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den Tatsachen abfinden müssen, und hoffentlich wenden sich\ auch unter ihnety
mit der Zeit Männer finden, die ejLne christlicheste Haltung gegenüber den;
Vorfällen im Lande einnehmen werden, als diejenigen, die arabische Pogrome
entschuldigen, ra. a.
Der „Orient", Palästina-Heft (6). Diese Nummer der Zeitschrift von
Dr. Lepsius Deutscher Orient-Mission enthält einen Artikel von Pfa/rrer Doktor
Lind, den wir in diesem Heft abdrucken. Ferner enthält es u. a. eine Unter¬
suchung von Direktor Dr. O. Eberhard über „Das Nationalitätenproblem im
heutigen Palästina". Der Autor, seit Jahrzehnten als objektiver Beobachter
des jüdischen Palästina-Werkes bekannt, schildert die Bestrebungen der Araber
und Juden. Er sagt, daß ein eigentlicher Judenhaß bei den Arabern nicht be¬
steht. Palästina war niemals im ähnlichen Sinne wie bei den Juden ein
Zentrum der arabischen Nation oder arabischen Geisteslebens. Im Lanjde sej
für beide Völker Raum. Nur eine verantwortungsbewußte Zusammenarbeit
aller Instanzen kann die Athmosphäre eines Verständigungswillens schaffen.
Die Haltung der Zeitschrift gegenüber dem Zionismus hebt sich wohlwollend
iah von den jüngst erschienenen Publikationen deutscher Katholiken.
The Palestine Directory and Handbook 1932, herausgegeben vom „Mischar
we Taassjah", Tel-Aviv, S. 265 englisch, 372 hebräisch (Preis 5 Dollar). —
Die diesjährige Edition ist zu einfem stattlichen Band angewachsen. In einer
ersten Abteilung wird ein Ueberblick über die Tatsachen Palästinas gegeben,
wobei auch einiges über nichtjüdische Institutionen gesagt wird. Der zweite
Teil (Directory) gibt die persönlichen Daten über die Mitglieder der Regierung,,
der beratenden Komitees, der Konjsule usw. sowie ein nach Branchen ge¬
ordnetes Verzeichnis der Adressen für Jaffa, Tel-Aviv, Haifa und Jerusalem.
Druck und Ausstattung zeigen, daß die betreffende Industrie im Lande
bereits ein hohes Niveau einnimmt. Auch für die Diaspora mit ihren steigenden
Beziehungen, mit Erez-Israel hat dieses Hanidbuch, das bereits ein unentbehr¬
licher Behelf im Lande selbst geworden ist, seinen Wert. Die Gesellschaft
Mischar we Taassjah gibt bekanntlich die Zeitschrift gleichen Namens (he¬
bräisch) un,d „The Palestine and Near East" heraus, ist die Veranstalterin der
Messen und entfaltet auch in andeilen Zweigen der Beratung, Hebung des
Geschäftsverkehrs usw. eine sehr eifrige Tätigkeit. Der Erfolg der dies¬
jährigen Messe wird sie hoffentlich in die Lage versetzen, ihre für das Land
und den jüdischen Jischuw so nutzbringende Tätigkeit noch weiter aus¬
zudehnen, b.
Die wirtschaftliche Lage Palästinas zu Anfang 1932, von M. Nemirovsky
und Dr. Preuss. Herausgeber „Dawar", Tel-Aviv, 1932, S. 103, (Hebräisch).
— Das kleine Büchlein gibt eine klare Uebersicht über die Lage in Landwirt¬
schaft, Industrie, Bauten usw. Wir drucken in dieser Nummer davon einige
Auszüge unter „Nachrichten und Daten" ab. Die Autoren, beide sehr ge¬
schätzte Mitarbeiter unserer Zeitschrift, leiten die statistische Abteilung der
Histadruth und verfügen über das ganze, meist von ihnen selbst beschaffte
Material. Die Broschüre ist sehr instruktiv, da sie alle Einzelheiten berück¬
sichtigt. In der Prognose sind die Autoren bei nüchternster Beurteilung sehr