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des
WWU
Cenkralvereirrs dschHer MÄsbZrger Wschen GlMdevs.
7-———^ -- Erschaut MölstnaZ im Jahre. - - : =
Drr „{Seaical - Verein deutscher Staatsbürger
jüLLschen GLauSens" SsZweckt, die deutschen Staats¬
bürger jüdischen Glaubens ohne Unterschied der
religiösen und politischen Richtung zu saninreLn, mn
fie in der tatkräftigen Wahrung ihrer sraatsbürgsr-
Lichsrr und LeseUfchaftlichsn GleichfLellung, sowie in
der rrrrbeirrterr Pflege deutscher Gesinnung ZU Ls-
ftärken. (2 1 der Satzung des Vereins.)
XXV. ZLcheg. .SB erlin, Z-LAU« 1919. Mr. 1
Inhalt: Die „Schuld" der Juden Dsu Jakob Scheret. -
Umschau Von I. Sch. — Gefängnispfarrer und Raööinsr. —
Einiges über die Spaniolen in Serbien, Mazedonien, Bul¬
garien von ^Rabbiner Br. Paul Lazarus. — Von der Judenver¬
folgung in Warschau DON Assessor Di*. Meyer. — Schundliteratur
von Or. F. Goldmann. ~~■ Die Synagoge in Kuttenplan von Pros.
Br. Alfred Grotte. — Mehr Aufklärung von L. S. und Br. R. Offerr-
Lacher. — Vereinsnachrichten. Vermischtes. — ZeiLungssLinrrrren. —
Bücherfchüu. -- BriefLasten. — Inserate.
Me ^Schuld" der Juden.
Die Juden sind an allem schuld! Wo und wann auch
etwas geschehen sein Mochte, was irgendwelchen Deutschen
nicht gefiel, die Inden steckten dahinter.' Sind Christen die
Täter, find Arier die Veranlasser unbequemer und unangenehmer
Geschehnisse und Einrichtungen, so sind sie, nach der Behauptung
der Antssemiten, unfehlbar von Juden beeinflußt, oder sie
werden kurzerhand, ohne Beschneidung, zu Juden gemacht.
Sogar Karl der Große ist nicht davor geschützt, von einem
antisemitischen Skriöifax im 20. Jahrhundert als vermutlicher
Jude bezeichnet zu werden, weil er Feldzüge gegen germanische
Stämme geführt hat. So schreib! der Semigotha, das kuriose,
mit „Wissenschaftlichkeit" sich spreizende „Weimarer historisch-
genealogische Taschenbuch des gesamten Adels jehudäischen Ur¬
sprungs" folgendes:
„Ausfällig ist Karls Verhalte» gegen die Juden: er erwies sich gerade¬
zu als ihr Begünstiger, gewährte ihnen völlig gleiche Rechte, zog noch
viele aus Italien herbei, ließ seine Geldgeschäfte durch den Juden
Gphraim besorgen und betraute diesen mit wichtigen Missionen nach
außen. Viele seiner Höflings waren Juden. . . Da Karls Abstammung
in Dunkel gehüllt ist, darf man hier vielleicht einen Zusammenhang