchter Wendeplatz ist. Sollten sich diese Gehässig¬
keiten wiederholen, dann werden wir im Interesse des Juden¬
tums und zur richtigen Abwehr die nötige Initiative in der
Sache ergreifen.
*
A. K., Frankfurt a. M. Wir haben bereits früher
daraus hingewiesen, daß Herr Tr ebst, der Besitzer der
dortigen Glauburg-Apotheke, die auch jüdische Kund¬
schaft hat und in deren Nähe mehrere jüdische Aerzte wohnen,
wiederholt und neuerdings wieder am 11. Januar in der
„Pharmazeutischen Zeitung" einen Gehilfen christlicher
Konfession sucht, und die ihn dabei leitende Tendenz
durch fetten Druck der Worte „christlicher Konfession" noch