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343 ' Ue-er die Chronologie/ aus dem Arad, des Bckstami überss von Dr. Wetzstein.
sie zusammeü bilden die Jahreszeit des Winters. Der
Adftr beginnt mit dem 5ten Barmahäth, der Nisan mit
den 6ten Bacmüde, der Jjar mit dem 6ten Baschnas
und zusammen machen sie die Jahreszeit des Frühlings
aus/ Der Hasirnn beginnt mit dem 7ten Banne der
Tamus (Thamawus) mit dem siebenten des Ebib und
Ab mit dem 8ten Musri. Sie bilden die Jahreszeit
des Sommers.
Was die.persischen Monate betrifft, so nehmen sie
ihren Anfang mit dem Neirus (das Fest des neuen-
, ersten Tages), und der erste von ihnen ist der Ferwerdin
(ist fälschlich Feruradein punktirt), dann folgt der Ard>
behescht, darauf der Chordnds, Tw, Mordnds, Scharw,
Mihra, Abnr, Adfer, Dfti, Bahman, Jsfandarmeds»
Fünf Tage des Jahres begreift man nicht mit unter
diesen Monaten, sondern rechnet sie besonders unter der
Benennung der Ergänzungstage ^Ul). So
oft jedesmal von einem^persifchen Monate 10 Tage ver¬
gangen sind, dann tritt der Anfang des römischen Mo¬
nats ein. . Da der Neirus jedes Jahr einen Wochentag
später fallt, so muß er, wenn ec dieses Jahr in einen
Donnerstag fällt, das nächste Jahr in einen Freitag fal¬
len und im dritten in einen Sonnabend.
Wisse, daß die Tage je nach den verschiedenen Welt-
Eörpecn verschieden .angeordnet worden sind. So giebt
es Tage, die einen Zeitraum von 50,000 Jahren aus¬
füllen, andere wiederum, die einen Zeitraum von 1000
Jahren betragen, andere endlich die blos 12 Stunden
lang sind. Der Tag, welcher durch den Umlauf des
Mondes hervorgebracht wird, beträgt 28 Tage, der Tag,
-welcher durch dm Umlauf des Merkur entsteht, 3 Mo¬
nate und 6 Tage, welcher-durch den Umlauf der Venus
entsteht 8 Mon. 6 Tage; durch den Umlauf der Sonne
wird ein Tag von 12 Monaten bewirkt, durch den des
Mars einer von 25 Monaten, durch den des Saturn
von 12 Jahren und durch den des Jupiter von 30 Jah¬
ren. Von dieser Art von Tagen- erhebe dich nun mit-
relst. einer geistigen Anschauung zu dem Tag, wie er sich
auf dem vorletzten Himmel (^y3f) und zu dem, wie
er sich auf dem äußersten Himmel findet: da
wird es dir klar werden, wie es mit jenem Tage ge¬
meint sei, von dem ich dir gesagt, seine Dauer sei
50,000, und mit dem anderen, dessen Dauer 1000
Jahre beträgt l).
1) Wie düs komme, ist nicht weiter ausgeführt. Der
Autor hielt es nicht für nöthig, da er von seinen Lesern er¬
warten konnte, Laß ihnen bei diesen Andeutungen das Uebrige
aus. dem ptolem. System hieher gehörige beifallen würde.
Statt daß sich bei uns die Planeten um die Sonne bewe¬
gen, so steht nach Ptolemäus die Erde unbeweglich in der
Mitte, und^die Sphären bewegen sich um dieselbe. Da nun
nach dem oben Gesagten der einmalige Umschwung des Pla-
Noch sind einige Aufschlüsse zu geben, welche von
tieferer Bedeutung und mit dem inneren Wesen dieser
göttlichen Einrichtungen verbunden sind. Während näm¬
lich Gvtt die Abwechselung zwischen Tag und Nacht an¬
ordnete, vertheilte ec in diesen beiden Zeiträumen ver¬
schiedene Wesenklassen um in denselben zu
existiren, zu wirken und von den Wundern der Schöpfung
Zeugen zu sein. Ihre Gesammtzahl betragt nach den
24 Stunden des Tages und der Nacht 24,000, und
einer jedem Elasse ist ein besonderer Cyclus von Wirk¬
samkeit in dem Weltall angewiesen, und jede dient der
Weisheit des Schöpfers zu besonderen geheimnißvollen
Zwecken. Eben das ist auch die Zahl deiner Athemzüge
in den 24 Stunden des Tages und der Nacht, denen
du nothwendigerweise wiederum durch 24,000 Lobsagun¬
gen für die Zeit eines Tages und einer Nacht entspre¬
chen solltest und für deren Unterlassung du insofern be¬
straft wirst, als dir jedesmal eine, bei einer mit Undank
hingenommenen Wohlthat, unterlassene Lobsagung ange¬
rechnet wird. Alle diese Vierundzwanzigtaustnde corre-
spondiren theils mit den Bewegungen und Tätigkeiten
des vorletzten Himmels 2), da dieser der Sammelpunkt
der Beziehungen (JsLsP) der Wesenklassen ist, welche
abwärts dagegen wieder mit den Athemzügen in Ver¬
bindung stehen; theils correspondiren sie mit den ver¬
schiedenen Wesenklassen, die sie unmittelbar umgeben,
sie mögen nun immaterieller oder materieller Art sein.
Mit Bezug nun aus eben Gesagtes umfaßt die Zeit¬
dauer, in welcher der vorletzte Himmel alle innerhalb
seiner Bahn liegenden kleineren Sphären umkreist, und
neten um die Erde feinen Lag ausmacht, und dieser Umschwung
nach geringerer oder größerer Entfernung des Planeten von
der Erde eher oder spater bewerkstelligt wird, so müssen die
Tage auf ihm entweder kleiner oder größer und die der ent¬
ferntesten Sphären somit nach irdischem Zeitmaaß gemessen,
die größten sein. In .welch einer Entfernung von der Erde
muß sich also der letzte Himmel befinden, und wie groß die
ihm zu durchlaufende Bahn sein, wmn er diese erst in 50,000
Erdenjahren vollendet!
2) Der Mikrokosmos steht mit dem Makrokosmos in der
genauesten Verbindung: unsichtbare Radien laufen von den
größten und fernsten Sphären aus durch alle Wesenklassen bis
hernieder ins menschliche Herz, und gehen von diesem durch
Sphäre zu Sphäre, wie eine gerade mathematisch gerechte
Linie von Punkt zu Punkt, bis in die letzten Enden des Alls.
Auf allen einzelnen Punkten, die eine solche Nadle berührt,
sind die Erscheinungen dieselben, nur werden sie graduell größer
und colloffaler vom Mikrokosmos aufwärts steigend, und ab¬
wärts vom Macrokosmos nach und nach quantitativ kleiner
und finden sich beim Menschen in kleinster Potenz; aber qua¬
litativ sind sie dieselben: die Thätigkeit und Ruhe der Sphäre
ist die Thätigkeit und Ruhe des menschlichen Herzens. Frei¬
lich würde nach unferm Autor, der Bewegung des vorletzten
Himmels im Menschen nur das Athemholen, nur die Bewe¬
gung seines Herzens und seiner Lippen durch das Gebet ent¬
sprechen.