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dem sind die in der Nähe der Küste gepumpten Mengen fast gleich denen im Jaffa-
distrikt.
"Weiter gegen Südost sind die Brunnen in größere Tiefe getrieben und die Ausbeute¬
erscheint im allgemeinen klein und für Bewässerungszwecke ungenügend zu sein.
Die Entwicklung der "Wasserversorgung im Distrikt Ber Scheba erscheint als wich¬
tiges Problem, dessen Lösung eine beträchtliche Ausdehnung der landwirtschaftlichen
Tätigkeit bringen würde. Die vermutlichen Grenzen des Beckens wurden (in der Karte
des Autors — die Red.) angegeben. Ber Scheba ist noch durch einen gebohrten Brun¬
nen untersucht worden und die bestehenden ausgegrabenen Brunnen werden bloß zirka.
1 m unter dem Sommerspiegel geführt.
Die Ebene von Esdralon (Jesereel) ist in bezug auf bewässerte Kultur ernstlich
untersucht worden, aber die Brunnen haben noch kein reguläres Ergebnis gezeitigt.
Es verbleibt noch die Untersuchung der tiefer gelegenen Quelle unter dem nicht durch¬
gestoßenen roten Lehm, welche durch artesische Brunnen "Wasser liefern sollte.
In der Jordanebene gibt es mehrere Flächen, welche für die Wasserlieferung in.
Betracht kommen, aber im allgemeinen käme das Hinaufpumpen des Jordanwassers
billiger als die Anlage von Brunnen.
Als wichtigste Flüsse und Quellen zur Lieferung von Irrigationswasser kommen im
Lande in Betracht: 1. der Jordan, 50 bis 100 m 3 pro Sekunde. Boden zur Bebauung
vorhanden: Im Westen die obere Terrasse des Jordans von 5 km nörlich von Wadi
Farah nach Jericho, zirka 200 km 2 in Höhen von 300 bis 350 m. Im Osten südlich des
Nahr es Zarka zirka 200 km 2 in Höhen von 280 bis 330 m.
Zwei Methoden sind verfügbar zur Ausnützung des Jordanwassers: a) Stauen des
Wassers oberhalb Jisr Damieh und Verteilung durch Kanäle, b) Pumpen des Wassers
an verschiedenen Stellen.
2. Quellen des Jordans, Totes Meer:
a) Ain Jidi, Ain Sideir, Aid el Areijeh, zusammen 45 bis 90 Millionen Liter pro
Tag. Ein kleiner Teil wird von den Beduinen verwendet, aber die Hauptmasse zerstreut
sich in dem kiesigen Sand (gravels) und fließt ins Tote Meer. Weinberge von Engedi
werden in alten jüdischen Schriften erwähnt und Reste der ausgedehnten Terrassen
können noch an den Abhängen gesehen werden.
b) Ain Feschka und andere Quellen, 130 Millionen Liter im Tag, Chlorgehalt 50 bis
150 Teile in 100.000. Der Gebrauch dieses Wassers würde entweder schwierige Kon¬
struktionen erfordern oder die Quelle müßte in einem Tunnel geführt werden. Die
letztere Methode würde wahrscheinlich Süßwasser ergeben. Verfügbare Fläche zirka
25 km 2 . Pumpen würden erforderlich sein, wenn nicht durch das Tunnel die Höhe der
Quelle gehoben werden würde.
c) Ain Auja, Ain Duc, Ain Sultan, Gesamtquantum zirka 115 Millionen Liter pro
Tag. Ein beträchtlicher Teil des Wassers wird benützt oder vergeudet. Das zur Be¬
bauung verfügbare Land ist nicht größer als 5 km 2 und, ausgenommen von Ain Sultan,
sind die Böden alle dicke, alluviale Flächen, viel höher als die obersten Terrassen. Eine
geeignete Kontrolle dieser Wässer würde die Kultivierung erheblich steigern.
d) Farahquelle, zirka 115 Millionen Liter im Tag. Ein Teil des Wassers wird für
gewöhnlichen Getreidebau verwendet.
e) Baisanquelle, zirka 225 Millionen Liter pro Tag. Das meiste Wasser wird ver¬
wendet oder verschwendet und der Zustand der Bewässerung gibt nur geringe Resultate.
3. Quellen der westlichen Ebene:
a) Kabrequelle und Kurn, zirka 40 Millionen Liter pro Tag. Wird verwendet für-
Orangenzucht, im allgemeinen ziemlich verschwenderische Irrigation.