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jektur, und wenn der Verfasser nicht wirklich so geschrieben
hat, so hätte er nach seinem Style 'gewiß so schreiben sollen.
6. Daselbst anstatt -ptf Maat Hr. Neifmarm vor
i zu lesen ™ der Bedeutung „Angel" wie Prov. 26,14.
^ Eine sinnlosere Conjektur ist mir noch-nicht vorgekommen;
denn wer könnte wohl sagen wollen ^ ^rb'l „die Ähüren
der Angel," als eine nähere Bezeichnung der Lhuren? Und
' sehen wir den ganzen Satz im Zusammenhang nojS
:. jjrn pDT das heißt nach Arnheim (Iozerot. G log au und Leip-
^ zig 1840) „klopfte flehend an die Lhüren des Hortes der
israelitischen Gemeinde." Lesen wir aber so würde es
bedeuten, „die Lhüren der Angel der Gemeinde", was schwer-
^ l'ich einen Sinn gibt. \
7. Anstatt jnD BW) \>)1 nb'N' will Hr. R. lesen
welches alsdann Subjekt wäre und sich'auf Gott be-
; zöge. Der Reim widerspricht dieser Emendation. 2luch Hr.
Arnheim hat mit Unrecht bemerkt Anm. 13 denonvina-
tivum" da ’^nj als Zeitwort „brennen" bedeutet, nach Ge-
seniu 6 und Fü rst.
8) Für tpftm >2^ nimmt Hr. N. als ausgemacht, an,
es sei zu lesen als zwei Wörter für 'yn, letzteres Als^
Epitheton der Egypter, und in der Bedeutung „zerbrechen,"
also die Egypter seien zerbrochen worden wie irden Geschirr.
So klar dieses dem Herrn N. vorkommt, so ist es doch nicht
anzunehmen ^ denn das ganze Stück enthalt nur Satze von
zwei Wörtern außer wo das dritte Wort einsylbig ist, alsdann
hat es auch solche von drei Wörtern. Eine einzige Ausnahme
; hiervon gibt es in dem Satze ^prn HD?, wo aber
gewissermaßen als einsylbig zu berrachten ist. ' Hiernach ist es
schon mehr als unwahrscheinlich, daß der Verfasser i£n
geschrieben habe. .Sprachlich möchte es sich auch nicht
rechtfertigen lassen, denn .^7) heißt immer nur weiden, selbst
das angeführte ipAp Ier. 22, 22 bedeutet -,sr'e weiden
^ dir den Scheidel ab." Demnach wäre die Vergleichung ^333
ein großer Mißgriff.
■ 9. Hr. R. dankt Gott, daß er ihm die Wahrheit finden
ließ, daß nämlich anstatt rDH hü/D2, wie man sonst las,
hier zu lesen sei nanbl £\NO, durch ein Versehen der Abschrei¬
ber sei nämlich das Was und Lamed zum erstern Worte ge-
j kommen, dann sei wieder aus dem Kaf und Ales, Bet und
Mem geworden. Es ist eine starke Zurnuthung, alles Dieses
als wahr anzunehmen. Wahrscheinlich entging dem Hrn. R.
^ die Emendation, welche Hr. Arnheim hier anbringt und S.
V. den Literaten zur Beachtung empfahl; nämlich Dy -MN
! rnnb biüPDS/ rD'N 4 , welches derselbe übersetzt ,,O, laß in
^ Gluth verzehren das feindliche Volk, an dem Flamm,vergliche¬
nen." Herr Arnheim hatte, nach meiner Meinung, noch besser
gethan rn\\ l als Nomen proprium zu nehmen nach Job 9, 26
•rntt n?1^ UV IDbn, welches nach dem Prospektus der all¬
gemeinen biblischen Geographie von Dr. Fceyftadt Euböa ist.
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10. Die Emendation oypy jm für qj/dj; jm wäre gut,
wenn ein Objekt da wäre. Arnheims Conjektur Dy£y p-|
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gibt einen sehr guten Sinn; sie beruht aber blos auf Castelli
im Widerspruch mit allen jüL. Lexikographen und Editionen.
11. Für ynn verbessert R. ' Die ge^
wohnliche Leseart gibt auch einen guten Sinn, vielleicht einen
noch bessern „welcher Monat erforderlich ist" nach Arnheim.'
12. Mit Recht freut sich Hr. R. mit der tzntdeWg^ daß
für gelesen werden muß wenn es nach-
gewiesen werden kann, daß der Sabbatengel ‘-)n& genannt worden.
13« Anstatt bxn nhy ))by emendirt Hr?'R.'
Hier trifft derselbe mit Hrn. 2trnheim zusammen, der ebenso
emendirt, woraus ich ersehe, daß des Letztern Arbeit dem
Erstern unbekannt war.
14. Die-Verbesserung DN3 in ist eure sehr
glückliche zu nennen. ' - - ^ ^
15. Die Erklärung von rinn nach dem-Aramäi¬
schen ^?0Dpn ^DilNO ist auch sehr schön und annehmbar.
16. Die Emendation und Erklärung von n&^y nach
2 Sam. 3, 27 anstatt in dem Pismon 'NOA vom
Fasttage Ester ist auch sehr dankenswerth.
17. Die Emendation in nJinD 3'^' für jrüir? ZU lesen
JH’ 1 IN' in der Bedeutung „er möge uns zeigen" scheint auf
schlechtem Grunde zu beruhen; denn tfT heißt nicht „zeigen",
welches das Largum allenthalben durch nm ausdrückt, wäh¬
rend n?n nur,-sagen" und,-reden" bedeutet. Auch ^ heißt nicht
„uns"-, es müßte geschrieben werden *on\ Weit gefälliger
ist die Erklärung Fürsts in den Perlenschnüren S. 124, wo¬
nach es ein symbolischer Name für Moses ist. Hingegen hat
Herr R. gewiß Recht mit seiner Behauptung, daß dieser Hym¬
nus nicht von.Jakob Lam sein kann, der bekanntlich kein
Lewi war; aber unbegreiflich ist die Zurechtweisung des großen
Jrrrhums, den Heidenheim begangen haben soll, indem er ihn
dem Tam vindicirte, da Heidenheim selbst das Gegentheil be¬
hauptet mit den Worten DK?' Di'D 3 mnnri 'Än DD'I
rrn t*h nn O djidd*
18. Was nun den Hymnus betrifft , so kann ich
es in der That nicht begreifen, wie Hr. R. behaupten kann,
er sei nach dem Maaße von sieben Sylben verfaßt, denn die
meisten Verse haben mehr und weniger, da wäre durchaus
“iD1J?n b)l mno pr©. Aber die Emendakion '->Nl2
wyo ist gewiß richtig, und wenn der Verfasser nicht so ge¬
schrieben hat, so hätte er so schreiben sollen; denn MV heißt
eigentlich: glänzen, rem sein, im 'Piel: rem machen, mit $
von einer Unreinheit.
19. Daß es- in dem Hymnus DNM Oyheißen
müsse hat schon Heidenheim eingeschen, der m
unzähligen Exemplaren so gedruckt hat.
20. Daß es in dem Gebete rCD am Ende
heißen müsse, wie Hr. R. a. a. O. S. 184 bemerkt, könnte
wohl wegen der ungewöhnlichen Form Bedenken-.erregen;"
allein Napaport soll es schon gebilligt haben.
Moch wichtiger sind die Bemerkungen desselben Gelehrten
a. a. O. über einige Gebräuche, wovon man den Grund nicht
mehr kennt. So erfahren wir auch hier die erste Veranlass
Analekten. Worgeschlagene Berbesserüngen in den Gebeten.