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Verein haben von jeher grosse Mittel zur Verfügung gestanden,
und so kann er auf eine Reihe grosser Arbeiten zurückblicken,
von denen hier nur die kartographische Aufnahme des West¬
jordanlandes (Map of Western Palestine in 26 sheets im Mass¬
stab von 1:63,360) und die Ausgrabungen in Jerusalem und in
verschiedenen Ruinenhügeln am Wiestabhang des Gebirges
Juda, vor allem an der Stätte des; alten Qezer, mit ihren hoch-
bedeutsa^nen kulturgeschichtlichen Ergebnissen erwähnt sein
mögen.
Der Deutsche Palästina-Verein*) hat von vorn¬
herein mit viel beschränkteren Mitteln arbeiten müssen. Seine
Arbeiten, die in der Wissenschaft längst die gebührende Beach¬
tung gefunden haben, sind dem weiteren Kreise der Gebildeten
fast unbekannt geblieben und haben daher aus ihm bisher nur
wenig Unterstützung gefunden. Während Prof. S e 11 i n in Wien
vom österreichischen Kultusministerium, von der Akademie der
Wissenschaften in Wien und von einzelnen vermögenden Privat¬
leuten für Ausgrabungen an der Stätte des alten Taanach und
neuerdings auch für solche in Jericho sofort ausreichende Mittel
zur Verfügung gestellt wurden, und während Amerikaner
für Ausgrabungen in Samaria die Summe von 400,000 Mark
aufbrachten, ist der Deutsche Palästina-Verein im allgemeinen
auf die Jahresbeiträge seiner Mitglieder und den buchhänd¬
lerischen Ertrag seiner Publikationen angewiesen, die nur wenige
tausend Mark im Jahre erreichen und zum grössten Teile durch
die Herausgabe wissenschaftlicher Werke aufgebraucht werden,
so dass für eigentliche Forschungsarbeiten hur ganz geringe,
zur Grösse der Aufgabe in keinem Verhältnis stehende Beträge
frei bleiben. Wenn der Verein trotzdem auf eine stattliche Reihe
wirklich grosser Leistungen zurückblicken kann, so verdankt er
das in erster Linie der hochherzigen Unterstützung Sr. Maj. des
Deutschen Kaisers, der ihm für einzelne grössere Arbeiten
71,000 Mark zur Verfügung stellte.
Der Deutsche Palästina-Verein hat sich sehr mannigfaltige
Aufgaben gestellt. Er hat zunächst durch die Begründung einer
Zeitschrift ein Organ zur Zusammenfassung aller deutschen
wissenschaftlichen Arbeiten über Palästina geschaffen. Ueber-
blickt man den Inhalt der ersten 30 Jahrgänge dieser Zeitschrift,
so kann man ohne Ueberhebung sagen, dass es fast durchweg
Arbeiten ersten Ranges sind, die hier zum Abdruck gelangt sind,
und dass sie an Vielseitigkeit nichts zu wünschen übrig lassen.
Sie betreffen die allgemeine Geographie, die Geologie, die
Flora, die Fauna, das Klima, die allgemeine und spezielle Topo¬
graphie des Landes, sie behandeln historische, kulturgeschicht-
*) Anmeldung behufs Mitgliedschaft bei Prof. Steuernagel. Jahresbeitrag
M. 15.— gegen Lieferungen der Zeitschriften des Vereins.
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