Seite
Zollsätze (Müs per Kilogramm):
2.
Palästina
Ägypten Syrien
England
Polen
Tschecho¬
Frischgemüse:
slowakei
Allgemeiner Zollsatz 2
4
Blumenkohl ... —
2.7
4
76
4.7
Karotten .... —
10.8
10
45.6
14
Salat .....—
4.05
10
Kohl .....—
6.1
11.4
5.4
Rüben.....—
8
Früchte:
Allgemeiner Zollsatz 2
-
Äpfel .....—
2.4
15.9
4.4
114
7.2
Birnen.....—
3.5
15.9
4.4
115
7.2
Pflaumen .... —
2.0
20.1
9.2
38
6.3
Bananen .... —
16.0
11.7
2.5
114
Die Wichtigkeit der Marktgärtnerei
unter den
gegenwärtigen Verhältnissen* Im
gegenwärtigen Stadium der landwirtschaftlichen Entwicklung Palästinas ist der Anbau
von Obst und Gemüse von besonderer Bedeutung. Palästina ist heute mit allen Pro¬
blemen einer Monokultur belastet. Die Zitrusindustrie, die das "Rückgrat des Export¬
handels und der Brennpunkt der Aufmerksamkeit der Farmer des Landes geworden
ist, hat heute mit einer sehr ernsten Marktlage zu kämpfen. Die rasche Vergrößerung
der Ernte bei gleichzeitiger Verengung der Märkte, macht den Verkauf der Früchte
zu rentablen Preisen immer schwieriger. Unter diesen Bedingungen kann auf eine
weitere Ausdehnung der mit Zitrus bepflanzten Fläche nicht gehofft werden, vielmehr
ist schon eine gewisse Einschränkung zu fühlen, welche zu einer Störung des Gleich¬
gewichtes in der heimischen Landwirtschaft führen muß. Diese Schwächung der Zitrus¬
industrie könnte durch eine Intensivierung und Vervielfältigung der gemischten Wirt¬
schaft kompensiert werden; die andere Alternative, Getreidebau; ist wegen der Spär¬
lichkeit verfügbaren und passenden Bodens nicht gangbar. Gemüse- und Obstzucht sind
die Zweige der gemischten Wirtschaft, die aus folgenden zwei Gründen die vielver¬
sprechendsten sind:
1. Die zunehmende Nachfrage für Gemüse und Obst infolge des Anwachsens der
Bevölkerung und der Erhöhung des Lebensstandards.
2. Der gegenwärtige Konsum von Gemüsen per Kopf ist im Vergleich zu
anderen Ländern niedrig und läßt eine merkliche Zunahme erwarten. Eine Ernährung
mit genügend Gemüse ist angesichts der klimatischen Bedingungen des Landes besonders
wichtig.
Schlußfolgerungen. Nachstehende Schlußfolgerungen ergeben sich aus diesem
Überblick:
a) Die heimische Produktion von Obst und Gemüse wächst durch den Antrieb, den
eine gesteigerte Nachfrage bietet und durch die aktive Ermunterung durch das
Landwirtschaftsdepartement der Regierung.
b) Ein großer Teil der wachsenden Nachfrage wird durch Importe befriedigt.
c) Syrien, dessen Produkte zollfrei eingeführt werden, liefert den überwiegenden Teil
dieser Importe.
d) Die Konkurrenz Syriens, die hauptsächlich auf billiger Arbeit beruht, wird für die
Produzenten Palästinas in steigendem Maße gefährlich.
e) Ein Schutz gegen syrische Importe bringt nicht notwendigerweise eine Erhöhung der
Lebenskosten in Palästina mit sich.