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thMng über „Ekbatana", worin ebenfalls der Iden¬
tität mit dem jetzigem Hamadan, am Fuße des Berges
Elwend, und der Juden daselbst gedacht wird. Wäh¬
rend Ker Porter die jüdische Bevölkerung auf 600 Fa¬
milien angiebt, rebucirt jener Aufsatz dieselben nur auf
drei Hundert, was wohl nur den Beweis gibt, daß
man in dieser Beziehung noch sehr unsicher ist. Nach
diesem neuesten Bericht findet man in der Umgegend
von Hamadan bei der geringsten Nachforschung eine
große Zahl Münzen und geschnittene Steine, und die
Betreibung dieser Aufsuchung und der Verkauf des Auf¬
gefundenen zu sehr hohen Preisen ist ein Hauptnah¬
rungszweig sehr vieler jüdischen Familien. — Auf einem
Felsen des Berges Elwend, des eigentlichen Berges Ha-
madan's, findet sich eine Inschrift in keilförmigen Cha-
racteren, von welcher schon Ker Porter^), Olivier^)
und namentlich §oecf * 2 3 ) berichtet und sie mitgetheilt.
An der Straße von Hamadan nach Bagdad, unweit der
Stadt Kermanschah, findet sich auf einem Felsen des
Berges Bi-Sutun. eine eingegrabene bildliche Dar¬
stellung, welche der Persepolitanifchen nichts nachgiebt.
Nach Ker Porter (II. p. 154), bezeichnet die Darstellung
die gefangenen Israeliten aus dem Reiche der zehn
Stamme, wie sie ihrem Zwinghecrn Salmanasser vor-
g'efühct werden. 4 ) Salmanaffer war bekanntlich auch
Herrscher über Medien.
Großbritannien.
J. London, 12. April. (Beschluß.) Außer
der eigentlichen in Deklarationen bestehenden Dank-
bezeigung wird ein Geschenk an Montesioce als. Trä¬
ger und.Symbol derselben erwählt. Wenn ein Leser''die¬
ser Zeilen etwa noch nicht weiß, worin dies Geschenk
besteht, so möge ec sich ja die Mühe sparen, die Bücher
der jüdischen Geschichte aufzuschlagen , um darin zu su¬
chen, was. sonst bei derlei Gelegenheiten gewählt wor¬
den, oder das letzte blutbefleckte , und dennoch hellstrah¬
lende Blatt derselben noch einmal nachzulesen, und das
sinnige Denkzeichen für das: schwere Leid und. die große
That zw erreichen« Er thut dieß wahrscheinlich umsonst,
denn das „8 u i t a b t e Testimonial 16 soll ein „pieoe
or Service, of plate 3 c o rn m e m o r a 1 i v e o f t he
oecasion^ sein! Wie dies vereinbar sei, Haben
freilich viele kurzsichtige Sterbliche nicht begreifen können.
Gelehrte mögen wohl an Acht. 19, 29. Jes. 21, 5.
4) Bd. tt. p. 101 ff.
2) In seinem Reisewerke: Voyage dans l’Empire Otho-
man, i’Egyptc et la Ferse etc. (6 Bände, Paris 1800 — 7
V. p. 53.
3) Hoek gab 1813 zu Göttingen die Schxift in Quart
heraus: Veteris Meiiiae et Persiae monumcnta. Diese
Inschrift findet sich P. 5 ff.
. 4). Vgl. noch Hoeck S. 139 f. -
oder 22, 13 u. dergl. gedacht haben. Aber der große
Haufe, wie man gerne daß eigentliche Volk scheltet, das
dem einfachen schlichten Menschenverstände folgt, hat bei
den Subscriptio.nm die erwünschte und auch wirklich ge¬
fühlt^ Begeisterung nicht bewiesen, wie es die Herrn
von der Tafelrunde gern aussprengen möchten. Die
Aermern namentlich haben es weit besser verstanden,
ihr Gefühl zu verwerten, als unsre Reichen, die freilich
auch das Beste darbrachten, was sie kennen und be¬
sitzen — ihr Geld! Ich muß hier einen Anachronismus
begehn, um mich deutlicher zu machen. Als Sir Moses
die portugiesische Synagoge verließ, wurde ihm eine Freude,
die gewiß alle fcühern an Eindruck wie die Veranlaffung
alles Frühem an Einfachheit und Aufrichtigkeit, übertras.
Einige Hundert Arme hefteten sich an seinen Wagen,
der dadurch herrlicher begleitet war, als der eines Triumpha¬
tors von den gefesselten Feinden, und ein lufterschüttern¬
des Jubelgeschrei, das ihn durch mehre Straßen umgab,
errinnerce uns an die Kraftworte des alten Sängers
(Vrauwenlop)
„Das Recht will nicht gemietet sein,
Des Rechtes Schrci'n wiegt Mein und Dein" u. s. w.
Ich schließe meinen heutigen, aus mehren fcühern,
durch Umstande zurückgebliebenen, gezogenen Bericht mir
einer kurzen Angabe der Feierlichkeiten, welche Sir
Moses Ankunft folgten, und hoffe von nun an wieder
regelmäßiger und geordneter berichten zu können. —
Purim begann die Festlichkeit in der portugiesischen
Synagoge. 800 Eintrittsbillette waren auszugeben. Um
3 Uhr betrat der mit Spannung Erwartete mit seinem
Reisegefolge das Gotteshaus, und ward von M.Almos-
nino und seinem trefflich.eingeübten Chore mit dem
passenden *p) 'n DEO NDH "jrn würdig und feierlich be¬
grüßt, wobei alle Anwesenden sichtbar ergriffen waren.
Das Weitere finden Sie in der beiliegenden B ros chürel^
Vor nnJD wurden Montesiore's D'^ vorgebracht; die
sich auf 100 Pfd. beliefen. Die rOT^n (S. 3 f.) ist
von Meldota. Das Dankgebet (ritten S. 6 f.)
von dem aschkenesi schen Vet-din hier, wie man sagt,
ist ein nüchternes, mattes mitunter ungramatisches Flick¬
werk. Es ist nur zu verwundern, wie der englische
Uebersetzer die Sünden gegen Logik und Harmonie,
sogar gegen die Geographie (z. B. ’üdwi ion OE>r bz.
D^pim D"N) so geschickt zu bedecken wußte. Die hierauf
von Rev. de Sola gehaltene Rede, die sinn- und
geistvoll über die letzten Ereignisse im Orient „ihre Hände
ausstreckte" (wie Jean Paul sagt), enthielt Anspielungen
auf den S eparationsgeist der Reformer, die ohne
Wahl und Wissen, nach Willkühr und Laune verwerfen
oder anerkennen. Sie werden diese interessante Rede
sehr bald selbst beurtheilen können. Das beifolgende
10) Order of Service etc. London 1841. 8. 10 Seite»
hebr. und eben so viel engl. Ueders.