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Zweiter
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Jahrgang
Berichte, Studien und Kritiken
für
Wische Geschichte und Literatur. B°„ w* Zeitschrift
■ r ‘ erscheinen wöchentlich,
das Literaturblattmit-
He raus ge geben gerechnet, zwei Bogen,
. ' , und zwar an jedem
von Samstag regelmäßig.
Das Abonnement für
ein Jahr ist 5 Thlr.
Manabonnirtbeiallen
löbl. Postämtern und
allen solid. Buchhand¬
lungen auf ein Jahr»
Nr. Julius Fürst.
gHE 39. Leipzig, den 25. September 1841»
An das Publicum. Orient. Smyrna (Aufruf für die Juden in — zu Hamburg u. Brilon. Der Rabb. Friedländer.)
— Deu (schland (W i e n, üb. die Manie Predigten drucken zu lassen, und zwar von den schlechten ungebildetsten Rabbinen. Kö¬
nigsberg. Tod des I. Kaplan. Die bibl. Geographie v. Dr. Freystadt. Berlin, üb. die Juden in Halle. Berlin, neue
Verordnung in Betreff der Handelsjuden. H ult sch in, gemeine u. niederträchtige That der Grenzbeamten. Mannheim. Bitt-
schreiben an die gewissenlose zweite Kammer um Gleichstellung. — Rußland (Petersburg, über die Juden in Odessa). —-
Cjcht- und Schattenbilder aus der jüd. Geschichte der Gegenwart: Die Juden im Kirchenstaate und in Toscana rc. Geschichtliches u.
Gegenwärtiges.. — Personalchr. u. Miscellew. — LB. d. O.
A« das Publikum.
Für den Beginn des vierten Quartals dieses Jahres richtet die Unterzeichnete Redaktion
an ein geehrtes Publikum die ergebene Bitte, sich recht frühzeitig darauf abonniren zu wollen, da
nach dem Verhältniß der Abonnentenzahl die ganze Auflage bestimmt wird. Auster allen Buch¬
handlungen Deutschlands nehmen auch alle Postämter und Zeitungs-Expeditionen
Bestellungen an; die Konigl. Sachs. Wohll. Zeitungs-Expedition zu Leipzig hat die
Hauptspedition übernommen. Da von Seiten der Redaktion weder Mühe noch Kosten gespart wer¬
den, um das Beste und Gediegenste recht schnell herbeizubringen, so vertraut sie den Freunden und
Förderern des Guten, daß sie für Derbreitung dieses Blattes in ihren Kreisen, namentlich bei Ge¬
meinde-Borständen und angesehenen Gemeindegliedern, recht thätig sein werden.
Die Redaktion.
Orient.
Smyrna. Das große Brandunglück i\i Smyrna ist
jetzt das Tagesgespräch und von allen Seiten vernimmt man
Stimmen des Mitleids und des Mitgefühls, begleitet mit Auf¬
forderungen, diese größte Gemeinde Klein a sie i«s aus dem
riessten Elende zu reißen. Um das frühere geifli§e Elend dieser
Gemeinde har. sich Niemand gekümmert, nun ist aber das Elend
materiell; mögen unsere Glaubensbrüder thatsächlich beweisen,
daß sie o\3Drn \n D’ODfT) sind. Schon haben einige Gemein¬
den den Anfang gemacht, die Theilnahme zu wecken und an¬
zuregen; in Hamburg wird gepredigt und collektirt für die
Unglücklichen in Smyrna; folgende Aufforderung circulirt, die
gewiß ihre Wirkung nicht verfehlen wird: „Die Katastrophe, die
einen großen Theil Smyrna'e, der blühendsten Handelsstadt
der Levrate, betroffen hat, ist aus den öffentlichem Zeitungs¬
berichten hinlänglich bekannt. Mitthcilungen in Pn'vatbriefen
bestätigen und ergänzen jene traurigen Schilderungen und wei¬
sen zugleich darauf hin, daß in jenen durch Krieg und Anar¬
chie erschöpften Gegenden keine nur irgend zureichende Hilfe
geleistet werden kann. Und doch Zahlt man dort unsere ob¬
dachlosen, jeder Habe beraubten Mitmenschen nach Tausenden,
ja nach Zehntausenden! Am meisten haben die dortigen Juden
gelitten, dann die Muhamrnelaner, die Christen im Verhält¬
niß am wenigsten. Alle diese richten ihre Blicke nach Europa,
nach dm Ländern des Friedens, der Gesittung, der Menschen¬
liebe, und hoffen auf Unterstützung und Hilfe. So möge denn
Hamburg , dessen Flagge in jenen Gegenden so gern gesehen
wird, unter den ersten und bereitwilligsten Helfern genannt
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