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Samenkörnern eine abweichende Färbung, und nach gesonderter Aus¬
saat dieser Körner erhielt er eine neue Spielart, welche sich vorteilhaft
von der bis dahin zumeist angebauten Achmouni-Baumwolle unterschied.
Diese Entdeckung ist also eigentlich mehr dem Zufall zu verdanken,
denn eine feste Bezeichnung zwischen der Samenfarbe und der Ertrags¬
menge .bezw. Ertragsqualität ist bisher noch nicht gefunden worden,
und jedenfalls war dem Entdecker nichts von einer solchen bekannt.
In schon etwas mehr zielbewusster Weise ist die jüngste der
ägyptischen Sorten, die Ivanowich, von .einem Griechen gleichen Namens
gezüchtet worden. Dieser fand beim Besichtigen eines Baumwollfeldes
einige ausnehmend reich tragende Pflanzen, deren Faser sich durch
vorzügliche Qualität auszeichnete. Er nahm diöv Samen zu sich, säte
sie sorgsam isoliert aus und erhielt aus denselben kräftige, ertragreiche
Pflanzen. Durch Weiterzüchtung dieser neuen Varietät und Verkauf
der Samen zur Aussaat gelangte Ivanowich allmählich zu einer gewissen
W ohlhabenheit.
Die ägyptische Baumwolle ist somit bis heute von künstlicher
Hochzüchfung nahezu unberührt geblieben, sie ist noch gegenwärtig ein
natürliches, in seiner Qualität von Menschenhand nur wenig verbessertes
Erzeugnis des Nillandes. Die natürlichen Vegetationsbedingungen sind
hier dem Gedeihen und der Fasererzeugung der Baumwollpflanze in
hohem Grade günstig.
Ueber das Klima und die Bodenbeschaffenheit Aegyptens habe
ich bereits bei früherer Gelegenheit einiges mitgeteilt, und die dort für
Unterägypten angeführten Daten gelten in vollem Masse für die Baum-
wollkültur. Von den verschiedenen Bodenarten wird der schwere,
schwarze Alluvialboden vor allen anderen bevorzugt, da er an Güte
und Menge die höchsten Ernten liefert. Der hohe, noch immer steigende
Preis dieses Bodens (80—100 Lstr. und darüber für 1 Feddan = 0,42 ha)
gründet sich ausschliesslich auf die regelmässig in zweijähriger Frucht¬
folge von demselben hervorgebrachten Baumwolierträge. Auf leichteren,
sandigen. Bodenarten wächst zwar die Baumwollstaude auch befriedigend,
aber die Ernte fällt stets geringer aus.
Eine interessante Erscheinung ist die zunehmende Ausbreitung
der Baumwollkultur nach Süden hin. Früher war die in Oberägypten
in verschwindend geringer Menge erzeugte Baumwolle bei den Ex¬
porteuren wenig beliebt. „Unterägwpten für die Baumwolle, Ober¬
ägypten für das Zuckerrohr", dieser Grundsatz wurde als einmal be¬
stehend angenommen und keine Aenderung darin versucht. In den
letzten Jahren jedoch werden (allerdings mit wenig Erfolg) Zuckerrüben
im Delta, und mit ausgezeichneten Ergebnissen wird Baumwolle im
Süden angebaut. In den Provinzen Gizeh, Beni Suef, Minieh und