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die nötigen Mittel zur Verfügung gesteHt, um die Juden Palästinas und der
benachbarten Länder anthropologisch zu untersuchen. Es ist zu hoffen,,
dass durch die Unrei=>uchungen des auf dem Gebiete der Anthropologie
der Juden seit langem bewährten Forschers das jüdische Rassenproblem
seiner Lösung näher gebracht werden wird.
Ausgrabungen in Palästina. Zwei deutsche Archäologen
haben kürzlich die Erlaubnis zu Ausgrabungen an verschiedenen Stellen
erhalten und hah^n nun in der Umgegend von Haifa damit begonnen. Die
Grabungen finden auf einem Platze statt, auf dem vor Zeiten eine
Synagoge st .nd.
Für die Expedition zur Untersuchung des Toten Meeres
wurden durch die Jrade des Sultans neben Prof. Blanckenhorn noch folgende
Juden ernannt: Treidel, Aaronsohn, Ahroni (Raswjet). Unsern Lesern sind
diese als alte Mitarbeiter und bekannte Vorkämpfer für unsere Ziele bekannt.
Wie wir aus Palästina hören, war Herr Treidel leider verhindert, an der
Expedition teilzunehmen.
Palästina. — Die projektierte Bahn von Haina nach Nabulus und
Jerusalem wird nunmehr definitiv in Angriff genommen und soll inner¬
halb zweier Jahren vollendet sein. Wiewohl Haiffa eine von der Natur
bevorzugte Lage geniesst, so dürfte sich doch der Bau eines Hafens als
notwendig erweisen. Es steht zu befürchten, dass die neue Bahn, deien
Länge 100 bis 120 englische Meilen betragen wird, Jaffa mindestens eines
Teiles seines Pilger- und Passagierverkehrs berauben dürfte, um so mehr,,
als die türkische Regierung alles tun wird, was in ihrer Macht steht,
um Haiffa auf Kosten Jaffas, schon im Interesse der dem Staate gehörenden
Hedschas-Bahn zu bevorzugen. Seine Bedeutung als Hafenplatz für
Jerusalem und Umgebung dürfte jedoch Jaffa schwerlich jemals verlieren.
Schiff, der vielfache Millionär aus New-York weilte vor kurzem einige
Ta^e in Jerusalem und beschenkte die dortigen Wohltätigkeitsinstitutionen mit
kleineren Summen. Er will wiederkommen.
Herr Moser, der Gönner des hebräischen Gymnasiums von Jaffa.
Mitglied des zionistischen Actions-Comites, ist vor kurzer Zeit nach Palästina,
gekommen.
Kandwerkerschule. Vor einigen Wochen fand hier die Grund¬
steinlegung des neuen Hauses für die Hand werker schule statt,
die feierlich begangen wurde. Das Unternehmen ist ganz aus orthodoxen
Kreisen hervorgegangen und lediglich aus palästinischen Mitteln, ohne Unter¬
stützung 'der Diaspora, entstanden. Die Schule hat in ihrem alten Heim
im Laute des Jahres ihres Bestehens bereits 20 Zöglinge ausgebildet
und sie in die Lage gesetzt, sich eine eigene Existenz zu verschaffen.
BrieffeaftetL
Die Zeitschrift erscheint fortab regelmässig monatlich und wird mit der
stetk; steigenden Auflage verbessert werden. -
Redaktion: Felix Theilhaber, München, Pettenkoferstr. 25.
ob Druck 3Iax Steinebach, München.