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Ernteberichte.
Jaffa: Die Gerstenernte hat den gehegten Erwartungen nicht ent¬
sprochen. Es werden in Gaza höchstens 3000—4000 Tons Gerste zur Ver¬
ladung kommen. Von der Orangenernte in Jaffa sind bereits Früchte zur
Verladung nach Triest gekommen. Wie verlautet, soll die diesjährige
Ernte keinen vollen Ertrag geben, da die Frühjahrsstürme den Bäumen
sehr geschadet haben.
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Der Anbau von Baumwolle in Aegypten nimmt stetig zu und hat
jetzt bereits ein Viertel der ganzen kulturfähigen Oberfläche Aegyptens
erobert. Etwa 29.437 Quadratkilometer Aegyptens sind kulturfähig, da sie
vom Nilwasser irrigiert werden können, der Rest ist Wüste; das ägyp¬
tische Kulturland hat demnach etwa die Oberfläche des Königreiches
Belgien (und fast genau den Flächeninhalt Palästinas. Anm. d. Einsenders).
Im Jahre 1910 waren von der gesamten Kulturfläche Aegyptens
6899 Quadratkilometer mit Baumwolle bebaut. Dieses Jahr ist die Zahl
der mit Baumwolle bepflanzten Quadratkilometer auf 7187 gestiegen. Die
Baumwolle bildet die Hauptquelle des Reichtums Aegyptens.
Im Jahre 1865 brachte die Türkei, angespornt durch den ameri¬
kanischen Bürgerkrieg, 239.000 Ballen Baumwolle hervor (1 Ballen = 226 kg).
Nachher trat jedoch ein bedeutender Rückgang ein und seit 1880 sind
nur mehr zwischen 24.000 und 50.000 Ballen geerntet worden. Erst in
den letzteren Jahren ist wieder ein Umschwung zum Besseren eingetreten,
namentlich durch die deutschen Unternehmungen in Kleinasien. Im Jordan¬
gebiete ist der Anbau in Zunahme begriffen und auch in Mesopotamien
alle Aussicht vorhanden, daß sich die Baumwollkultur bald zu einem
wichtigen landwirtschaftlichen Erwerbszweig entwickeln wird. In Adana
steigt die Ernte von Jahr zu Jahr, so von 50.000 Ballen 1908 auf 70.000
Ballen 1909 und auf 83.000 Ballen im Werte von mehr als 1,000.000 Pfdst.
1910. Bedeutende Mengen dieses Ergebnisses konsumieren die Fabriken in
Adana und Tarsus selbst. Der Wert der Ausfuhr via Messina betrug im
letzten Jahre 335.000 Pfdst., meistens nach den Ländern des Mittelmeeres
und Deutschland.
(Aus der Zeitschrift „Oesterreichs Wollen- und Leinen-Industrie".
XXXI. Jahrgang, 1911, Heft 17.)
Vom jüdischen Nationalfonds.
Spendeneingänge.
Die Gesamteingänge betrugen in diesem Jahre im Juli M 31.078*37,
davon für Oelbäume M 4017*06; im August M 32.232*19, davon für Oel-
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