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hohen Tarifs hat sich Ägypten aus einem Import- in ein Exportland für Bananen ent¬
wickelt.
Wirkung des Zollschutzes auf die Lebenskosten. Infolge der Neuheit dieser Ent¬
wicklungen im Obst- und Gemüsehandel sind nur spärliche Daten darüber erhältlich,
welchen Einfluß die Zunahme der Importe aus Syrien auf die Preise und infolgedessen
auf die Lebenskosten haben. Es muß jedoch betont werden, daß die Preise nicht not¬
wendigerweise als Ergebnis des Zollschutzes in ungebührlicher Weise steigen müssen.
Ein intensiver interner Wettbewerb hat eine heilsame Wirkung auf jeden Versuch, die
Preise zu überhöhen. Dies hat sich im Falle der Tomaten klar gezeigt, die unter der
»Plant Protection Ordinance« (Verordnung zum Schutze von Pflanzungen) seit 1923
gegen Importe geschützt sind. In einer offiziellen Mitteilung heißt es darüber, daß
trotz dieses Verbotes in den letzten zehn Jahren die Sommer ernten meist unrentabel
waren, da wegen Überproduktion die Preise niedrig standen.
Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß die Preise unter dem Einfluß billiger Importe ge¬
senkt werden; aber es ist sicher nachzuweisen, daß der Nutzen, den der Verbraucher
durch so außerordentlich niedrige Preise hat, durch den Schaden des Produzenten mehr
als aufgewogen wird. Die Spanne zwischen den bereits angemessenen Preisen für
heimische Produkte und den noch niedrigeren der eingeführten Waren, genügen in den
meisten Fällen, um die Produktion im Lande unergiebig zu machen und eine vielver¬
sprechende Quelle für den Lebensunterhalt von vielen hunderten von ihr abhängigen
Familien zu zerstören.
Die Handelsbilanz Palästina—Syrien» Palästinas unbefriedigende Handelsbeziehungen
mit Syrien werden durch das starke Handelspassivum des letzteren illustriert.
Palästinas Handel mit Syrien (in £P):
Jahr Import Export Handelspassivum
245
1932 ....
813.000
303.000
510.000
1933 ....
943.000
213.000
730.000
1934 . . . .
1,083.000
227.000
856.000
1935 ....
1,310.000
303.000 1,007.000
Dieses zeigt sich nicht nur im Gesamthandel, sondern auch bei
Früchten und be¬
sonders bei Gemüsen, wie nachstehende Tabelle zeigt:
1.
Früchte:
Import aus Syrien
Export nach Syrien
Handelsbilanz
Äpfel . . .
. . 6.996 £P
— 6.996 £P
Aprikosen . .
. . 4.725 £P
— 4.725 £P
Grapefrucht
. . 6.773 £P
444 £P
— 4.725 £P
Orangen . .
. . —
6244 £P
+ 6.244 £P
Andere Frischfrüchte 20.425 £P
237 £P
— 20.188 £P
Passivum .
. . 42.046 £P
2.
Gemüse:
Kartoffel . .
. . 20.830 £P
— 20.830 £P
Zwiebel . .
. . 12.294 £P
115 £P
— 12.179 £P
Tomaten . .
. . —
1264 £P
+ 1.264 £P
Andere Gemüse
. . 12.300 £P
1999 £P
— 10.301 £P
Passivum .
. . 25.944 £P
Vergleich der Zollsätze. Im allgemeinen ist an der Passivität der Handelsbilanz
Palästinas bis zu einem gewissen Grad der ungenügende Zollschutz schuld. Bei Obst
und Gemüse ist er beträchtlich niedriger als in den meisten anderen Ländern. Ein Ver¬
gleich, der diesen Produkten in verschiedenen Ländern auferlegten Zölle, mit denen
Palästinas ist sehr lehrreich.