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Der „Cenrrai - Verein deutscher LrarrSbürger
jüdischen GiaubenS" bezweckt, die deutschen Staats¬
bürger jüdiichen Glaubens ohne Unterschied der
religiösen und volMschnr Richtrme zs samweln, u»
sie tn der tatkrttfriaen Wahrung ihrer sraatSbürger-
sjchen und gesellschaitUchcn Glelchlrellung sowie i»
der uubeirrien Pflege deutscher Gesinnung zs Se¬
tz Lrkeu. (§ l der Satzung deS Bere^nS.)
X!X. Iahrg. Berlin. April 19X3.
Nr. 4.
Sanitätsrat Stilles „Kampf gegen das Judentum".
Im September vorigen Jahres wurde von den „Deutsch¬
sozialen Blättern" ein Aufruf zur Unterstützung eines Planes
zur „Aufklärung über die Iudenfrage" erlassen und dieses
Gesuch damit begründet, daß die Gegner der christlich-sozialen
und deutsch-sozialen Anschauungen über die Iudenfrage ent*
weder nie Gründliches gelesen hätten, oder daß es ihnen in einer
Form nahegetreten sei, die mit Recht mißfallen mußte. Deshalb
solle das in „vornehmem Ton und edler Auffas¬
sung" geschriebene Werk von Sanitätsrat vr. Stille
in Stade in großem Stil verbreitet werden.
Die Anhänger der deutsch-sozialen Partei, welche für diese
Verbreitung dem früheren antisemitischen Abgeordneten Fried¬
rich Raab Geldmittel zngehen ließen, müssen eigentümliche
Begriffe von dem haben, was andere Menschen für „vor¬
nehmen Ton und edle Auffassiung" halten. Ent¬
weder haben sie niemals einen Blick in das zuerst 1891 vom
„Germanicus-Verlag" herausgegebene Werk Stilles getan oder
sind sich niemals über den Widerspruch klar geworden, der darin
liegt, daß ein seit jener Zeit angeblich in weiteren sechs Auf¬
lagen erschienenes Buch noch einer achten Auflage bedurfte,
weil die Gegner der antisemitischen Anschauungen noch nie
etwas über die Iudenfrage gelesen hätten, was in vornehmer
und edler Auffassung geschrieben sei. Es ist uns nicht bekannt,
in welcher Zahl die zur Propaganda in nichtantisemitischen
Kreisen bestimmte achte Auflage des Stilleschen Buches Geben*
falls bei Hunderten von Gymnasiallehrern) verbreitet wor¬
den ist und welken Eindruck es auf die Eratisempfänger, ge-