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Dies ist aber nicht möglich, so lange die die Ziele des Ver¬
bandes naturgemäß mit sich bringenden Aufgaben noch immer mir
auf den Schultern einzelner hochherziger Männer ruhen, solange,
nicht sämmtliche Vereine es für eine Ehrenpflicht halten, den
Verband in seinem Bestreben zu unterstützen.
Die .alljährliche Publikation einer Rednerliste vereint mit'der
Bemühung des Ausschusses, Redner für Vortragsreisen zu ge¬
winnen, gewährt. nur den Vereinen in größeren Gemeinden
manchen Vortheil, weniger aber den Vereinen in kleinen und
unbemittelten Gemeinden.
Diese können sich nicht immer den Luxus gestatten. Vor- -
tragende für Honorar zu berufen; diese müssen, wenn ihre, fernere
Existenz gesichert sein soll, vom Verband unterstützt werden.
Der Verband würde daher für die Aufbringung eines Fonds
zu sorgen haben, der es ermöglicht, unbemittelte Vereine, die zu¬
gleich aus Mangel an geistigem Material nur ans auswärtige
Redner angewiesen sind, mit Rednern zu versehen, ohne daß diesen
Vereinen irgend welche Ausgaben hieraus erwachsen. —
Jndeß darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, daß
auch diese Vereine, nach wie vor die in. ihrer Mitte vorhandenen
geistigen Kräfte zu verwerthen suchen. Sie wandten sich behufs
Beschaffung des wissenschaftlichen Materials zu Borträgen an das
Secretariat, das stets' bemüht war, die Vereine nach dieser wie
nach jeder anderen Richtung hin zu fördern.
Diese Einrichtung hat nicht bloß in den kleinen und mittleren,
sondern auch in vielen großen Vereinen eine segensreiche Wirksam-
. keit erzielt, indem sie zugleich den Anlaß zur Gründung von Vereins¬
bibliotheken und Lesehallen gegeben hat, und es ist erfreulich, an
dieser Stelle konstatieren zu dürfen, daß die meisten Vereine bereits
ansehnliche Bibliotheken besitzen, die, was die Hauptsache ist, von
den Mitgliedern stark benutzt werben. Der Verband war bemüht,
die Vereine auch in dieser Beziehung nach Kräften zu fördern,
und wir können schon jetzt die Versendung weiterer, Publikationen
ankündigen. Doch würde .der Verband wesentlich mehr leisten,
wenn die vielgepriesene jüdische Einigkeit nicht blos in der Phantasie
unserer Feinde existirte.